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Bilanz der Touristik-Zentrale für das Jahr 2011 Bremen meldet Rekord-Besuch

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Bremer Marktplatz mit Rathaus
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Bremen. Das Jahr 2011 lief für den Tourismus in Bremen so gut wie kein anderes zuvor. "Die Übernachtungszahlen werden um sieben Prozent auf insgesamt 1,57 Millionen gegenüber dem Vorjahr steigen", sagte Peter Siemering, Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale BTZ im Gespräch mit dem WESER-KURIER. "Im Land Bremen werden wir erstmals knapp die Schallmauer von zwei Millionen Übernachtungen erreichen."

Mit dieser Entwicklung steht Bremen im Bundesvergleich ganz vorne. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts beträgt der Zuwachs an Übernachtungen im Bundesschnitt in den Monaten Januar bis September 3,4 Prozent - in Bremen betrug der Anstieg 8,1 Prozent. Das bedeutet Platz 1 im Ländervergleich, noch vor Hamburg und Berlin. Niedersachsen liegt auf Platz 13.

Nach den BTZ-Prognosen gab es im vergangenen Jahr 40 Millionen Tagesbesuche in der Stadt. 65 Prozent der Besucher waren Geschäftsreisende, den stärksten Zuwachs gab es mit 60 Prozent durch Besucher aus China. Sie buchten rund 10.000 Übernachtungen. Damit ist Bremen - wie bei den Übernachtungszahlen - auch weit vor dem Bundesschnitt: In Deutschland stieg die Zahl der Übernachtungen von Chinesen laut Siemering, der auch Vize-Präsident des Deutschen Tourismus-Verbandes DTV ist, um 22 Prozent auf 800.000.

Der DTV-Vize geht für das Jahr 2011 von bundesweit rund 390 Millionen Übernachtungen aus, ein Anstieg um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Durch den Tourismus würden in Deutschland jährlich 233 Milliarden Euro umgesetzt. "In der Stadt Bremen sind es 1,54 Milliarden", sagt Siemering. "Jeder Tagestourist gibt im Schnitt 32,60 Euro aus, jeder Übernachtungsgast 179,10 Euro." Auch das ist deutlich mehr als im Bundesschnitt.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes ist die Tourismusbranche in Bremen auch eine der wenigen, die steigende Zahlen bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufweist, nämlich ein Plus von 3,5 Prozent. "Insgesamt bestreiten in Bremen 28600 Menschen ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus", sagt BTZ-Chef Siemering. "In Deutschland beschäftigt die Branche insgesamt 2,8 Millionen Menschen." Zwischen Oktober 2010 und Oktober 2011 sei die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe um 6,4 Prozent gestiegen. Als Grund nennt Siemering niedrigere Mehrwertsteuersätze für Hotelbetriebe sowie mehr Umsatz durch die höhere Zahl an Gästen.

Der BTZ-Chef geht aber davon aus, dass das laufende Jahr 2012 schwieriger werden wird: "Wir haben ab April die City Tax, und Busreisen werden durch die Umweltzone erschwert. Dafür ist aber die Kunsthalle wieder an Bord." Siemering verspricht sich jedoch viel vom anhaltenden Trend zu Städtereisen. Nach DTV-Angaben konnten Großstädte mit mehr als 100000 Einwohnern in 2010 ihre Übernachtungszahlen um 9,4 Prozent auf insgesamt 103,4 Millionen steigern. Tendenz: weiter steigend.

Siemerings Job ist es nun, diese gute Ausgangslage weiter zu nutzen. Dazu müssen er und seine 70 Mitarbeiter gezieltes Themen- und Erlebnis-Marketing in aller Welt betreiben. "Da 40 Prozent aller Bremen-Besuche jedoch von Bremern selbst ausgelöst werden, müssen wir zuerst die Bremer von ihrer Stadt begeistern", sagt er. Gleichzeitig gehe es darum, passende Zielgruppen in Erfolg versprechenden Märkten zu gewinnen. Das geschieht etwa über Reisekataloge. Bremen ist weltweit bei mehr als 100 Reiseveranstaltern buchbar, ist vor allem im Katalog des größten Anbieters Dertour vertreten. "Allein dort drin zu sein, bringt uns jährlich 20000 Übernachtungen", sagt Siemering.

Der BTZ-Chef will sich künftig noch mehr darum kümmern, die Bekanntheit und das Image Bremens zu erhöhen. "Nur so kommen die Menschen zu uns. Und die, die mal hier waren, kommen entweder wieder oder wollen bleiben." Siemering fordert deshalb eine Datenbank, in der alle für Bremen relevanten Kontakte gespeichert werden. "Natürlich nur mit Einverständnis der Betroffenen", betont er. Das System gäbe Auskunft über Herkunft, Interessen, Alter, Wünsche der Bremen-Besucher. "Wir könnten sie gezielt ansprechen, wenn wir Veranstaltungen oder Ereignisse haben, die ihren Wünschen entsprechen", sagt Siemering. "Und es wäre uns möglich, auf diese Weise wichtige Multiplikatoren enger an die Stadt zu binden."



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