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DAS FEDERWEIßER-SPECIAL

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Federweißer - Ein süßes Vergnügen


Auf diesem Bild sind grüne Weintrauben zu sehen. Foto: photocase.com/elke

Lecker. Die süßen Weintrauben sind der Rohstoff für den Federweißer.
Foto: photocase.com/elke

Eigentlich traurig: Fast alles kann man mittlerweile in irgendeiner Form das ganze Jahr über kaufen. Spargel im Glas, Erdbeeren eingefroren oder alle möglichen Gemüsesorten in Konserven gepackt. Federweißer allerdings gibt es nur wenige Wochen im Jahr, je nach Zeitpunkt der Weinlese von Anfang September bis Ende Oktober. Und wenn diese Zeit vorbei ist, heißt es warten, bis im nächsten Jahr die ersten Flaschen wieder im Kühlregal gesichtet werden.


Seinen Namen hat der Saft durch die Hefezellen, die in der Flasche schweben und an Federn erinnern. Übrigens, so komisch es klingt: Es gibt auch roten Federweißer, der wird aus roten Rebsorten hergestellt. Je nach Region begegnet einem der Federweißer unter vielen Namen: In der Pfalz nennt man ihn "Bitzler" oder "Neuer Wein", in der Schweiz "Sauser", in Österreich "Sturm", aber auch als "Rauscher" ist er bekannt. Aber was genau ist das weiße Getränk eigentlich? Wein ist es noch nicht, Traubensaft aber auch nicht mehr. Federweißer ist Traubenmost, der gerade begonnen hat zu gären. Jeder Wein war also einmal ein Federweißer. Federweißer wird nicht extra hergestellt, darum gibt es ihn auch nur im Herbst nach der Lese. Wer’s ganz genau wissen will: Der Traubensaft enthält entweder Hefe oder ihm wird welche zugesetzt, wodurch er zu gären beginnt. Bei der Gärung werden Glucose und Fructose in Alkohol und Kohlensäure gespalten. Der Federweißer gärt so lange, bis der gesamte Zucker weg ist. Je länger die Flasche steht, desto weniger süß ist der Wein also. Kälte verlangsamt den Vorgang, darum findet man ihn auch immer im Kühlregal.

Wichtig zu wissen, um beim Einkauf nicht die ganze Tüte unter Wasser zu setzen: Die entstehende Kohlensäure bei der Gärung lässt den Federweißer zwar schön spritzig schmecken, führt aber auch zu einem Problem. Die Flasche kann nicht fest verschlossen werden, denn sonst explodiert sie schlicht. Also muss das Gas oben entweichen können, wodurch die Flaschen nur stehend transportiert werden können.

Ein bisschen hinterhältig ist Federweißer schon, denn auch wenn der Geschmack teilweise noch sehr an Traubensaft erinnert, so kann er einen Alkoholgehalt von 5 bis 9 % enthalten. Und durch die Kombination von Zucker und Alkohol macht er leicht betrunken. Darum ist Federweißer auch eine gute Ausrede, um etwas Deftiges zu essen. Aber, um einem schlechten Gewissen vorzubeugen: Federweißer ist gesund! Denn die Hefezellen im Magen-Darm-Trakt führen zur Entschlackung. Trauben enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, und bei der Gärung entstehen durch die Hefe ebenfalls Vitamine. Dadurch enthält Federweißer beispielsweise mehr Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente als Traubensaft.

von Andrea Harms