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Für immer Shrek 3D

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Jahr: 0
Regie: Mike Mitchell
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Nicht einmal zehn Jahre hat es gedauert, um aus einem äußerst vitalen, abenteuerlustigen CGI-Helden ein Wrack zu machen. Shrek - im Original wieder von Mike Myers, in der deutschen Synchronisation von Sascha Hehn gesprochen - lebt das Leben eines braven Familienvaters. Jeder Tag ist ein Murmeltiertag: Die Kinder machen die Windeln voll, rülpsen, rauben ihren Eltern den Schlaf. Nachmittags kommt Esel mit seinem Nachwuchs vorbei, der gestiefelte Kater erzählt die immer gleiche Geschichte aus der glorreichen Vergangenheit. Eine schöne Zeit war’s damals, als sie alle noch jünger waren und aufmüpfig. Als sie noch Abenteuer erlebten. Damit ist jetzt Schluss. Man ist älter geworden. Hat Familie. Eigentlich macht Shrek eine logische Entwicklung durch. Auf der Leinwand ist so viel Realismus eine merkliche Spaßbremse. Das Kino hat schließlich alle Möglichkeiten, den Alltag eben nicht alltäglich scheinen zu lassen. Doch Mike Mitchell, der diesmal die Regie übernahm, ist das egal. Er reizt die Szenen des ganz normalen Familienwahnsinns bis ins Unerträgliche aus. Shrek fragt sich immer wieder, ob er wirklich bereit ist, die Verantwortung für seine Familie zu übernehmen. Und ob sich die Liebe zu Fiona (von Esther Schweins gesprochen) nicht abgenutzt hat. Nach einem Eklat bei der Geburtstagsfeier seines Nachwuchses landet er bei Rumpelstilzchen und lässt sich in dessen Campingmobil volllaufen. Wehmut, Sehnsucht nach Abenteuern und Suff sind keine guten Ratgeber bei Kummer und Leid: Der Giftzwerg mit Minderwertigkeitskomplexen und Machthunger ist nicht nur eine hübsche neue Figur und der niederträchtige Lichtblick in einem ansonsten recht nüchternen Film. In der deutschen Fassung leiht ihm Bernhard Hoecker, der dem kleinen Fiesling erstaunlich ähnlich sieht, die Stimme. Der clevere Wicht hat ebenfalls seine Probleme mit dem Alltag und einen finsteren Plan, sie zu lösen. Er lässt Shrek einen Vertrag unterzeichnen: Der Oger kann für einen Tag ordentlich auf den Putz hauen. Im Gegenzug schenkt er Rumpelstilzchen einen Tag aus seiner Vergangenheit. Dumm nur, dass dadurch der Lauf der Geschichte verändert wird und eine Parallelwelt entsteht. In der hat Esel wieder Angst vor Shrek, der Kater ist ein beleibter Stubentiger geworden, und Fiona und Shrek sind sich nie begegnet. Eine schreckliche Welt ist das. Das Märchenland ist abgebrannt: Um das Rad der Geschichte zurückzudrehen, muss Shrek erneut Fionas Herz gewinnen. Die hat allerdings keinen Sinn für Romantik: Als Anführerin einer Oger-Widerstandsbewegung bekämpft sie mit Partisanenmethoden Rumpelstilzchen, der das Land mit harter Hand und einer Armee von Hexen regiert. Die fliegen recht häufig durch das Märchenland und verbreiten Angst und Schrecken. Schließlich ist "Für immer Shrek" ein 3D-Film, und der Einsatz der Technik muss sich lohnen. Am besten demonstrieren lässt sie sich mit Action- und Kampfszenen, in denen es ununterbrochen kracht und explodiert. Die Betonung der Actionelemente ist ein weiterer Schwachpunkt der einfallslosen "Shrek"-Fortsetzung, neben der allzu tugendhaften Besinnung auf konservative Werte des Lebens und dem damit verbundenen Mangel an Esprit. "Shrek" ist nicht mehr süffisant, es wird nicht mehr rebelliert, es werden keine Nischen mehr gefunden. Die Filmreihe ist den Weg alles Irdischen gegangen, hat sich widerstandslos dem Diktat der Familienunterhaltung gebeugt und dabei Originalität und faszinierende Charaktere geopfert. Shrek und Fiona erfüllen ihre Missionen: der eine für die Liebe, die andere für die Freiheit. Und beide hängen irgendwie zusammen in einem klassischen "mission movie" mit ebenso klassischer Dramaturgie und aufgewärmten Witzchen. Am Ende wird sich Shrek anpassen. An den Alltag, an das Grau. Von seinem rebellischen Geist bleibt nur noch eine schöne Erinnerung.


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