
Eine großzügige Gräfin, ein hinterlistiger Herzog und ein heldenhafter Bettler - die Legende vom Bürgerpark hat gutes Personal. Der Sage nach wollte die Lesumer Gräfin Emma den Bremern Weideland schenken, soviel wie ein Mann an einem Tag umschreiten kann. Doch ihr missgünstiger Schwager, der Herzog Benno von Sachsen, fürchtete um sein Erbe und wählte für diese Aufgabe einen verkrüppelten Bettler aus, den er am Wegesrand sah. Dieser jedoch schaffte es, an einem Tag um das gesamte, 450 Hektar große Gebiet herumzukriechen und es so den Bremern zu sichern. "Die Sage ist sehr schön", sagt auch der Direktor des Bürgerparks Werner Damen. "Doch die Geschichte sieht etwas anders aus."
Denn eigentlich war es Bischof Hartwig I., der im Jahre 1159 im so genannten „Weidebrief“ das Weiderecht für alle Einwohner Bremens auf dem Gelände des heutigen Bürgerparks bekundete. Nachdem das Gebiet als Weide an Bedeutung verlor begann schließlich die private bürgerliche Initiative „Comité zur Bewaldung der Bürgerweide“ 1866 damit, einen für alle zugänglichen Park für alle Bremer einzurichten.
Heute ist der Bürgerpark mit dem Stadtwald der größte zusammenhängende Park Bremens. Bei einer Gesamtgröße von 202 Hektar gibt es ein Wegenetz von über 30 Kilometern – der Bürgerpark ist eines der beliebten Naherholungsziele für gestresste Bremer. Bei der Wanderung des Landesbetriebssportverbandes betonte Parkdirektor Werner Damke, wie wichtig das Engagement der Bremer für den Erhalt des Parks sei. Innensenator Mäurer, der die Parkwanderer begleitete, pflichtete ihm bei. „Die Stadt kann das nicht leisten“, sagte er. „Der Bürgerparkverein ist deshalb auf die Spenden angewiesen.“
Zu den Aufgaben des Vereins zählt nicht nur, Bäume, Wiesen und Gewässer zu pflegen. Auch die über 50 Gebäude und zahlreichen Brücken auf dem Gelände müssen instand gehalten werden. Parkdirektor Werner Damke ist seit 23 Jahren dabei, bald will er aufhören. "Dieser Job ist nicht etwas, dass man drei oder vier Jahre lang macht, das ist fast eine Lebensaufgabe. Aber ich glaube, dass mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin das auch gut machen werden, insofern kann ich beruhigt meinen Hut nehmen", sagt er.
Die Parkwanderer machten sich nach dem zweieinhalbstündigen Rundgang wieder auf den Heimweg. Am 16. Juli treffen sie sich am Bahnhof Vegesack, um den Vegesacker Stadtgarten zu erkunden.





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