
Max Maurer erinnert sich noch an seine erste Breminale: “Ich war klein und hämmerte damals begeistert an dem Holzschiff herum. Es gab nur zwei große Zelte, heute belegt die Breminale eine fast doppelt so große Fläche.”
Gut, dass kein Seemann aus ihm geworden ist. Maurer ist neuer hauptverantwortlicher Projektleiter der Breminale und gern im Heimathafen geblieben. Er macht nun Nägel mit Köpfen. Nach einem Vierteljahrhundert haben sich die Gründer des Kulturfestivals, Harald Siegel und Rolf Hesener, zurückgezogen und machen Platz für die nächste Generation. Unter dem Namen “Sternkultur” ist Maurer zusammen mit Susanne von Essen für die Organisation der Breminale verantwortlich.
Doch nicht nur hinter den Kulissen tut sich etwas. Auch auf der Wiese öffnen sich Wundertüten. Es ist aber keine klassische Geburtstagsparty mit Ballons, Luftschlangen und Tröten geplant. “Wir feiern jedes Jahr, weil die Breminale für uns immer ein Superlativ ist”, erklärt der Organisator. “Uns ist wichtig, dass wir weitermachen können wie bisher” – das heißt, die Breminale soll eine “Umsonst und draußen”-Veranstaltung bleiben, die barriere- sowie schwellenfrei ist und Interessierten das Flanieren durch verschiedene kulturelle Bereiche ermöglicht. “Es gab Jahre, in denen hat man in einzelnen Zelten Eintritt bezahlen müssen. Das soll sich nicht wiederholen.”
Breminale-Besucher werden fünf Tage lang auf der Wiese, in den Zelten und an Bord ganz unterschiedlich unterhalten. Neu ist der Tanzboden. Vor dieser Bühne wird nicht gestanden, sondern auf ihr getanzt. Am Donnerstag erleben Tango-Liebhaber ab 21 Uhr einen Contest, bei dem fünf in der hiesigen Szene bereits begeistert aufgenommene Streicher aus Chile, Kolumbien, Brasilien, Spanien und Deutschland spielen.
“Zwischen den Zelten wird es in diesem Jahr sogenannte Wohlfühlorte geben, die kreative, die blaue, die sanfte und die närrische Wiese”, berichtet Maurer. Auf diesen gibt es Figurentheater, Ausstellungen, Siebdruckwerkstätten und Theater. Auf der blauen Wiese schlägt die blaue Karawane ihr Lager auf. Die Betreiber laden dazu ein, ihr Konzept kennenzulernen, nach dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammenleben, Theater spielen, bildhauern und musizieren.
Neben viel Musik, Film und Literatur stehen auch kulinarische Attraktionen auf dem Programm. Wichtigste Nachricht: Das Ökodorf wächst. Doppelt so viele Bio-Stände wie im vergangenen Jahr, ein größeres Bio-Deichbankett und ein neuer Schwerpunkt “Bio liebt Fair” sind die wichtigsten Veränderungen, die auf der sanften Wiese die Geschmacksnerven der Kulturflanierer kitzeln sollen. Zum großen Schlemmer-Event am Sonntag, bei dem Schmankerl der Region auf dem Menü stehen, laden die Köche anstatt der bisher 200 in diesem Jahr nun 250 bis 300 Gäste ein. Für das Bio-Deichbankett wird extra der Osterdeich gesperrt. Während des Mahls sorgen Straßenkünstler und Tafelmusiker für kurzweilige Unterhaltung.
Mit kreativen Ideen wollen die Breminale-Organisatoren die Spendenbereitschaft der Besucher erhöhen. Nachdem im vergangenen Jahr das weltgrößte Rubbellos für einen warmen Geldsegen sorgte, sollen die Besucher nun Gesicht zeigen: Am “Bitte recht freundlich”-Zaun werden Gruppen- und Porträtfotos geknipst, Lose, Buttons und T-Shirts verkauft. Der Hauptpreis ist ein Elektroroller im Wert von 2500 Euro.
In den kommenden Tagen stellen wir jeweils am Abend vorher die Highlights des darauffolgenden Tages vor.




Niederschlagswahrscheinlichkeit: 












Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »