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INTERVIEW MIT DEN KLEINSTADTHELDEN

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Stolz, Bremen zu vertreten


Auf diesem Bild sieht man die Band Kleinstadthelden. Foto:  Nina Stiller

Aufregender Herbst für die Kleinstadthelden.
Foto: Nina Stiller

Im Februar 2009 gewannen sie den Nachwuchswettbewerb “Live in Bremen”. Damals noch vor den Toren Bremens – in Osterholz-Scharmbeck – beheimatet, zog es die Kleinstadthelden dann in die Hansestadt. Am 1. Oktober tritt der Vierer beim Bundesvison Song Contest für die neue Heimat an. Und bereits drei Wochen vorher erscheint das neue Album – “Osterholz-Scharmbeck”. Simon Lam, Sänger der Band, erzählt von der ereignisreichen Zeit.


Ihr vertretet im Oktober Bremen bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest (BuViSoCo). Wie seid Ihr dazu gekommen?
Es ist nicht so wie bei typischen Bandcontests, dass es eine Bewerbungsphase gibt. Wir haben einfach geguckt, wer die letzten Male aus Bremen dabei war. Das waren zumeist befreundete Bands. Also fragten wir nach, wie sie es gemacht haben. Heraus kam, dass meist der Zufall geholfen hatte. Deshalb haben wir beschlossen, dem Zufall ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Im Sommer schickten wir eine DVD an die Produktionsfirma, damit die uns schon mal auf dem Schirm haben. Das hat dann ja auch ganz gut geklappt.

Gab es denn schon Kontakt zu Stefan Raab?
Nein, noch gar nicht. Das kommt aber, glaube ich, durch den ganzen Lena-Hype. Die haben alle ihren Urlaub verschoben und ruhen sich jetzt gerade erst einmal aus.

Was erhofft Ihr Euch von dem Auftritt beim BuViSoCo?
Durch die ganze Medienpräsenz haben wir als kleine Band schon jetzt den Hauptgewinn gezogen. Es ist beispielsweise viel leichter geworden, an Konzerttermine zu kommen. Und es passt natürlich sehr gut, dass wir im September das zweite Album veröffentlichen.

Welchen Song spielt Ihr denn überhaupt?
Die neue Single “Indie Boys”.

Auf diesem Bild sieht man das CD-Cover der Single Indie Boys der Kleinstadthelden. Foto:  Band

Und so sieht das Cover der Single aus.
Foto: Band

Für das Video zur Single habt Ihr Pärchen gesucht, die verschiedene Subkulturen repräsentieren. Hat das geklappt?
Wir hatten kurz vorher noch ein wenig Angst, dass wir nicht genügend verschiedene Charaktere zusammenbekommen. Die Idee war, die Vielfalt der Subkulturen zu zeigen, die alle gemeinsam eine Party feiern. Letztendlich kamen 150 Leute und wir hatten fast zu viel.

Seid Ihr eigentlich bezüglich des Fernsehauftritts aufgeregt?
Noch überhaupt nicht. Das liegt aber daran, dass wir derzeit einfach viel zu viel zu tun haben. Eigentlich sollte unser Album erst im Frühjahr 2011 herauskommen. Im Rahmen des Auftritts haben wir beschlossen, das Album bereits im September zu veröffentlichen. Also waren wir zuletzt acht Wochen am Stück im Studio und haben das Video aufgenommen. Als Nächstes müssen wir den Wahlwerbespot drehen. Ganz gut, dass wir so viel zu tun haben – dadurch fehlt uns einfach die Zeit, aufgeregt zu werden.

Eigentlich kommt Ihr aus Osterholz-Scharmbeck, was ja bekanntlich in Niedersachsen liegt. Ihr tretet aber für Bremen an ...
Wir sind mittlerweile alle Wahlbremer und fühlen uns hier auch zu Hause. Wir haben hier studiert, wohnen hier und sind auch richtig stolz, Bremen zu vertreten. In Niedersachsen kennen wir nur unsere Heimatstadt, und durch Hannover sind wir einmal durchgefahren.

Am 11. September ist die Record-Release-Party im Tower. Spielt Ihr Euer Album “Osterholz-Scharmbeck” dort live?
Nein, wir stehen am DJ-Pult. Es soll eine große Feier werden und wir wollen richtig mitfeiern. Irgendwann demnächst werden wir das Album aber auch bei einem Live-Gig vorstellen.


Auf diesem Bild sieht man das CD-Cover des Albums Osterholz Scharmbeck der Kleinstadthelden. Foto:  Band

Schönes buntes Osterholz-Scharmbeck.
Foto: Band

CD-Check


Kleinstadthelden: "Osterholz-Scharmbeck", Veröffentlichung: 10.9.2010

“Ich will nur wissen, wer hier was über meine Platten sagt”, heißt es in der ersten Single-Auskopplung “Indie Boys” des neuen Albums “Osterholz-Scharmbeck” der Kleinstadthelden. Nach ihrem 2008er Debüt “Resignation und Aufstehen” hat sich die Band weiterentwickelt. Zwar lebt ihr deutschsprachiger Indie-Rock immer noch von der Einfachheit: Es bedarf in der Regel nicht mehr als Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang – dennoch haben sich die Kleinstadthelden in allen Bereichen verbessert. Man ist musikalisch und textlich reifer geworden. Da wird sich kritisch mit dem Alltagsleben (“Tick Tack”) auseinandergesetzt, nachdenklich das Leben betrachtet (“Nicht nur”) und bei “Indie Boys” – neben aller Tanzbarkeit – für ein Miteinander der Subkulturen gestritten.

von Martin Märtens