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Bremer Reederei Niels Stolberg nicht mehr Beluga-Chef

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Reeder Niels Stolberg.

Reeder Niels Stolberg.

 

 

Unter dem Alleingesellschafter Stolberg war Beluga zum Weltmarktführer in der Schwergutschifffahrt mit zuletzt 72 Schiffen und 500 Mitarbeitern  in Bremen aufgestiegen, dann aber in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Laut Oaktree steht nun bei der Reederei  eine „fundamentale finanzielle Restrukturierung“ an. Ziel: Konzentration aufs  Kerngeschäft, die Schwergutschifffahrt.

Oaktree, mit 49,5 Prozent an Beluga beteiligt, will nach eigenen Angaben das Management verbessern. Dem Vernehmen nach wurden bereits einige neue Mitarbeiter an Bord geholt und parallel dazu leitende Mitarbeiter aus dem Befrachtungs- und Charteringbereich ersetzt. Offiziell heißt es, Niels Stolberg habe aus persönlichen Gründen um eine Beurlaubung gebeten. Offenbar hat sich der erfolgsverwöhnte Reeder nach vielen überaus erfolgreichen Jahren im Ausklang der Wirtschaftskrise verkalkuliert. Wie Branchenkenner berichten, hatte er auf anziehende Märkte gesetzt und  für etliche Schiffe zu hohe Charterverträge geschlossen. Dadurch liefen zuletzt die Kosten aus dem Ruder.

Zudem hatte er neue Schiffe im Gesamtwert von rund einer Milliarde Euro bestellt, die ebenfalls bezahlt werden müssen. Nachdem  privates Anlegerkapital in der Krise nicht mehr zu bekommen  war und auch die Banken nur zu einer Notfinanzierung bereit waren, holte er Oaktree an Bord, einen Finanzinvestor  aus Los Angeles.

„Unsere Aufgabe war es bislang, Liquidität für die Übernahme der neuen Schiffe zu sichern. Ab sofort werden wir die Federführung bei der Restrukturierung übernehmen, um Beluga zu stabilisieren und zu stärken“,  sagte gestern Hermann Dambach, Deutschland-Chef des US-Investors.

Neuer Mann bei Beluga ist der gebürtige Schotte Roger Iliffe, seit 2009 Vize-Präsident bei Oaktree und künftig auch Interims-Geschäftsführer (Chief Executive Officer) der Reederei. Neuer Finanzvorstand ist Michael Maynard. Weitere Positionen sollen in den nächsten Tagen besetzt werden. „Beluga hat als Marktführer bewiesen, dass die Dienstleistungen des Unternehmens überzeugen. Keiner der derzeitigen Vorgänge wird daran etwas ändern“, sagte Dambach. Allerdings soll die Reederei auf ihr Kerngeschäft, die Schwergutschifffahrt, reduziert werden. Auch am Bau eines bereits in Polen bestellten Offshore-Installationsschiffes werde festgehalten. Ob allerdings, wie von Stolberg geplant, eine ganze Flotte von Spezialschiffen für Windpark-Projekte folgen wird, ließ der Oaktree-Manager offen.

Unklar ist bislang auch, mit welcher Mitarbeiterzahl Oaktree in Bremen plant und wie es mit den vielen anderen Beluga-Engagements weitergeht. Stolberg hatte nicht nur das am Mittwoch niedergelegte Aufsichtsratsmandat bei Werder Bremen inne, sondern hatte auch Stiftungsprofessuren in Elsfleth und Bremen finanziert, Kunst und Kultur gefördert und Tsunami-Waisen in Thailand unterstützt. Das wird wohl erst in den kommenden Tagen geklärt. „Erst einmal müssen wir die Kapital- und Kostenstruktur des Unternehmens wettbewerbsfähig machen“, so Dambach. Gespräche mit Gläubigern und Anteilseignern der Reederei  wurden geführt.

Weitere Berichte und Analysen zum Thema lesen Sie am Freitag im WESER-KURIER



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Dossier zur Krise der Beluga-Reederei

In unserem Online-Dossier finden Sie ausführliche Informationen rund um die Bremer Reederei Beluga, ihren Ex-Chef Niels Stolberg und die Folgen der Insolvenz in Bremen.

Chronologie der Beluga-Krise

Lange galt Beluga als erfolgreichste Reederei Bremens und ihr Gründer Niels Stolberg als Vorzeigeunternehmer der Stadt. Doch dann wird Stolberg überraschend entmachtet, wenige Wochen später ist Beluga dem Untergang geweiht. Wir erinnern an die dramatischen Ereignisse und berichten über die neuesten Entwicklungen.

 

Niels Stolberg

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