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Alternatives Reisen Bremer lieben das Couch-Surfing

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Franziska Klein und Moe Abou-Salem sind Couch-Surfer.
Franziska Klein und Moe Abou-Salem sind Couch-Surfer.

"Couchsurfing ist eine tolle Sache. Man lernt neue Leute kennen und hat die Chance, Freunde auf der ganzen Welt zu finden", sagt Moe Abou-Salem. Der 22-jährige Palästinenser ist im Libanon geboren und aufgewachsen. Seit vier Monaten ist Bremen das Zuhause des Studenten. Der Neubremer ist einer von 6500 in Bremen registrierten Couchsurfern der Internetseite couchsurfing.org. Deutschlandweit nutzen knapp 400000 Menschen das Online-Netzwerk, berichtet Sprecherin Heather O‘Brien. Allein in Berlin hat es über 56000 Mitglieder.

Der Gastgeber bestimmt die Regeln

Seit mehr als zehn Jahren gibt es Online-Plattformen, auf denen sich Menschen austauschen, die nicht auf herkömmliche Art reisen wollen. Wer sich beim Couchsurfing anmeldet, kann Sofas anderer Mitglieder auf seinen Reisen als Schlafplatz nutzen und so eine teure Unterkunft vermeiden. Wenn jemand für längere Zeit verreist, "surft" er quasi von Sofa zu Sofa, so erklärt sich der Name. Wer möchte, kann auch seine eigene Couch zur Verfügung stellen und selbst reisende Gäste aufnehmen. Wichtig: Die Mitglieder entscheiden selbst, wen sie aufnehmen wollen und wen nicht. Genauso ist es jedem freigestellt, wie lange er die Gäste bei sich übernachten lässt und wie viel Zeit er mit ihnen verbringt. Die Regeln für den Aufenthalt bestimmt jeder Gastgeber selbst.

Dank detaillierter Internetprofile kann man schon im Vorfeld viel über die Leute erfahren, die bei einem unterkommen wollen. So lassen sich böse Überraschungen verhindern. Die 30-jährige Franziska Klein aus Hannover ist oft zu Gast bei Freunden in Bremen. Und die Studentin hatte auch schon Gäste aus aller Welt auf ihrem eigenen Sofa. "Viele Leute, die beruflich zu Messen geschickt werden, schlafen lieber auf einer Couch als in einem Hotel", erzählt Klein. Ihnen sei es eben lieber, nach der Arbeit noch unter Menschen zu sein und die Stadt zu sehen, statt im Hotel zu sitzen.

Der Kontakt zu den Menschen aus den Städten, die man bereist, ist für die meisten Couchsurfer viel wichtiger als der Nebeneffekt einer kostenlosen Unterkunft. "Durch den persönlichen Kontakt erfährt man viel mehr über eine Kultur, als wenn man als Tourist reist", sagt Moe Abou-Salem. Als der Student im vergangenen Jahr für einen Austausch in Schweden war, erfuhr er von der Couchsurfing-Idee. Er entschloss sich, dem Netzwerk beizutreten. Seitdem hatte er viele Besucher bei sich im Libanon. "Sie haben vor allem unser Essen geliebt. Die lokalen Spezialitäten, die ich ihnen gezeigt habe, hätte es im Hotel sicher nicht gegeben", erzählt er und lacht.

Wer sich beim Couchsurfing anmeldet, muss nicht reisen und Menschen aufnehmen. Es besteht auch die Möglichkeit, sich als Stadtführer anzubieten oder mit anderen Surfern auch nur ein Bier trinken zu gehen. Auch in Bremen treffen sich eingeschworene Couchsurfer so oft es geht. Zum Grillen, Kochen oder einfach, um einander besser kennenzulernen. Der persönliche Kontakt ist für viele von ihnen das Wichtigste. "Ich wollte mal zu einem Konzert, und keiner meiner Freunde wollte mit. Da habe ich die Surfer gefragt, und schon war ich nicht mehr allein", berichtet Moe Abou-Salem.

Das Alter spielt keine Rolle

Trotz der Vorteile, die das Couchsurfen mit sich bringt, gibt es natürlich auch Skeptiker. Denn schließlich lässt man Leute in seine Wohnung, über die man im Prinzip nichts weiß. "Ich allerdings habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht", betont Franziska Klein. Klar, es gebe mal jemanden, der sich ungefragt am Kühlschrank bedient, aber mit Diebstählen oder Bedrohungen habe sie bisher noch nie Probleme gehabt. Außerdem könne man auch im Hotel bestohlen werden, sagt Moe Abou-Salem. Ein bisschen Ungewissheit sei doch immer dabei. "Entweder geht man los und findet heraus, was passiert, oder man bleibt zu Hause und versucht es gar nicht erst", sagt er.

Weltweit gibt es knapp vier Millionen registrierte Couchsurfer, und täglich werden es mehr. Wer denkt, diese Art des Reisens ist nur etwas für Studenten, der irrt: "Auf einem Treffen habe ich einen 80-jährigen Amerikaner kennengelernt, der gerade auf Weltreise war und dafür das Couchsurfing nutzte", berichtet Franziska Klein.



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Leserkommentare
johnnyberlin am 21.05.2013 22:14

@bella 1965 Schaaf wurde nicht rausgeworfen, sondern hat sich selbst erledigt. Daran hat er sage und schreibe 3 Jahre mitgearbeitet. Der einzig ...

pico1966 am 21.05.2013 22:01

Mielitz Gewinner? An was für einer Wahrnehmungstäuschung leidet der Verfasser? Vielleicht hat er aber auch einfach keine Ahnung, das wäre dann ja ...

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