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Familiensonntag am 9. September Viertelfest schrumpft um zwei Drittel

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Die Sielwallkreuzung beim Viertelfest. So bunt und lebhaft wird sie bei der Feier in diesem Jahr nicht sein.
Die Sielwallkreuzung beim Viertelfest. So bunt und lebhaft wird sie bei der Feier in diesem Jahr nicht sein.

So wie es in den vergangenen Jahren gefeiert wurde, wird das Viertelfest diesmal nicht sein. Die Organisatorin des Festes, Iris Raschke, und Ortsamtsleiter Robert Bücking kündigten an, dass statt des sonst dreitägigen Festes nur noch ein verkaufsoffener Familiensonntag geplant ist. Am 9. September soll es von 11 bis 19 Uhr "einen schönen Sonntag" geben, "eine Einladung hauptsächlich an Familien und "Leute, die gern bummeln", sagte Bücking. Eine Bühne soll am "Litfaß" aufgebaut werden, außerdem will man Straßenmusik, Aktionen für Kinder und einen Käsekuchenwettbewerb bieten.

Diese Pläne seien eine Art Atempause, betonte Bücking. Die Stadtteilpolitik, aber auch Kaufleute, Kulturschaffende und die Anwohner im Viertel sollten sich jetzt überlegen, wie es mit dem Viertelfest weitergeht.

Die Organisatoren hätten sich viele Gedanken gemacht, wie das Fest in diesem Jahr aussehen könnte, sagte Iris Raschke. Sie hätten wegen der Sicherheit der Veranstaltung beraten und auch schon Bands eingeladen. Gerade sei man dabei, einigen Gruppen wieder abzusagen oder sie an anderen Spielorten in Bremen unterzubringen.

Großmarkt ist nicht mehr dabei

Die Verkleinerung des Viertelfests hat laut Bücking keine finanziellen Gründe. Die Kosten hätten wohl erwirtschaftet werden können. Allerdings sei das Fest zu groß für den Stadtteil geworden; es könne die ursprünglichen Ziele nicht mehr erfüllen – den Besuchern zu vermitteln, wie vielseitig, überraschend und interessant das Viertel eigentlich sei. "Mit dem Kulturprogramm können wir die Veranstaltung kaum noch prägen."

Zu möglichen Sicherheitsauflagen wollte sich weder Bücking noch das Stadtamt äußern. Es sei noch kein Antrag für die Genehmigung des Straßenfestes eingereicht worden, hieß es im Amt.

"Die Veranstaltung ist so groß geworden, so populär, dass sie in diesen Dimensionen kaum noch verantwortungsvoll zu organisieren ist", sagte Bücking. Jeder, der große Open-Air-Veranstaltungen plane, habe nach der Erfahrung von Duisburg, als bei einer Massenpanik auf der "Love Parade" vor zwei Jahren 21 Menschen starben, unweigerlich die Verantwortung, das Sicherheitskonzept "noch mal ganz klar zu überdenken".

Den Ulrichsplatz bezeichnete Bücking als einen Engpass. Dort hätten sich im vergangenen Jahr viele Menschen gedrängt. "Zum Glück ist nichts passiert." Aber wenn Menschenmassen vom Sielwall und vom Goetheplatz aus zum Ulrichsplatz strömten, gebe es für diejenigen, die in der Mitte stehen, keine Fluchtwege.

Knapp zehn Jahre lang hat sich der Großmarkt um die Sicherheit, Verkehrsregelung, Toiletten, Bewirtung, Gema und andere Formalitäten gekümmert. In diesem Jahr ist er nicht mehr dabei. Über die Gründe wollten aber Bücking und der Geschäftsführer des Großmarktes, Uwe Kluge, keine Auskunft geben. "Die Entscheidung, was und wie etwas stattfinden soll, ist im Ortsamt getroffen worden", kommentierte Kluge knapp. Alle weitere Fragen seien an Bücking zu richten, der dazu ebenfalls schweigt.

Einige Bands kommen

Als Partner des Viertelfestes tritt in diesem Jahr die Interessengemeinschaft "Das Viertel" auf. Zusammen mit dem Programmbüro organisiert sie den verkaufsoffenen Sonntag und kümmert sich um die Infrastruktur und Sicherheit. Iris Raschke schränkte aber ein: "Wir vom Programmbüro sind vor allem für die Kultur zuständig und nur für die Orte, an denen wir Kultur machen." Das sei aber nicht der Grund dafür, warum das Viertelfest verkleinert wird, sagten Raschke und Bücking. Vielmehr sei das Viertel für die Massen an Menschen, die die Veranstaltung anzieht, nicht ausgelegt.

Zunächst war überlegt worden, die Zahl der Bands – im vergangenen Jahr waren es 55 – auf die Hälfte zu reduzieren. Das hätte aber nicht den gewünschten Erfolg gehabt, sagte Bücking. Außerdem müssten immer die Fanclubs und Freundeskreise der Bands hinzugerechnet werden, die massenhaft zu den Konzerten kämen.

Einige Bands werden aber auch dieses Jahr auftreten, das hat das Programmbüro bereits veröffentlicht. Die Organisatoren rechnen aber nicht damit, dass zu diesen Konzerten Tausende von Menschen strömen werden.



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