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Viele Schwachhauser mit Vorbehalten Umfrage: Skepsis gegenüber Flüchtlingswohnheim

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Die leerstehende Schule an der
Thomas-Mann-Straße im Bremer Stadtteil Schwachhausen kommt als Übergangswohnheim
für Flüchtlinge infrage.

Viele Schwachhauser meinen, es kämen Probleme in den den Stadtteil, wenn die geplante Übergangsunterkunft für Flüchtlinge in der Thomas-Mann-Straße Realität wird. Die wenigsten Anrainer glauben, dass es keine Schwierigkeiten geben wird, wenn in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Notunterkünfte für bis zu 60 Flüchtlinge entstehen.

Über eben dieses Vorhaben berät derzeit die Politik (wir berichteten). Das Sozialressort hatte das Ortsamt in der vergangenen Woche darüber informiert, dass das Schwachhauser Schulgebäude als "temporäre Notunterkunft" infrage kommen könnte, wenn die Zahl der Flüchtlinge weiter steigt. Zudem bat die Behörde den Beirat um seine Zustimmung für das Vorhaben.

Wenn es nach Tim Roßmüller geht, würden die Räume in der Thomas-Mann-Straße anderweitig genutzt. "Ich würde es lieber sehen, wenn dort eine Einrichtung für Jugendliche entsteht", sagt der Anwohner. Man wisse bei einer Flüchtlingsunterkunft schließlich nie, "was für Leute da so kommen".

Für Beiratssprecherin Barbara Schneider ist es selbstverständlich, Flüchtlingen zu helfen.

Ähnlich sieht das auch Uschi Schlömp. Sie befürchtet, dass in ihrer Nachbarschaft die Jugendkriminalität ansteigen könnte, sobald die ersten Flüchtlinge in die Thomas-Mann-Straße gezogen sind. "Anderseits bin ich mir bewusst, dass sie dringend eine Unterkunft brauchen. Viele haben in ihrer Heimat Schlimmes erlebt."

Beiratssprecherin Barbara Schneider (Die Grüne) kann die Vorbehalte nicht nachvollziehen. "Ich finde es selbstverständlich, dass man Menschen in Not hilft. Man darf nicht vergessen, dass sich viele von ihnen mit der Flucht das Leben gerettet haben. Natürlich sind sie hier willkommen", sagt sie. Zwar seien die meisten Bürgerstimmen, die sie bisher erreicht hätten, positiv. Aber es gebe auch einige wenige Kritiker. "Verallgemeinerungen wie, dass alle Flüchtlinge Verbrecher sind und dadurch die Kriminalitätsrate steigen könnte, lehne ich ab", sagt Schneider.

Philipp Heyken aus der Busestraße steht einer möglichen Notunterkunft offen gegenüber. "Warum sollte ich ein Problem damit haben?", fragt er. "Ich sehe da keine Gefahren, und irgendwo müssen die Menschen ja auch hin."

Markus Heinrich sieht das Vorhaben sogar als Chance für die Schwachhauser. "Auf diese Weise werden sie mit anderen sozialen Schichten konfrontiert, die sonst nicht in diesem Stadtteil vertreten sind", sagt er.

Eine Anwohnerin, deren Name nicht genannt werden soll, hat eben damit ein Problem: "Ich weiß aus beruflicher Erfahrung, wie schwierig es ist, Tür an Tür mit Flüchtlingen zusammenzuleben", sagt sie. "Es ist nicht nur die fremde Kultur, auf die man sich einstellen muss. Viele von ihnen pflegen auch einen anderen Umgang mit Müll." Ähnlich sieht das auch Michael Vogel aus der Hartwigstraße: "Ich kann mir vorstellen, dass die Flüchtlinge ihren Familien schreiben, wie gut es ihnen geht, und dass sie dann auch nachkommen", sagt er. "Die haben eine ganz andere Mentalität als wir."

Aussagen wie diese dürften bei vielen Schwachhauser Politikern für Erstaunen sorgen. Rainer Hamann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, sagt, es habe seines Wissens nach bisher noch keine negative Resonanz auf die Pläne gegeben. Am vergangenen Donnerstag sei er mit vielen Bürgern darüber ins Gespräch gekommen – die meisten hätten sich aber eher nach Themen wie Kinderbetreuung oder Bauvorhaben erkundigt. "Gegenüber der möglichen Flüchtlingsunterkunft haben sich eigentlich alle solidarisch gezeigt", berichtet der SPD-Politiker. "Schwachhausen ist weltoffen."

Ortsamtsleiterin Karin Mathes (Die Grüne) betont noch einmal, dass es sich bei der möglichen Notunterkunft in der Thomas-Mann-Straße um eine Übergangslösung handele. Bis Jahresende soll eine Ausschreibung für das Areal erarbeitet werden. Dann beginnt die Suche nach Investoren. Auf dem alten Schulgelände sollen langfristig bezahlbare Wohnungen, eine Kinderbetreuung und Stadtvillen entstehen. "Wir können das Gebäude bis dahin leerstehen lassen, oder wir machen die Schule auf, um den Flüchtlingen würdigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen."

Ansgar Matuschak, Sprecher der CDU-Beiratsfraktion, möchte das Sozialressort mehr in die Pflicht nehmen. "Es gibt noch zu viele offene Fragen", sagt er. Beispielsweise wünsche er sich von der Behörde eine verpflichtende Aussage darüber, dass die Unterkunft nur temporär eingerichtet wird, damit an dem Standort später – wie vorgesehen – neue Kita-Plätze entstehen könnten. Zudem müssten zuerst auch die Kosten für die Umbaumaßnahmen an der Schule geprüft werden. "Es steht außer Frage, dass wir unserer Verantwortung gerecht werden wollen und die Flüchtlinge aufnehmen werden. Aber es darf eben kein politischer Schnellschuss sein." Der Beirat Schwachhausen/Vahr entscheidet am 20. Dezember über die mögliche Unterkunft.



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