„Vor wenigen Tagen ist eine solche Anzeige bei uns eingegangen“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bremen dem WESER-KURIER (Freitagausgabe). „Die Bank fühlt sich getäuscht bei der Vergabe von Krediten.“ Die Behörde erweitere damit ihre Ermittlungen wegen Kreditbetrugs. Weitere Institute prüfen nach Informationen der Zeitung aus Bankenkreisen, ob sie ebenfalls Anzeige erstatten werden.
Offiziell wollte sich  keine der beteiligten Geldhäuser zu dem Fall äußern. Zu den wichtigsten Finanziers von Beluga gehörten unter anderem die Bremer Landesbank, die NordLB, Commerzbank/Schiffsbank und HSH Nordbank. Zur Anzeige kam es nach Angaben aus Branchenkreisen, nachdem „Nebengeschäfte“ bei Beluga entdeckt worden waren. Danach wurden Werften bei der Stornierung von Neubauaufträgen Ausgleichsgeschäfte versprochen, etwa durch spätere neue Bestellungen oder über Kompensationszahlungen über andere Schiffsgesellschaften.
Daraus werden nun – offenbar berechtigte – Forderungen abgeleitet. Diese könnten die von den Banken finanzierten Schiffe betreffen, indem sie von Gläubigern, wie in der Vergangenheit schon geschehen, an die Kette gelegt werden. Dann drohen Ausfälle auch für die Kreditgeber. Seit Anfang März ermittelt die Staatsanwaltschaft, nachdem Oaktree als Mitgesellschafter und Investor bei Beluga nach eigenen Angaben auf erhebliche Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen und sonstigen Unterlagen gestoßen war und Stolberg sowie weitere sieben Führungskräfte des Unternehmens angezeigt hatte. Sie sollen Bilanzen und Auftragsbücher manipuliert haben, um die wirtschaftliche Situation der Reederei zu schönen und weitere Kredite für Schiffsneubauten zu erhalten.
Mehr zum Thema lesen Sie in der Freitagausgabe des WESER-KURIER.




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