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Bremerhaven Zukunftskonzept für die Hafeneisenbahn

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Henry Behrends von der Hafengesellschaft Bremenports, die die landeseigene Eisenbahn für die nächsten Jahrzehnte fit mac
Henry Behrends von der Hafengesellschaft Bremenports, die die landeseigene Eisenbahn für die nächsten Jahrzehnte fit machen will.

Bremerhaven. Staus gibt es nicht nur auf der Autobahn: Im vergangenen Oktober stauten sich auch Züge auf den Schienen, die in den Bremerhavener Überseehafen führen. Zu viele Güter sollten hinein- und herausgebracht werden. Grund genug für die Hafengesellschaft Bremenports, Pläne für den Ausbau der landeseigenen Hafeneisenbahn aufzustellen.

"In den Vorschaltgruppen gibt es immer Achterformationen von Gleisen", sagt der zuständige Geschäftsbereichsleiter Henry Behrends. Diese sehen von oben betrachtet aus wie eine griechische Harfe. Auf diesen Anlagen werden Züge quasi geparkt, bis sie beladen und abgefahren werden können. "Wenn wir die Kapazitäten erweitern, können wir die Spitzen abfangen", sagt Behrends.

Die Hafengesellschaft hat daher ein Zukunftskonzept entwickelt, um die über 100 Jahre alte Hafeneisenbahn für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen. Allein 2011 wurden 45 Prozent des Hinterlandverkehrs über die Schiene abgewickelt. Nur die Straße schaffte mit 51 Prozent mehr, während der Rest auf kurzen Seewegen verschifft wurde. "Das ist seit Jahren konstant", sagt Klaus Bartels, der bei Bremenports den Stabsbereich Hafenentwicklung leitet. "Deshalb müssen wir dringend an die Eisenbahn heran."

Das hat auch die Politik erkannt und gemeinsam mit der Deutschen Bahn 35 Millionen Euro für einzelne Projekte in den nächsten Jahren bereitgestellt. Dazu gehört der Ausbau des Bahnhofs Kaiserhafen und des Eisenbahnfunks. "Unsere Seehäfen sind beim Gütertransport auf der Schiene innerhalb Europas in einer Spitzenposition", sagt Hafensenator Martin Günthner (SPD). "So soll es bleiben."

Ein Problem ist aber noch nicht diskutiert worden: Die Hafeneisenbahn benötigt laut Behrends mehr Flächen, auf denen die bis zu 750 Meter langen Züge abgestellt werden können. "Früher hat man rangiert und die Züge zusammengestellt", sagt er. Heute werde das aber aus Zeit- und Kostengründen nicht mehr gemacht. Die Planer von Bremenports möchten daher die Stellflächen erweitern, am liebsten die sogenannte Verladegruppe Imsumer Deich, die die Senator-Bortscheller-Straße entlangführt. "Hier haben wir aber ein Problem, eine weitere Harfe zu bauen", betont Behrends. Denn dort, wo künftig Schienen liegen könnten, haben die US-Truppen ihr Quartier. "Das Gebäude müsste mit allen Sicherheitsauflagen umquartiert werden", sagt Bartels. Und das könne teuer werden, denn niemand wisse, wie lange die Amerikaner noch in Bremerhaven bleiben. "Die Politik muss sehr genau abwägen und entscheiden, ob sie diese Kosten tragen will."

So oder so wäre eine neue Harfe nur eine Übergangslösung. Denn die Verkehre nehmen weiter zu. Doch auch wenn es zügig zum Ausbau kommt, ist das grundlegende Problem noch nicht beseitigt, sagen die Profis: der Bremer Hauptbahnhof. Der sei ein Flaschenhals ins Binnenland. "Und hier muss die Weiche für eine Umgehung möglichst bald gestellt werden." Sonst komme es zu viel mehr Staus in Bremen und Bremerhaven. Nicht nur auf der Autobahn.



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