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Neuer Eigentümer für Bremer Regionalfluglinie OLT Express wird holländisch

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Zunächst hebt kein Flugzeug von OLT mehr in Bremen ab.

Bremen. Die insgesamt 500 OLT-Mitarbeiter – 200 davon am Hauptsitz in Bremen – müssen sich in den vergangenen zwölf Monaten gefühlt haben wie in einer Achterbahn. Zunächst hatte die langjährige Eignerin, die AG Ems aus Emden, keine Zukunft mehr für die OLT gesehen. 100 der 120 Mitarbeiter standen vor dem Aus. Dann kam in letzter Sekunde der polnische Finanzinvestor Amber Gold daher und übernahm das Unternehmen. Amber Gold hat seither mächtig aufgerüstet, jedoch vor kurzem überraschend bekannt gegeben, sich von seinen Luftfahrtinvestments schnellstmöglichst trennen zu wollen. Wiederum stand die Existenz der Firma auf dem Spiel. Bis gestern.

Da konnte OLT-Chef Joachim Klein mit dem niederländischen Finanzinvestor Panta Holdings einen neuen Eigentümer präsentieren. "Wir sind sehr froh, dass das so schnell geklappt hat und dass die monatelange Hängepartie für die Mitarbeiter beendet ist", sagte Klein dieser Zeitung. "Panta Holdings kennt sich mit dem Luftfahrtgeschäft aus, betreibt mit Denim Airways eine eigene Airline und mit Mass Lease auch eine Flugzeug-Leasingfirma."

Diese Leasingfirma war es auch, die den schnellen Einstieg des neuen Eigentümers möglich gemacht hat. Die OLT hatte kürzlich die Contact Air mit acht Flugzeugen übernommen. "Sechs der Fokker-Maschinen kommen von Mass Lease", sagt Klein. "Es war selbstverständlich, dass ich dann auch auf den Eigentümer dort zugegangen bin und ihn nach seinem Interesse gefragt habe, mit uns Geschäfte zu machen."

Klein ist optimistisch, dass die Niederländer sehr interessiert daran sind, die kürzlich beschlossenen Wachstumspläne umzusetzen. "Panta prüft das gerade", sagt der Airline-Chef. "Die grundlegende Strategie dürfte eigentlich nicht infrage stehen. Punktuelle Korrekturen sind natürlich immer möglich."

Die OLT soll nach Kleins Expanisonsplänen vor allem vom Flughafen Münster/Osnabrück aus neue Strecken ins Programm aufnehmen. Durch die Übernahme der Contact Air verfügt die Bremer Regionallinie nun über 15 Maschinen. "Mittelfristig wollen wir eine Million Passagiere befördern", sagte der ehemalige Germanwings-Manager kürlich dieser Zeitung. Erreichen will Klein das mit einem erweiterten Streckenangebot und mehr Linienfrequenzen auf bestehenden Strecken.

Von der Heimatbasis Bremen aus will Klein mit den kleineren Maschinen vom Typ Saab (50 Sitze) weiter nach Zürich

fliegen, dis Paradestrecke der Linie. Sie wird in Kooperation mit der Swiss bedient. Dazu unterhält die OLT Strecken nach Kopenhagen und Toulouse. Möglicherweise könnte noch Wien dazu kommen. Mit den größeren Fokker-Flugzeugen (100 Plätze) will Klein von Münster/Osnabrück ab September nach Stuttgart, Berlin, Wien und möglicherweise auch London fliegen. Von Dresden aus soll es Verbindungen nach Hamburg und Zürich geben. Weitere Angebote plant Klein von Münster/Osnabrück aus nach Berlin, Stuttgart und Wien sowie nach Warschau.

Das Wachstum, betont Klein, werde im Nischenmarkt bleiben. "Das ist unser Geschäft, dort wollen wir wachsen. Und in diese Expansion wollen wir auch unter dem neuen Eigentümer so viel wie möglich investieren." Wie sich die gesamte neue Situation auf das Unternehmen und die Belegschaft auswirken wird, könne er im Moment noch nicht abschließend sagen. "Es hängt alles davon ab, wie schnell wir mit unseren neuen Strecken in die Vermarktung kommen", so Klein. "Zudem richtet sich die weitere Entwicklung der OLT natürlich danach aus, wie gut sich die neue Strategie und das Expansionsmodell umsetzen lassen."

Das Modell fußt auf dem Plan, sich die Nischen im hart umkämpften Luftmarkt zu sichern. Strecken also, die sich abseits der hoch frequentierten Routen der Platzhirsche Lufthansa, Air Berlin und Ryanair befinden. "Damit können und wollen wir nicht konkurrieren", sagt Klein. Wohl aber Nebenstrecken bedienen, die auch in Metropolen wie Wien und London enden können. Die Konkurrenz um Passagiere und lukrative Strecken ist jedoch extrem hart. Die Airlines kämpfen seit Jahren mit einer hartnäckigen Krise und schrumpfenden Erlösen. Die Expansionsstrategie der OLT gilt deshalb in der Branche als gewagt.



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