"Die haben das Pferd verkehrt herum aufgezäumt", sagt Jörg Kastendieck. Vor den Verhandlungen mit Eigentümern und Investoren hätte es zunächst einmal eines Masterplans für die gesamte Innenstadt bedurft. Am besten in Verbindung mit einem Verkehrskonzept, erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher seiner Fraktion. "Stattdessen gab es nur allgemein gehaltene Postulate, dass die Innenstadt mehr Ladenfläche benötigt, das ist aber zu kurz gesprungen."
Seit einigen Jahren versucht Bremen mit einem großen Wurf die Innenstadt zu beleben. Ursprünglich war an ein Einkaufscenter gedacht, das sich vom Parkhaus Am Brill bis zum Parkhaus Mitte erstrecken sollte. Zuletzt standen an Flächen aber nur noch das Parkhaus Am Brill und der Lloydhof zur Verfügung – bis der Eigentümer der Einkaufspassage, die österreichische S Immo AG, nun offenbar eine Kehrtwende vollzog. Die Stadt hat bestätigt, dass S Immo verkaufen will. Je nachdem, wer der Käufer sein wird und wie seine Pläne aussehen, könnte es mit dem City-Center schnell ganz vorbei sein oder mindestens weitere Verzögerungen geben.
"Die Stadt hat sich viel zu sehr auf Ansgari konzentriert und dabei die große Linie außer Acht gelassen", kritisiert Kastendiek. Im Ergebnis müsse nun im Grunde ganz neu damit angefangen werden, die Innenstadt gegen die Konkurrenz auf der grünen Wiese besser aufzustellen. "Die Perspektive war bisher das Prinzip Hoffnung, und das reicht einfach nicht", so der CDU-Politiker.
Erst wenn Klarheit darüber herrsche, was genau die Stadt eigentlich wolle, was für einen Mix an Läden, ob groß- oder kleinteilig, ein Center oder viele einzelne Lagen, könne mit einiger Verbindlichkeit mit den Eigentümern und Investoren verhandelt werden. Kastendiek: "Zurzeit ist das Konzept noch dermaßen vage, dass so mancher mit seiner Immobilie lieber den schnellen Euro macht, als sich auf eine ungewisse Zukunft einzulassen."




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