
Wie geht es weiter mit dem Unibad? Diese Frage bereitet den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung seit einiger Zeit Kopfzerbrechen. Die grobe Zielrichtung steht: Die Bremer Bädergesellschaft soll das Bad übernehmen, denn die Uni braucht es für die Ausbildung ihrer Studenten kaum noch. Klar ist auch: Die Einrichtung muss saniert werden. Nötig sind dafür nach bisherigen Schätzungen mindestens acht Millionen Euro.
Offen aber ist: Was wird aus den Angeboten des Vereins für Hochschulsport? Er organisiert derzeit nach eigenen Angaben etwa 70 Kurse pro Woche und lastet das kleinere Studiobad – ein 25-Meter-Becken, dessen Boden sich in der Höhe verstellen lässt – damit praktisch aus. Die Zeit dränge, heißt es, denn die Planungen fürs Wintersemester müssten jetzt eigentlich vorangetrieben werden. Hintergrund: Der 1. Oktober, also der Beginn des Wintersemesters, gilt als möglicher Übergabetermin des Unibades an die Bäder GmbH.
Drei Behörden entscheiden
"Mit uns hat die Bremer Bädergesellschaft bisher nicht gesprochen", sagt Ulrich Meseck, Vorsitzender des Vereins für Hochschulsport. "Allerdings", ergänzt er, "sind wir auch nicht der Verhandlungspartner." Vielmehr verhandelten Bremer Bädergesellschaft und Universität über die Übergabe des Unibades, zu dem ein 50-Meter-Becken, das Studiobad und ein Nichtschwimmerbecken gehören. Außerdem beteiligt an der Entscheidung sind Innenbehörde (zuständig für die Bäder GmbH), Wissenschaftsbehörde (verantwortlich für die Uni) und die Finanzbehörde. Sie muss ihr Einverständnis geben, damit die nötigen Millionen für die Sanierung des Unibades fließen können.
Dabei steht der Verein für Hochschulsport unter Zeitdruck. Bis Ende Juli, erklärt Meseck, brauche der Verein Klarheit darüber, wie er fürs Wintersemester planen kann. Denn Ende Juli geht der Veranstaltungskalender in Druck. Innenstaatsrat Holger Münch habe dem Verein zugesichert, spätestens Ende des Monats verbindlich zu erklären, wie die Situation im Herbst aussehen wird. Hans-Joachim Orlok, an der Uni zuständig für den Bereich technischer Betrieb und Bauangelegenheiten, erklärt: Der Überlassungsvertrag zwischen Uni und Bäder GmbH sei so weit ausgearbeitet, dass er von den drei beteiligten Ressorts unterschrieben werden könnte. Uni und Bäder GmbH seien nur noch dabei, letzte technische Details zu klären – eine Sache von wenigen Wochen. Aus Sicht der Uni sei es "wünschenswert", das Bad zum Herbst an die Bädergesellschaft zu übergeben.
Bastienne Ehl, Sprecherin der Bäder GmbH, erklärt nach Rücksprache mit Geschäftsführerin Martina Baden, aktuell stehe nicht fest, welche Flächen an die Bädergesellschaft übergeben werden. Derzeit seien Bädergesellschaft und Uni noch dabei zu klären, ob und wie das Unibad technisch aus dem Betrieb der Universität herausgetrennt werden könne. Rainer Gausepohl, Sprecher von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), bestätigt, es liege ein Überlassungsvertrag vor. Nun müssten sich die beteiligten Ressorts dazu positionieren. Erst danach könne der zeitliche Ablauf festgezurrt werden. Ähnlich äußert sich die Sprecherin des Finanzressorts, Dagmar Bleiker: "Es gibt noch keinen zwischen allen drei Ressorts abgestimmten Vertrag." Karla Götz, Sprecherin von Wissenschaftssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD), bestätigt sowohl die Existenz des Überlassungsvertrages als auch das Datum für die angepeilte Übergabe des Unibades: 1. Oktober. Schwerpunkt auch der künftigen Nutzung des Unibades sei der Sport. Das sei Anfang des Jahres in einem Konzept für alle Bremer Bäder vereinbart worden.
Der Verein für Hochschulsport organisiert im Auftrag der Uni Sportangebote für Studierende und Mitarbeiter. Alle Kurse stehen aber auch der übrigen Bevölkerung offen. Mit seinen Angeboten lastet der Verein das Studiobad von 8 bis 22 Uhr nahezu aus. Demnach gibt es pro Woche etwa 70 Kurse mit knapp 1700 Teilnehmern, etwa ein Drittel von ihnen kommen nicht von der Uni. Die Kurse sind laut Verein fast alle ausgebucht, zum Teil gibt es Wartelisten. Etwa 300 Kinder lernten in den Kursen pro Semester schwimmen, beliebt seien außerdem die Mutter-Kind-Angebote. Das Preisgefüge ist auf die finanziellen Möglichkeiten der Kunden zugeschnitten. 25 Euro pro Kursus und Semester für Studenten und 47 Euro für Uni-externe Teilnehmer sind die Regel. Die Befürchtung von Fachleuten: Unter der Regie der Bädergesellschaft werden die Preise steigen und viele Besucher wegbleiben. Das Unibad, so die Einschätzung, lasse sich aber nur mit Angeboten, die sich an den Bedürfnissen der jetzigen Nutzer orientieren, erfolgreich betreiben.






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