
Obermeister der Tischlerinnung und Inhaber der Tischlerei Winter - Matthias Winter erklärt seinem damaligen Auszubildendem im 3. Lehrjahr - Benjamin Theda die Arbeit an der Kreissäge.
"Es gibt zurzeit laut Bundesagentur für Arbeit mehr offene Lehrstellen (143.800) als unversorgte Bewerber (142.400)." Allein in der Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern würden noch mehr als 12.000 freie Ausbildungsplätze angeboten (www.ihk-lehrstellenboerse.de). "Die meisten offenen Plätze gibt es im Einzelhandel sowie im Hotel- und Gaststättenbereich", so die DIHK-Ausbildungsexpertin.
Das gelte für fast alle Regionen und Branchen. Wer trotzdem bis jetzt noch keinen Ausbildungsplatz gefunden habe, für den lohne sich der Blick über den Tellerrand. "Wenn es beispielsweise mit dem Wunschberuf Bankkaufmann nicht klappt, dann kommt vielleicht eine Ausbildung als Investmendfondskaufmann oder als Immobilienkaufmann infrage", sagte Hartwich.
"Oder: Wer gern Kraftfahrzeugmechatroniker lernen möchte und dort keine Stelle findet, der kann alternativ einen Ausbildungsplatz als Fluggerätemechaniker oder Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik ins Auge fassen. Auch eine überregionale Suche lohnt sich: Wer bereit ist, in eine andere Stadt zu wechseln, verbessert seine Chancen auf Ausbildung deutlich."
In Bremen gibt es für Jugendliche ebenfalls noch viel Möglichkeiten. "Allein in Bremen-Stadt sind laut Arbeitsagentur noch 200 Lehrstellen unbesetzt", sagt der Arbeitsmarktexperte der Kammer, Karlheinz Heidemeyer. "Wenn man die übrigen Kammern sowie die Unternehmen, die selbst suchen, dazu zählt, kommt man leicht auf rund 1000 offene Stellen." Im Ausbildungsbüro der Kammer im Schütting stünden die Kollegen mit Firmen und Jugendlichen in regem Austausch.
Heidemeyer weist auch darauf hin, dass es sich lohnt, sich im laufenden Ausbildungsjahr zu bewerben. "Wir wissen, dass die Unternehmen rund die Hälfte der gelösten Ausbildungsverträge wieder neu besetzen", sagt er. "Deshalb kommen Initiativbewerber oft auch auf diese Weise unter." Auf dem Ausbildungsmarkt gebe es im Moment jede Menge Dynamik.






Niederschlagswahrscheinlichkeit: 











Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »
Viele Jugendliche sind zudem noch leider absolut ausbildungsUNFÄHIG.
Ich arbeite genau mit der Klientel.
Gerade bei meinen Hartz-IV-bildungsfernen-Schichten-Jugendlichen sind sehr hohe Abbrecherquoten zu verzeichnen. Viele schaffen es nur sporadisch pünktlich zu sein. Und dann ist die Arbeit z.T. körperlich schwer, man schwitzt, hat Muskelkater, man kann sich sogar schmutzig machen und muss Anordnungen des Meisters ausführen ;). Versuchen sie mal einem Jugendlichen türkisch-arabischer Herkunft (natürlich nicht alle) die Handhabung eines Besens nahezubringen - das ist eindeutig Frauenarbeit und darf von den stolzen Herrschaften unter keinen Umständen ausgeführt werden.
Etliche Ausbildungsverträge sind aus diesen Gründen bereits von Betrieben beendet worden. Zum Glück gibt es ja die Probezeit.
Da kann ich gut verstehen, dass viele Betriebe lieber in Sprachkurse investieren und sich ihre Auszubildenden aus Spanien usw. importieren (siehe Weser-Ems-Region). Gute Lösung, aber schade für „unsere“ Jugendlichen - die Chance ist vertan. Aber staatliche Alimentation wird´s schon wieder richten. (Ironieschalter OFF)!
Passend dazu eben reingeflattert vom IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit):
IAB-Forschungsbericht 11/2012: Übergänge von ALG-II-Beziehern in die erste Sanktion.
„Jobcenter kürzen bei Frauen weit seltener als bei Männern aufgrund von
Pflichtverstößen das Arbeitslosengeld II. Dabei spielt eine Rolle, dass beispielsweise Mütter von Kleinkindern nicht für die Vermittlung zur Verfügung stehen müssen. Aber auch bei alleinstehenden und kinderlosen Arbeitslosengeld-II-Empfängern weisen Männer im Vergleich zu Frauen rund doppelt so hohe Sanktionsquoten auf.“ Auch ALG-II-Empfänger unter 25 Jahren werden erfasst.
www.iab.de/185/section.aspx/Publikation/k120725301
Aus Erfahrungen meiner Kollegen kann ich ergänzen: Nicht selten kam bei weiblichen jungen Erwachsenen bei Arbeitsunlust der Spruch: „Dann wird´ ich eben schwanger!!!“, was leider nur zu oft auch in die Tat umgesetzt wurde. => Die nächste Losergeneration wird produziert!
Der Artikel oben beschreibt die ERSTE Sanktion.
Bis vor einigen Jahren gab es z. B. Kiel ein „Tagelöhner-Projekt“. Jugendliche / junge Erwachsene, die zu 100 % sanktioniert waren konnten arbeiten und bekamen am Ende des Arbeitstages von 4-6 Stunden ihren Lohn in bar ausgezahlt. Die meisten haben sich sogar etwas zu Essen davon gekauft. Leider hat die Agentur für Arbeit dieses Projekt nicht weiter verlängert.
Viele Jugendliche haben gelernt, dass zwischen Arbeiten und Essen irgendwie ein Zusammenhang besteht.
Dafür haben nicht vermittelte Jugendliche ja neuerdings ihren individuellen „Case-Manager“ bei der Agentur für Arbeit.