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Bremen Hochburg der Einbrecher

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Immer öfter muss die Polizei in Bremen und bremerhaven ausrücken, um Spuren von Einbrechern zu sichern. 

Dutzende Menschen in Deutschland erleben täglich den selben Albtraum: Einbrecher sind in die eigenen vier Wände eingedrungen und haben die persönlichsten Ecken durchsucht. 2011 stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche bundesweit um 9,3 Prozent. Von 132595 Fällen wurden lediglich 16,2 Prozent aufgeklärt. Das besagen die aktuellsten Zahlen der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik.

Die Lage in Bremen und Bremerhaven ist noch ernster: In Bremerhaven wurden im vergangenen Jahr 576 Wohnungseinbrüche pro 100.000 Einwohner registriert. Die Stadt liegt damit auf einem zweiten Platz der bundesweiten Statistik. Bremen liegt mit 506 Fällen auf Platz vier – noch weit vor Berlin, wo 318 Fälle pro 100.000 Einwohner erfasst wurden.

Trend seit zwei Jahren unverändert

Bremerhaven ist bekannt als Hochburg für Einbrecher: "Der Trend ist seit zwei Jahren unverändert", sagt Polizeisprecher Uwe Mikloweit. Allein von 2010 auf 2011 gab es ein Plus von 6,4 Prozent. Die Zahl in Bremen ist geradezu explodiert – 22 Prozent mehr Einbrüche als im Vorjahr. "Einbrecher sind vermehrt dort, wo es ihnen leicht gemacht wird", erklärt der Direktor des kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN), Christian Pfeiffer, auf die Frage nach den Ursachen. Einen großen Anteil habe die sehr geringe Aufklärungsquote, so Pfeiffer. In Bremen liegt sie bei 9,6 Prozent. Weitere Gründe sieht er in der Länge des Strafverfahrens und der geringen Zahl der Verurteilungen. "Wenn auf 100 angezeigte Fälle von Wohnungseinbrüchen nur ein Verurteilter kommt, dann ist das eine Einladung für Einbrecher", so Pfeiffer.

Prävention und Repression

In Bremen setzt man deshalb auf Prävention und Repression. In den Quartieren sei die sichtbare und die unsichtbare Präsenz gesteigert worden: "Der Kontrolldruck wurde erhöht", sagt Polizeipräsident Lutz Müller. Darüber hinaus verweist er auf künstliche DNA, täterorientierte Ermittlungen zum Beispiel bei Intensivtätern und das neu eingerichtete Präventionszentrum. "In der dunklen Jahreszeit werden temporär sogenannte regionale Eingreif- und Ermittlungsgruppen eingerichtet", ergänzt Müller.

Auch die Polizeibehörde Bremerhaven hat Gegenmaßnahmen ergriffen: Eine Ermittlungsgruppe mit mehr als 30 Beamten aus verschiedenen Abteilungen kümmert sich zusätzlich zur normalen Arbeit um das Schwerpunktthema. "Dazu werden verstärkt Streifen gefahren", sagt Mikloweit. Die Ermittler seien in Problembezirken häufiger unterwegs, hinzu kämen Informations- und Aufklärungsangebote. Es werde aber auch versucht, die Ursachen für die hohe Quote herauszufinden – dazu sei ein runder Tisch ins Leben gerufen worden.

Die Polizei vermutet Beschaffungskriminalität als Grund für den Anstieg, außerdem sind 2010 elf sogenannte Intensivtäter erwischt worden. Ende 2011 waren dem Vernehmen nach 80 bis 100 junge Täter bekannt, die die Beamten für den Einbruch-Boom verantwortlich machen. Viele stammten aus Familien, die schon in zweiter oder dritter Generation von Sozialhilfe leben. Einer davon sei schon 154 Mal aktenkundig geworden, so die Polizei.

Bremerhaven beteiligt sich gerade an einem Forschungsprojekt des KFN. Christian Pfeifer wertet dabei mit seinem Team rund 500 Fälle aus und versucht so, Fakten herauszufiltern, um Lösungen zu finden. Bremen wollte sich an diesem Projekt nicht beteiligen, sagt der frühere niedersächsische Justizminister. In Bremen untersucht hingegen der Forscher Thomas Feltes die Probleme. "Es werden die polizeilichen Strategien grundlegend überprüft, durch gemeinsame Workshops, Aktenauswertung und Opferbefragungen. Ergebnisse erwarten wir bis Ende des Jahres", sagt Müller.

Christian Pfeiffer ist davon weniger überzeugt: "Wir haben Sorge, dass die Forschung in Bremen zu wenig umfassend ausfällt, weil der Vergleich mit positiven Beispielen fehlt." Das Projekt des KFN besteht aus einem Fünf-Städte-Vergleich: Berlin und Bremerhaven, die sehr ähnliche Probleme haben, zudem Hannover und zwei Städte aus Süddeutschland, in denen sich die Anzahl an Wohnungseinbrüchen in Grenzen hält. "Wir hoffen, aus diesem Vergleich Schlüsse zu ziehen, was in Bremerhaven besser gemacht werden muss", sagt Christian Pfeiffer. 



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