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DAS FRÜHSTÜCKS-SPECIAL

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Desayuno, Petit Déjeuner und Breakfast


Auf diesem Bild ist ein Toastbrot aus Nahaufnahme zu sehen, das gerade mit Butter beschmiert wird. Foto: photocase.com/kai

Butter bei die Fische!
Foto:photocase.com/kai

Desayuno, Petit Déjeuner, Breakfast oder Pequeno Almoco - das, was wir als Frühstück bezeichnen, gibt es (fast) überall auf der Welt, Ähnlichkeiten sind allerdings nur teilweise vorhanden. Wir werfen mal einen Blick über den Tellerrand - auf den internationalen Frühstücks-Tisch.

Japan

Im Land der aufgehenden Sonne gibt es morgens keinen Kaffee, der die müden Menschen munter macht, sondern eingelegte saure Pflaumen. Das, was die Japaner "Umeboshi" nennen hat neben der Aufmunterung die Wirkung, dass es den Geschmack der Nacht von der Zunge nimmt. Die Pflaume wird übrigens nicht nur in Privathaushalten gereicht, sondern liegt auch auf der morgendlichen Teetasse im Restaurant. Der Klassiker unter den Nahrungsmitteln ist auch morgens in Japan der Reis: Wenn dieser in der Frühstückstasse noch dampft, gießt man ein schaumig geschlagenes Ei darüber und vermischt es mit dem heißen Reis. Die Spitze wird mit Seetangblättern garniert, sogenannten "nori"; die werden entweder zerkrümelt und unter den Reis gemischt oder man wickelt den Reis in die nori und isst die Röllchen mit der Hand.

England

Unglaubliches spielt sich bekanntermaßen auf britischen Frühstückstischen ab: Ölige Würstchen in der Mitte des Tellers, garniert mit fettigem Speck und Blutwurstscheiben. Nebenan gebratene Kartoffelecken und Tomatenscheiben, die, von einem gerösteten Weißbrot begleitet, mit Tomatensauce und gebackenen Bohnen übergossen werden. Der Engländer an sich zeigt sich morgens von seiner beratungsresisten Seite, dass nämlich dieses Essen möglicherweise eher zu einem Grillabend denn auf den Frühstückstisch gehört.
Auf der Insel beginnt kein Tag ohne das Kultgetränk, den Tee: Der Klassiker unter ihnen ist der Earl Grey, der, mit einem Schuss Milch verfeinert, zu einem White Tea wird. Oberste Regel in England: Erst die Milch, dann den Tee in die Tasse füllen. Ein weiteres Gericht auf dem typischen englischen Frühstückstisch ist Porridge - in Milch gekochte Haferflocken.
Ein kleiner Tipp für Anfänger: Unter "marmalade" ist in England nur die bitter schmeckende Orangenmarmelade zu verstehen, alles andere ist "jam".

Spanien

Spartanisch geht es auf den Frühstückstischen der Südeuropäer zu: Hier wird auf das Essen in den frühen Morgenstunden kaum Wert gelegt - wichtiger ist das Mittag oder das Abendessen. Auch wenn wir von den doch eigentlich kulinarischen Genießern etwas anderes erwartet hätten, trinken die Italiener, Spanier und Franzosen morgens meist nur schnell eine Tasse Kaffee. So gibt es beim Desayuno in Spanien einen Café con leche und dazu eventuell eine Ensaimada, eine Hefeschnecke, oder einen Croissant. Der Platz im Magen wird dem Mittagessen reserviert.

Frankreich

Auch in Frankreich sitzt man morgens zwar gerne in einem Straßencafé, aber eher, um eine Zeitung zu lesen oder das geschäftige Treiben zu beobachten. Den Café au lait mit der schaumigen Milchkrone gibt es hier aus großen henkellosen "bols", dazu ein Croissant oder ein Schokoladenbrötchen, das "pain au chocolat".

Italien

Fast ohne Beilage kommen die Italiener am Morgen aus: Espresso, Cappuccino oder Latte Macchiato - so stolz, wie die Italiener (nicht nur) auf ihren Kaffee sind, verzichten sie zu ihrer Spezialität auf pikante oder süße Zusätze. Klassisch wird er am Tresen in einer Stehbar getrunken. Touristen übrigens erkenne man angeblich daran, dass sie Cappuccino nach 11 Uhr am Vormittag trinken. Denn dieser ist der eigentliche Frühstückskaffee, zum Essen oder am Nachmittag genießen die Italiener den kräftigen Geschmack des Espresso.

Amerika

Das Breakfast in Amerika besteht beispielsweise in der New Yorker Hektik aus Muffins mit dem obligatorischen Pappbecher Kaffee in der U-Bahn oder aber ausgiebig unter dem Motto "all you can eat" aus Pfannkuchen, Toast oder Eiern in allen Variationen. So weisen die blau gefärbten Lippen in einem amerikanischen Frühstückscafé auf die berühmten Blueberry Pancakes hin: Der delikate Pfannkuchenteig wird mit Heidel- oder Blaubeeren verfeinert und zusätzlich mit dem kanadischen Ahornsirup übergossen - wundert sich noch jemand, dass mittlerweile jeder zweite Amerikaner Übergewicht mit sich herumträgt?
Beim "French Toast" tunkt man dreieckige Toastscheiben in eine Milch-Ei-Mischung und brät sie in der Pfanne goldgelb. Auch dazu wird der Ahornsirup genossen. Eine weitere Spezialität in Amerika - auch wenn ihre Ursprünge in der jüdischen Tradition liegen - sind die Bagels, die klassisch mit Frischkäse oder Lachs gegessen werden.
Der Toast französisch, der Sirup aus Kanada, die Bagels aus Osteuropa, gibt es denn überhaupt etwas, das sich die Amerikaner selbst ausgedacht haben? "Ham and eggs" zum Beispiel, denn gebratener Speck darf auf den morgendlichen Tellern Amerikas nicht fehlen. Eier gibt es in allen Varianten: Als "sunny side up", mit dem Eidotter nach oben, von beiden Seiten geröstet "easy over" oder locker verquirlt "scrambled eggs". Als Getränk dazu gibt es in Nordamerika immer Orangen- oder Grapefruitsaft.

Afrika

Traditionell geht es auch auf den Frühstückstischen in Afrika zu: So gibt es beispielsweise in Nigeria zur Stärkung am Morgen einen Pudding, der aus Mais hergestellt wird und dazu gebackene Bohnen, die sich "Akara" nennen. Außerdem werden gebratene Bananen zubereitet, dazu gibt es Wasser, Tee oder Kakao. Das Frühstück ist hier die wichtigste Mahlzeit, da sich gerade die Bauern mit diesem für die schwere Arbeit auf dem Feld stärken.

Iran

Im Iran gibt es morgens Fladenbrot mit Schafskäse, dazu Weintrauben oder Wasser- und Honigmelone. Als Hauptgetränk am Morgen wird Tee getrunken. Gegessen wird hier eher weniger, die Hauptmahlzeiten sind die am Mittag oder am Abend.


von Michael Reimann