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Seit Monaten vermisster Dirigent aus Bremerhaven Ehefrau kontaktiert Mexikos Präsidenten

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Ludivine Càzares will nicht hinnehmen, dass das Schicksal ihres Mannes in Vergessenheit geraten könnte.

Ein Hoffnungsschimmer – oder mehr? Die Ehefrau des entführten Dirigenten des Bremerhavener Stadtheaters, Rodolfo Càzares, setzt auf eine Anhörung beim neuen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto, um ihren Mann endlich freizubekommen. Der wurde am 9. Juli 2011 in seiner Heimatstadt Matamoros gemeinsam mit mehreren Verwandten entführt. Über 47000 Menschen haben seine französische Ehefrau Ludivine Càzares in einer Online-Petition bereits unterstützt.

Seit Monaten gibt es keine Spur von dem Musiker, der in Wien ausgebildet wurde und inzwischen die französische Staatsbürgerschaft hat. "Am Anfang haben sich die Entführer gemeldet", sagt Ludivine Càzares. Es habe auch Lösegeldzahlungen gegeben, doch irgendwann war es ruhig. Rodolfo Càzares befindet sich vermutlich in den Händen der mexikanischen Drogenmafia.

Ein möglicher Grund: Bei den Zetas, einem Drogenkartell in Mexiko, gibt es einen Mann gleichen Namens – der Halbbruder von Càzares‘ Vater. Er soll zur Führungsriege der Bande gehören. Dieser Rodolfo Càzares wurde bei einem Überfall auf ein Casino in Texas festgenommen.

Alle Bemühungen um die Freilassung des Dirigenten aus Bremerhaven sind bislang fruchtlos geblieben: Rick Perry, Gouverneur des US-Bundesstaates Texas, hatte sich für den 35 Jahre alten Musiker eingesetzt. Und der Vatikan hatte im Vorfeld des Papstbesuches in Lateinamerika einen Bittbrief geschrieben. Nun setzt die Ehefrau auf die Macht Tausender von Unterstützern. Über die Organisation change.org hat sie eine Petition eingereicht, die ihr die Pforten zum Staatsoberhaupt öffnen soll. "Der neue Präsident hat bei seinem Amtsantritt versprochen, konsequent gegen das organisierte Verbrechen zu kämpfen", begründet sie ihren Einsatz. Es sei ihm als neuen Vertreter auf der internationalen Bühne mit Sicherheit wichtig, sein Image zu pflegen und Wort zu halten, glaubt die Französin: "Wenn Tausende Menschen seinen Einsatz für Rodolfo fordern, muss er handeln."

Nicht nur über die internationale Petitionsplattform verbreitete sich ihr Ansinnen rasant. Auch Facebook nahm das Anliegen auf und transportierte die Bitte. "Ich bin von der Anteilnahme der Menschen tief berührt", sagt Ludivine Càzares. "Sie ermutigen mich in meinem Kampf, Rodolfo lebend wiederzufinden."

Sie hofft, dass mit dem öffentlichem Druck neue Maßnahmen eingeleitet werden. "Eine sofortige Wiederaufnahme der Polizeiuntersuchung wäre ein starkes Signal." Unter Nietos Vorgänger Calderon sei die Polizei im Drogenkrieg machtlos gewesen und habe viele Dinge schleifen lassen.

Ob der neue mexikanische Präsident allerdings in der Lage sein wird, die Gewalt im Land einzudämmen, bezweifeln viele internationale Beobachter. Ludivine Càzares will jedenfalls weiterkämpfen. Große Angst hat sie davor, dass das Schicksal ihres Ehemannes und anderer Entführter in Vergessenheit geraten könnte: "Sprechen wir von ihnen, werden sie leben. Vergessen wir sie, werden sie sterben."



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Leserkommentare
benbinkle am 16.04.2014 12:24
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mcsar am 16.04.2014 12:08
Danke! Dann sollte der WK-Redakteur (bb?) mal seine Hausaufgaben machen, denn oben ist davon die Rede, Paderborn reagiere "enttäuscht auf den Verlust ...
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