
Die Osterwiese fängt bald an, aber ohne die "Krake". Die Bertelsmann-Stiftung hat eine neue Studie zum Lernen veröffentlicht, die Bremen berücksichtigt. Vom Flughafen gibt es Neues zu vermelden. Aber was davon ist wichtig genug für eine gut fünfminütige Web-TV-Nachrichtensendung? Viele Stunden, bevor um 17 Uhr "WESER-KURIER Aktuell" mit aktuellen Informationen aus der Region über die Internetadresse unserer Zeitung zu sehen ist, beginnt zumindest für einen kleinen Kreis von Mitarbeitern die Arbeit daran.
Seit einigen Wochen können Internetnutzer sich ihre aktuellen Informationen nicht nur auf der Homepage des WESER-KURIER unter www.weser-kurier.de in Wort und Bild holen. "WESER-KURIER Aktuell" fasst die wichtigsten Nachrichten und Ereignisse zusammen - liefert Bilder, Filme, Interviews und Studiotalks mit wechselnden Gesprächspartnern aus der gesamten WESER-KURIER-Redaktion. Online-Chefin Iris Hetscher ist mit dem Start ganz zufrieden. Sogar aus Texas gab es schon ein Echo. "Eine Bremerin, die vor 40 Jahren ausgewandert ist, schrieb auf Facebook, dass sie nun endlich wieder aktuelle Bremer Nachrichten sehen kann", erzählt Hetscher über die Rückmeldungen von Lesern.
Morgens bei der ersten Themenabsprache ist das Online-Team, unter dessen Federführung das Fernseh-Projekt läuft, erstmal unter sich, diskutiert über aktuelle Nachrichten und neue Informationen. Was wird die wichtigste Meldung? Welcher Kollege, welche Kollegin aus der Redaktion könnte als Studiogast eingeladen und zu seinem Thema des Tages befragt werden? Wer eignet sich für ein Live-Interview? Und vor allem: "Haben wir Bewegtbilder davon?"
Solche Fragen richten sich vor allem an Bastian Demann und Ivan Marinsky. Ersterer ist Videojournalist, beschafft sowohl Texte als auch Bilder für die Sendungen, während sein Kollege Marinsky als Mediengestalter für die Produktion zuständig ist. Er beherrscht die Technik für Licht, Ton, Bild und Schnitt, ist wie Demann aber auch mit der Kamera unterwegs und führt am Nachmittag die einzelnen Bausteine im Studio für die Sendung zusammen.
Moderatorin Anneke ter Veen macht sich unterdessen mit der Nachrichtenlage vertraut, sondiert das Archiv und aktuelle Meldungen von Pressestellen und Agenturen. Bis 14 Uhr schreibt sie die Ergebnisse so zusammen, dass sie sie später vor der Kamera zuschauergerecht präsentieren kann. Ein kleiner Schminktisch in der Zimmerecke und eine Kleiderstange mit diversen Blazern helfen ihr, in die Rolle der Moderatorin zu schlüpfen.
Um 15.30 Uhr zieht sie in das kleine Studio um, in dem aufgezeichnet wird. "Bis dahin sitze ich den ganzen Tag auf der Lauer und gucke, was an Meldungen hereinkommt und zu Nachrichten umgeschrieben werden kann", sagt die Moderatorin. Froh ist sie, wenn die Texte frühzeitig fertig und aus der Redaktionsleitung abgenommen worden sind, wenn Kollegen weitere Bilder, Filmmaterial, Interviews und andere Beiträge rechtzeitg von ihren Terminen in der Stadt mitgebracht haben.
Ein bisschen eng kann es in dem kleinen Raum, der eigens in ein TV-Studio mit der entsprechenden Technik umgewandelt worden ist, schon werden. Das Team aus Regie und Moderation sowie der Studiogast, eventuell Praktikanten, kommen dort zwischen Scheinwerfern, Computern, Kamera, Teleprompter und Sprechertresen zusammen. "Wenn es losgeht, bist du hochkonzentriert. Und du musst alles wegblenden, was sonst im Raum passiert", sagt Anneke ter Veen. Die Technik des Prompters erlaubt es ihr, direkt in die Kamera zu sehen und dabei die Nachrichten von einem Monitor abzulesen.
Ein rotes Licht vor der Tür ist das Zeichen für Vorbeigehende: Drinnen ist jetzt Aufnahmezeit, Trampeln und Rufen verboten. Für fünf bis zehn Minuten jedenfalls, danach werden Nachrichten, Hintergrundbilder und Filmbeiträge in die richtige Reihenfolge gebracht. Eine letzte Abnahme noch, gab es Versprecher, zu lange Pausen? Dann ist die Sendung bereit zum Hochladen. "Willkommen zu WESER-KURIER Aktuell - Ihren Nachrichten aus Bremen und umzu."




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