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Lebensgefährlicher Darmvirus EHEC in Bremen Sieben Patienten liegen auf der Intensivstation

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Das Verhalten des EHEC-Erregers gibt Medizinern wie Werner Wunderle, Leiter der „Infektionsepidemiologie“ de
Das Verhalten des EHEC-Erregers gibt Medizinern wie Werner Wunderle, Leiter der „Infektionsepidemiologie“ de

Der gefährliche Erreger hat das Land Bremen am 10. Mai erreicht, den bisher letzten Verdachtsfall gab es am 17. Mai. Zehn Infektionen zählt das Gesundheitsamt im Stadtgebiet, 43 sind es in Bremerhaven. Dort stammen allerdings 24 Patienten aus dem Landkreis Cuxhaven, der keine geeigneten Einrichtungen hat, um mit dem EHEC-Erreger infizierte Patienten zu versorgen. Ob es sich bei allen Verdachtsfällen tatsächlich um das EHEC-Bakterium handelt, sollen Labortests zeigen. Die ersten EHEC-Infektionen wurden gestern schon bestätigt.

Keim löst blutigen Durchfall aus

EHEC bezeichnet einen Darmkeim, der normalerweise bei Tieren vorkommt. Er ist eine Sonderform der wichtigen Kolibakterien, die im Darm Nährstoffe spalten und für die Abwehr von Krankheitserregern sorgen. Das Enterohämorrhagische Escherichia Coli-Bakterium (EHEC) setzt jedoch beim Menschen gefährliche Giftstoffe frei, die lebensbedrohliche Krankheiten auslösen können.

Der Erreger kann blutige Durchfälle verursachen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe, bei schweren Krankheitsverläufen auch Blutarmut, Gefäß- und Nierenschäden. Das Robert Koch-Institut hat seit Einführung der Meldepflicht 2001 in Deutschland jährlich zwischen 800 und 1200 EHEC-Erkrankungen registriert. Was den Medizinern dieses Mal jedoch Rätsel aufgibt, ist das Verhalten des Erregers. "Er befällt eigentlich Kinder und Jugendliche", sagt Werner Wunderle, Leiter der "Infektionsepidemiologie" des Bremer Gesundheitsamtes. Dass jetzt Erwachsene betroffen sind, ist untypisch.

Die aktuelle Welle hat ihren Ursprung in Schleswig-Holstein, wo bereits am 6. Mai der erste Patient behandelt werden musste. Seitdem breitet sich der Erreger immer weiter gen Süden aus. Die aggressive Durchfallerkrankung hat Mecklenburg-Vorpommern erreicht, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und seit gestern sogar Hessen: In Frankfurt am Main liegen bereits zwei Patienten im künstlichen Koma.

"In Bremen haben wir es bisher nur mit einem Ausläufer zu tun", sagt Wunderle. In Hamburg dagegen ist die Lage am Wochenende offenbar angespannt gewesen. Es habe Anfragen gegeben, "ob andere Kliniken Hamburger Patienten übernehmen könnten, weil in den eigenen Krankenhäusern keine weiteren Dialyseplätze zur Verfügung standen", sagt Wunderle. So weit sei Bremen noch lange nicht, allerdings, könne niemand sagen, ob die Krankheitswelle noch weiter durch Bremen rollt, oder ob sie schon abebbt.

Auffällig ist, dass überwiegend Frauen betroffen sind. "Knapp drei Viertel aller Bremer Patienten sind weiblich", sagt Wunderle. Gesunde, junge Frauen, die sich bewusst ernährt haben, und genau so könnten sie sich mit dem gefährlichen Erreger infiziert haben. Die Patientinnen hatten in den Befragungen abgegeben, viel Salat und Gemüse zu essen. Ungewaschenes Gemüse gilt als ein möglicher Übertragungsweg, die Keime können jedoch auch durch direkten Kontakt mit Tieren, sowie über verunreinigte Lebensmittel - zum Beispiel Rindfleisch oder Rohmilch - übertragen werden. Wunderle: "Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei normaler Hygiene jedoch so gut wie ausgeschlossen."

Dass Salat und Gemüse als möglicher Krankheits-Überträger in den Fokus der Mediziner gerückt sind, macht eine Prognose schwierig, ob sich der Erreger weiter ausbreiten wird. "Es kann sein, dass in irgendwelchen Kühlschränken oder Kühlhäuser noch immer Lebensmittel liegen, die mit dem Erreger belastet sind." Sobald diese Lebensmittel verarbeitet werden, "kann es zu weiteren Fällen kommen".

Problematisch ist an der EHEC-Erkrankung, dass nur die Symptome, aber nicht die Ursache selbst behandelt werden kann. Der Flüssigkeitsverlust könnte ausgeglichen werden, und das Blut gereinigt. Aber Antibiotika, wie sie sonst bei einer bakteriellen Infektion zur Standard-Therapie gehören, sollten einem EHEC-Patienten nicht verschrieben werden. "Beim Abtöten des Erregers könnten zusätzliche Giftstoffe freigesetzt werden, die das Krankheitsbild noch einmal verschlechtern." Also müssten die Patienten durchhalten, sagt Mediziner Wunderle.

Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, braucht es nicht viel. "Man sollte darauf achten, sich regelmäßig die Hände zu waschen, denn bei EHEC handelt es sich um eine klassische Schmierinfektion", erklärt der Mediziner. Wenn Hygiene-Standards eingehalten werden, ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch so gut wie ausgeschlossen. Bei der Zubereitung von Lebensmitteln reiche es, die Zutaten gut zu garen, "da der Erreger bereits bei einer Temperatur von 80 Grad abgetötet wird". Salate sollten vor dem Essen gut gewaschen werden.



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Leserkommentare
svwhesse2 am 24.05.2013 19:35
@Paulchen 77

vielen Dank für deinen Kommentar. Genauso sehe ich das auch!!
Netzorath am 24.05.2013 19:13
@adagiobarber

Es hält sich aber weiterhin das Gerücht, Scholl habe hier etwas gekauft und komme zu Werder. Für die Jugendarbeit, als ...
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