
Die leerstehende Schule an der
Thomas-Mann-Straße im Bremer Stadtteil Schwachhausen kommt als Übergangswohnheim
für Flüchtlinge infrage.
Über eben dieses Vorhaben berät derzeit die Politik (wir berichteten). Das Sozialressort hatte das Ortsamt in der vergangenen Woche darüber informiert, dass das Schwachhauser Schulgebäude als "temporäre Notunterkunft" infrage kommen könnte, wenn die Zahl der Flüchtlinge weiter steigt. Zudem bat die Behörde den Beirat um seine Zustimmung für das Vorhaben.
Wenn es nach Tim Roßmüller geht, würden die Räume in der Thomas-Mann-Straße anderweitig genutzt. "Ich würde es lieber sehen, wenn dort eine Einrichtung für Jugendliche entsteht", sagt der Anwohner. Man wisse bei einer Flüchtlingsunterkunft schließlich nie, "was für Leute da so kommen".

Für Beiratssprecherin Barbara Schneider ist es selbstverständlich, Flüchtlingen zu helfen.
Beiratssprecherin Barbara Schneider (Die Grüne) kann die Vorbehalte nicht nachvollziehen. "Ich finde es selbstverständlich, dass man Menschen in Not hilft. Man darf nicht vergessen, dass sich viele von ihnen mit der Flucht das Leben gerettet haben. Natürlich sind sie hier willkommen", sagt sie. Zwar seien die meisten Bürgerstimmen, die sie bisher erreicht hätten, positiv. Aber es gebe auch einige wenige Kritiker. "Verallgemeinerungen wie, dass alle Flüchtlinge Verbrecher sind und dadurch die Kriminalitätsrate steigen könnte, lehne ich ab", sagt Schneider.
Philipp Heyken aus der Busestraße steht einer möglichen Notunterkunft offen gegenüber. "Warum sollte ich ein Problem damit haben?", fragt er. "Ich sehe da keine Gefahren, und irgendwo müssen die Menschen ja auch hin."
Markus Heinrich sieht das Vorhaben sogar als Chance für die Schwachhauser. "Auf diese Weise werden sie mit anderen sozialen Schichten konfrontiert, die sonst nicht in diesem Stadtteil vertreten sind", sagt er.
Eine Anwohnerin, deren Name nicht genannt werden soll, hat eben damit ein Problem: "Ich weiß aus beruflicher Erfahrung, wie schwierig es ist, Tür an Tür mit Flüchtlingen zusammenzuleben", sagt sie. "Es ist nicht nur die fremde Kultur, auf die man sich einstellen muss. Viele von ihnen pflegen auch einen anderen Umgang mit Müll." Ähnlich sieht das auch Michael Vogel aus der Hartwigstraße: "Ich kann mir vorstellen, dass die Flüchtlinge ihren Familien schreiben, wie gut es ihnen geht, und dass sie dann auch nachkommen", sagt er. "Die haben eine ganz andere Mentalität als wir."
Aussagen wie diese dürften bei vielen Schwachhauser Politikern für Erstaunen sorgen. Rainer Hamann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, sagt, es habe seines Wissens nach bisher noch keine negative Resonanz auf die Pläne gegeben. Am vergangenen Donnerstag sei er mit vielen Bürgern darüber ins Gespräch gekommen – die meisten hätten sich aber eher nach Themen wie Kinderbetreuung oder Bauvorhaben erkundigt. "Gegenüber der möglichen Flüchtlingsunterkunft haben sich eigentlich alle solidarisch gezeigt", berichtet der SPD-Politiker. "Schwachhausen ist weltoffen."
Ortsamtsleiterin Karin Mathes (Die Grüne) betont noch einmal, dass es sich bei der möglichen Notunterkunft in der Thomas-Mann-Straße um eine Übergangslösung handele. Bis Jahresende soll eine Ausschreibung für das Areal erarbeitet werden. Dann beginnt die Suche nach Investoren. Auf dem alten Schulgelände sollen langfristig bezahlbare Wohnungen, eine Kinderbetreuung und Stadtvillen entstehen. "Wir können das Gebäude bis dahin leerstehen lassen, oder wir machen die Schule auf, um den Flüchtlingen würdigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen."
