
Wo wird das Wohnen in Bremen besonders schnell besonders teuer? Der Geschäftsführer des Bremer Mieterschutzbundes, Gerd Brauer, sieht die deutlichsten Preissprünge vor allem in den begehrten Teilen der Neustadt, in Schwachhausen und im Viertel. Findorff und Horn zählt Bernd Richter, Geschäftsführer von Haus und Grund Bremen zählt außerdem dazu. Die Preise in Borgfeld blieben hingegen stabil, sagt Richter, die in Oberneuland sänken sogar, weil die Infrastruktur dort schlechter und die Häuser zum Teil älter seien. Vergleichsweise günstigen Wohnraum gebe es in Walle, Gröpelingen, Utbremen, Huchting, Tenever und Bremen-Nord. In Habenhausen ist das Preisverhältnis laut Brauer etwa ausgeglichen.
Generell wird Wohnraum aber teurer. Dafür seien zum Teil wiederkehrende Zyklen verantwortlich, sagt Brauer. "Vier bis sechs Jahre bleiben die Preise konstant, dann gibt es einen Anstieg", so der Chef des Mieterschutzbundes. Hinzu komme, dass der geförderte Wohnungsbau stark zurückgegangen sei. Haus-und-Grund-Chef Richter nennt außerdem die Angst um den Euro: "Die Menschen legen ihr Geld in einigermaßen sicheren Immobilien an." Die Nachfrage treibe dann den Preis hoch.
Die Rasanz dieses Anstiegs bewege sich in Bremen zwar auf geringerem Niveau als etwa in München oder Hamburg, eine Änderung des Trends ist laut Gewoba-Sprecherin Karin Liedtke aber nicht in Sicht. "Die Bevölkerungszahl Deutschlands bleibt durch Zuwanderungen stabil, die Zahl der Ein- bis zwei Personen-Haushalte wächst. Auch in Bremen", sagt sie. Bernd Richter sieht das ähnlich: "Für mehr Haushalte sind mehr Wohnungen nötig, also steigt die Nachfrage weiter." Und Gerd Brauer verweist darauf, dass es in Bremen keinen offiziellen Mietspiegel gibt. Eine Mietobergrenze gebe es daher nicht. Die Vermieter hätten freie Hand. Dadurch sei ein weiterer Preisanstieg zu erwarten.
Jährliche Erhöhung akzeptieren
Der Mieterschutzbund kümmert sich um solche und andere, das Mietrecht betreffende Fragen. Selten kämen die Mieter aber vor der Unterzeichnung eines Vertrages, um sich Rat zu holen, berichtet Geschäftsführer Brauer. Er empfiehlt daher: "Besser eine jährliche Mieterhöhung von zwei Prozent festschreiben lassen als das Risiko eingehen, dass der Vermieter alle drei Jahre um 20 Prozent erhöht. Das ist für ihn relativ einfach."
Die Höhe der Miete richtet sich zudem vor allem nach Lage, Ausstattung und Dämmung der Wohnung. "Neue Wohnungen in der Überseestadt sind für Durchschnittsverdiener nicht bezahlbar", sagt Richter. In Blumenthal wiederum gebe es beispielsweise wenig Arbeit und deshalb Probleme, zu vermieten. Leerstände seien aber dennoch so gut wie nicht vorhanden.
Dass die Menschen der Arbeit hinterherziehen und in diesen Stadtteilen die Nachfrage steigt, hat auch Karin Liedtke von der Gewoba festgestellt. Außerdem steige der Preis, wenn die Wohnungen renoviert oder, wie im Hollergrund, erst vor zehn bis zwanzig Jahren gebaut worden seien. Diese teureren Domizile machen gemeinsam mit den Wohnungen in Bremerhaven ein Drittel des Gewoba-Bestandes aus. Daneben biete das Unternehmen viele Wohnungen in drei- oder vierstöckigen Gebäuden an, die in den 1950er und 1960er Jahren erbaut wurden. Die Miete dort richte sich vor allem nach dem Modernisierungsstand, so Liedtke.
Wer lieber kaufen will, sollte laut Haus-und-Grund-Geschäftsführer Bernd Richter sehr auf die Lage und eine gute Infrastruktur achten. Außerdem rät er zu Geduld, bis die richtige Immobilie gefunden ist. "Eine Immobilie ist eine gute Kapitalanlage", sagt er, "aber neben einem stimmigen Bauchgefühl sollte unbedingt der Kopf benutzt werden."






Niederschlagswahrscheinlichkeit: 











Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »