
Lage, Lage, Lage lautet die angestammte Losung von Maklern, wenn sie Werturteile über Gebäude abgeben. In diesem Fall hat der Ort der bevorstehenden Bauaktivitäten auf dem Stadtwerder einen außergewöhnlichen Charakter: Die Geräuschkulisse der Bremer Innenstadt ist weit weg, gleichwohl sind Marktplatz und Dom auch zu Fuß in kurzer Zeit zu erreichen; rings um die neuen Gebäude ist viel Grün, und sowohl die kleine als auch die große Weser sind kaum einen Steinwurf entfernt. Letzteres gab den Anstoß für die Namensnennung des Baugebiets: "Riverside".
Nicht nur der Standort auf dem Stadtwerder, sondern auch die gewählte Wohnform soll etwas Besonderes sein. "Während alle übrigen Anbieter auf dem Stadtwerder ausschließlich Eigentumswohnungen errichten, beginnen wir jetzt mit dem Startschuss für den Bau von neun Stadthäusern," erklärt Jürgen Lüthge, Geschäftsführer der Brebau. Dem Architekten Carsten Lorenzen sei es gelungen, eine "moderne Interpretation" des Bremer Hauses zu finden, das ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut worden und bis heute ein beliebter Haustyp geblieben sei. Der Däne habe mit seinem Entwurf gezeigt, so der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft, "welche großartigen Möglichkeiten das Prinzip des ,Bremer Hauses' auch im neuen Jahrtausend bietet".
"Ein Haus, eine Partei" - dies ist, so Jürgen Lüthge, das Grundkonzept für die Bebauung. Die Gebäude, die im Herbst kommenden Jahres bezugsfertig sein sollen, hätten - angelehnt eben an "Bremer Haus"-Typen - drei oder vier Stockwerke, ein großes Raumangebot im Inneren, eine Straßenseite und eine Gartenseite für ungestörten Rückzug. Bewusst wurde nach seinen Worten auf den Bau von Tiefgaragen verzichtet, stattdessen seien die Garagen ebenerdig in das Haus integriert.
"Das Bremer Haus ist meist im Ensemble gebaut worden," erklärt Jürgen Lüthge. Und so solle es auch auf dem Stadtwerder sein. Wenn der Geschäftsführer über die Gebäude spricht, benutzt er den Begriff "Familie": Alle gehörten optisch zusammen, und doch gleiche keines genau dem anderen - es werde ein Ensemble geben, aber "nicht mit Klonen". Es gebe unterschiedliche Grundstücksbreiten und unterschiedliche Gebäudehöhen.
Anders als bei den Häusern in älteren Stadtvierteln Bremens habe zu den gestalterischen Vorgaben für die Bebauung zwischen kleiner Weser und Weser "die kubische Form" gehört, so Jürgen Lüthge. "Ein Satteldach wird es nicht geben." Vor diesem Hintergrund sei auch entschieden worden, dass jedes einzelne Haus nicht nur einen Garten, sondern auch eine Dachterrasse hat. Lüthge macht keinen Hehl daraus, dass um die Platzierung dieser Terrassen eine Weile gerungen worden sei.
"Es wurde dann eigens ein Modell mit den Häusern gebaut, damit wir das beste Arrangement finden konnten," sagt er. Das Ergebnis: Die Dachterrassen sind nun versetzt angeordnet - einmal weiter vorne auf dem Gebäudegrundriss, dann weiter hinten -, sodass jeder Eigentümer sein Refugium für sich genießen kann und nicht befürchten muss, dass der Nachbar unwillkürlich alle Unterhaltungen mithören oder gar in die Kaffeetasse gucken kann.
Die Gebäude, die im rechten Winkel zum Wasser angeordnet sind, um buchstäblich den Durchblick von der kleiner Weser zur Weser zu erlauben, sind mit dänischem Klinker eingekleidet. Videokameras mit Gegensprechanlage in allen Etagen sind für die Sicherheit der Hauseigentümer eingebaut.
Die drei-oder viergeschossigen "Bremer Häuser des 21. Jahrhunderts", so Jürgen Lüthge, bieten Platz in fünf bis acht Zimmern. Wünsche der Eigentümer allerdings könnten auch für Abweichungen sorgen. Das Raumangebot in den Gebäuden reicht von 173 bis 248 Quadratmetern.
Lage und Ausstattung haben beim Wohnen in der Nachbarschaft des Wasserwerks ihren Preis. Ein Haus mit 173 Quadratmeter Fläche ist nach Angaben von Brebau-Geschäftsführer Jürgen Lüthge mit 490.000 Euro kalkuliert.




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