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EINHEITLICHE FRISTEN UND RESTPLATZBÖRSE FÜR BEWERBER

Gegen das Chaos bei der Zulassung


Auf diesem Bild sieht man einen kuschelig überfüllten Hörsaal. Foto: Uni Bremen

Mit einheitlicheren Vergabepraxen will man den überfüllten Hörsälen gerade zu Studienbeginn Herr werden.
Foto: Uni Bremen

Gruppenkuscheln in den einen Hörsälen, leere Reihen in den anderen - Studienanfänger haben diese Bilder in den vergangenen Jahren häufig gesehen. Hintergrund für diesen Missstand sind Zulassungsverfahren einzelner Hochschulen, die nicht aufeinander abgestimmt sind und das Bewerberfeld unübersichtlich machen. Über Lösungen haben die Hochschulrektorenkonferenz, die Kultusministerkonferenz und die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) lange diskutiert. Anfang März verständigten sie sich auf einheitliche Regeln - deren Umsetzung allerdings freiwillig ist.


Bei mehr als der Hälfte der Studiengänge in Deutschland werden die Plätze nicht von der ZVS vermittelt, sondern von den jeweiligen Hochschulen in individuellen Auswahlverfahren. Das alleine würde noch nicht zu einem Chaos bei der Zulassung von Erstsemestern führen. Aber gleichzeitig bewerben sich viele Studienwillige an mehreren Standorten, um ihre Chancen zu erhöhen. Darauf haben sich die Hochschulen eingestellt und vergeben einen Platz gleich mehrmals. Und das sorgt für Unübersichtlichkeit: Entscheiden sich mehr Bewerber als erwartet für den Platz, sprengt das die Kapazitäten. Springen dagegen besonders viele ab, bleiben Plätze auch nach den Nachrückverfahren leer.

Erstmal Übergangslösung

Ab dem Wintersemester 2009/2010 soll eine Übergangslösung für Abhilfe sorgen. Zunächst werden die Fristen vereinheitlicht: Die Bewerbungen für alle zulassungsbeschränkten Fächer müssen bis zum 15. Juli eingehen. Bis Mitte August schicken die Hochschulen dann Zu- oder Absagen raus. Damit soll erreicht werden, dass Studenten schneller mitteilen, ob sie den Platz annehmen oder nicht. Dann könnten auch die Nachrückverfahren zügiger beginnen. Und noch etwas ist neu: Hat eine Hochschule alle Bewerber eines Studienfaches versorgt und verfügt noch immer über freie Plätze, werden diese auf einer bundesweite Restplatzbörse im Internet veröffentlicht.

Bundesweite Internetplattform

Ab 2011 soll es dann eine bundesweite Internetplattform geben, auf der sich künftige Erstsemester bewerben können. Bei der Vermittlung soll eine zentrale Serviceagentur helfen. Aber: "Die individuellen Zulassungsverfahren der Hochschulen werden beibehalten", erklärt Christina Vocke vom Dezernat für studentische Angelegenheiten der Universität Bremen.

HS-Bremen zieht nicht mit

Im Gegensatz zur Uni Bremen will sich die Hochschule Bremen nicht an der Überganglösung beteiligen. Zwar gebe es auch dort vereinzelt Probleme bei der Studienplatzvergabe, räumt Ulrich Berlin, Pressesprecher der HS Bremen, ein. Darauf werde jedoch individuell je nach Studiengang reagiert. Mit Erfolg: "In den letzten Jahren wurden alle freien Erstsemesterplätze besetzt", sagt Berlin.

von Dana Heide