
Der botanischen Leidenschaft des Arztes aus Hannover verdanken die Vegesacker ihren gut zwei Hektar großen Stadtgarten mit exotischen Pflanzen am Weserufer. „Vielleicht hat Roth das Angebot von Goethe auch abgelehnt, weil er sich um seine kranke Frau kümmern wollte“, mutmaßte der ehemalige Leiter des Bauamtes Bremen-Nord Christof Steuer, der eine der beiden Gruppen von Parkwanderern durch Vegesack führte. „Roth hatte nicht immer Glück im Leben, er hat zwei Ehefrauen verloren, die an Schwindsucht starben.“ Nach dem Roth selber 1834 starb, kaufte der Senator W. A. Fritze den Garten und baute sich eine Villa an den Weserhang. Bis vor kurzem wurde dieses Gebäude als Ortsamt genutzt, jetzt soll es verkauft werden.
Der gesamte Stadtgarten ging 1929 in den Besitz der Stadt Vegesack über. „Der Garten ist so etwas wie der Bürgerpark der Vegesacker“, erklärte Christof Steuer. „Die Stadt konnte nicht alle Kosten für den Garten tragen, vor allem für die Unterhaltung, und deshalb wurde der Stadtgartenverein gegründet.“ So hätten beispielsweise zwei Lehrer aus dem Vorstand des Vereins mit ihren Schulklassen und einer Starthilfe der Stadt das angeschwemmte Marschland bearbeitet und Bäume gepflanzt.
Auch zur Geschichte des Vegesacker Hafens, an dem sich die Bremer Parkwanderer zunächst versammelten, kann Steuer einige Details liefern. „Die gesamte Geschichte Vegesacks beginnt ja mit dem Hafen“, sagte er. Der Hafen und das historische Havenhaus wurden Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Später stachen Heringsfischer und Grönlandfahrer von hier aus in See. Direkt am Hafen befindet sich auch die Gaststätte „Grauer Esel“, die um 1777 gebaut wurde. Der Name beruht auf einer verkaufsfördernden Idee eines frühen Besitzers: Er behauptete, der berühmte Esel hätte hier Station gemacht, bevor er sich mit den anderen Stadtmusikanten zusammentat.
Nach dem rund zweistündigen Rundgang durch Vegesack traten die Parkwanderer den Rückweg an. Mitte August treffen sie sich dann zum Wandern und Lustwandeln im Park links der Weser.




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