Ansgar Matuschak, Sprecher der CDU-Beiratsfraktion, möchte das Sozialressort mehr in die Pflicht nehmen. "Es gibt noch zu viele offene Fragen", sagt er. Beispielsweise wünsche er sich von der Behörde eine verpflichtende Aussage darüber, dass die Unterkunft nur temporär eingerichtet wird, damit an dem Standort später – wie vorgesehen – neue Kita-Plätze entstehen könnten. Zudem müssten zuerst auch die Kosten für die Umbaumaßnahmen an der Schule geprüft werden. "Es steht außer Frage, dass wir unserer Verantwortung gerecht werden wollen und die Flüchtlinge aufnehmen werden. Aber es darf eben kein politischer Schnellschuss sein." Der Beirat Schwachhausen/Vahr entscheidet am 20. Dezember über die mögliche Unterkunft.






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Wäre das ein Bericht aus Mecklenburg-Vorpommern, wo man zwar zugegebenermaßen mit häufig unaktzeptablen Sprüchen die Ängste vor den "Fremden" ausdrückt, die im Wesen jedoch dieselben sind, möchte ich gar nicht wissen, in welche Ecke man sie stellen würde.
Man muss wohl aufpassen, dass man sich nicht in die Nähe des Glatteises des Messens mit zweierlei Maß begibt ...
Das Flüchtlingen geholfen werden muss, steht außer Frage. Nur leider handhabt Bremen es äußerst lasch mit Anerkennungen. Und so kommen immer wieder Wirtschaftsflüchtlinge u.a. durch.
Diese Laschheit, dieses pseudo-soziale Gewäsch der Grünen z.B. (wie Frau Roth unlängst bei Maischberger zum Thema) führt ja erst zum Unmut in allen Bevölkerungsschichten. Der geduldete Missbrauch führt zur Ablehnung von Flüchtlingen im Ganzen.
Würden die Flüchtlings-Aussengrenzen (Airport) z.B. so gemanaged wie in anderen Bundesländern, würden ankommende Flüchtlinge erst einmal die Flughafen nicht verlassen und die Chance bekommen, ihre Ausweispapiere zu "verlieren" oder zu vernichten. Stellt sich heraus, dass jemand kein echter Flüchtling ist, bleibt er am Airport in Gewahrsam und die Airline, die ihn gebracht hat, muss ihn wieder mit nehmen.
Keine Frage, Flüchtlingen muss geholfen werden! Bremen hat ohnehin eine sehr hohe Bevölkerungsdichte und nun sollen Flüchtlinge aus sehr armen Verhältnissen in einer der reichsten Stadtteilen Bremens übergangsweise leben? Hier klafft die Schere zwischen Arm und Reich sehr extrem. Ist das wirklich eine gute Idee? Ich denke nicht. Obendrein kommt hinzu das Bremen einer hochveschuldetsten Bundeslänern gehört. Nun holen wir und noch einen weiteren Ausgabenposten hinzu? Das kann es nicht sein, auf der einen Seite ist keine Geld für die Bildung da, so das selbst Frau Pieper auf die Idee gekommen ist zurückzutreten, angseichts von Stundenstreichungen an Bremer Schulen mangels Geld um Lehrer zu entlohnen. Tagesmütter gehen durchaus ein halbes Jahr in Vorleistung bis Gelder gezahlt werden, mangels Geld um Sozialzentren mit ausreichend Personal auszustatten. Kein Politiker, auch nicht Frau Stahmann warten mehrere Monate auf ihr Geld! Das ist für mich und auch viele andere unverständlich. Nun soll eine ehemalige Schule zu einem Millionenbetrag umgebaut werden um diese Flüchtlingstauglich zu machen, ganz zu schweigen von den Betriebskosten des Gebäudes und Sozialleistungen die Bremen zusätzlich aufbringen muss. Sicher muss Flüchtlingen geholfen werden, dies sollte vornehmlich die Aufgabe Finanzstärkerer Bundesländer sein und nicht eins der ärmsten.