
Noch ist die Sicht vom Haupteingang des Geländes der alten Bremer Woll-Kämmerei (BWK) auf die Weser versperrt. Ein großes Stahltor hält die Besucher zurück – doch das soll sich nach den Wünschen von Bau- und Umweltsenator Joachim Lohse bald ändern. Die Sommerpause der Bürgerschaft hat er gestern genutzt, um sich von Maximilian Donaubauer, Leiter des Bauamts Bremen-Nord, die Planungen für die zukünftige Nutzung der alten Industriegebäude erläutern zu lassen.
Erst kürzlich hatten die Blumenthaler Grünen gefordert, das Eingangstor für Besucher ständig zu öffnen. Auch das Umweltressort unterstütze diesen Vorstoß, sagte Lohse gestern. "Geht es nach unseren Vorstellungen, kommt das Tor weg." Auf dem Gelände sollen künftig kleinere Betriebe die Schwerindustrie ersetzen. Auch Künstler und Kreative seien willkommen, so Donaubauer. "Wir wollen einen bunten Gewerbe-Mix schaffen, aber auch den bestehenden Betrieben eine Chance geben." Das Ziel sei es, neue Arbeitsplätze für Blumenthal zu schaffen, betonte Lohse.
Platz für kleine und mittlere Betriebe
Die Bremer Wirtschaftsförderung (WFB) kümmert sich um die Vermarktung der Gewerbeflächen. Nach den Vorstellungen der WFB sollen sich dort kleine und mittelständische Betriebe aus den Bereichen Produktion, Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe und Handwerk ansiedeln. Auch die Möglichkeit einer Umsiedlung von Betrieben aus dem Blumenthaler Ortskern auf das BWK-Gelände ist laut Donaubauer möglich. "Wir wünschen uns, dass auch die Bevölkerung unsere Pläne annimmt und das Gelände eine Einheit mit dem Stadtteil bildet." Der Bau von Wohnungen sei allerdings nicht vorgesehen, sagte Donaubauer. Nach den Plänen der WFB wird eine Ringstraße das gesamte Gelände erschließen, an der sich später die Betriebe ansiedeln sollen. Um die Erschließung des Geländes durch den Ausbau der Ringstraße, der laut Donaubauer oberste Priorität hat, ist das Wirtschaftsressort zuständig. Lohses Ressort ist für die Bauleitplanung und den Hochwasserschutz zuständig.
Die historische Achse, die zwischen den alten Produktionshallen und Lagerhäusern der BWK quer über das Gelände verläuft, soll im Zuge des Hochwasserschutzes bis Anfang 2014 von der Landrat-Christians-Straße bis zum Weserufer verlängert werden. Dann wäre der Blick auf die Weser frei. Außerdem könnte bald ein Rad- und Wanderweg durchgängig von der Bahrsplate bis zum Wätjens Park zwischen dem Fluss und dem Industriegelände entlang führen. Dafür müsse aber die Spundwand an einigen Stellen abgesenkt und einige Meter vom Ufer zurückversetzt werden, um Platz für den neuen Uferweg zu schaffen, kündigte Donaubauer an. Senator Lohse plante sprach bei dem Rundgang bereits von Radtouren, die künftig entlang des BWK-Areals möglich seien.
Einen konkreten Fahrplan, wann das Gelände für die Öffentlichkeit zugängig sein soll, gibt es allerdings nicht. "Wir haben Ende 2013, Anfang 2014 angepeilt", sagte Donaubauer. "Beim Verkauf der Gewerbeflächen arbeiten wir nachfrageorientiert. Wenn Interessenten da sind, können sie auf das Gelände." Einige Betriebe haben sich bereits angesiedelt: Es gibt eine Schreinerei und zwei befreundete Autoschrauber wollen in der alten Lagerhalle ein Oldtimer-Zentrum eröffnen. Auch die Ausstellung über die Geschichte der Wollproduktion in Bremen-Nord, die im Rahmen des Palasts der Produktion entstanden ist, soll mit Hilfe des Fördervereins Kämmereimuseum erhalten bleiben.





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