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Männer al dente

Land: I
Jahr: 2010
Regie: Ferzan Ozpetek
Länge:
Darsteller: Riccardo Scamarcio, Nicole Grimaudo, Alessandro Preziosi
Sparte:
FSK: 0
www: maenner...
 

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Nicht weich, nicht hart




Extrovertiert ist die Komödie um den italienischen Cantone-Clan, aber nicht so schrill und durchgedreht, wie Frankreich das gerne zelebriert. Man erinnere sich an die sommerliche Komödie "Meeresfrüchte" (2005) von Olivier Ducastel und Jacques Martineau, bei der die Homosexualität eine ebenso zentrale Rolle spielte wie nun im italienischen Pendant. Regisseur und Drehbuchautor Ferzan Ozpetek lässt die Fassaden bröckeln und zeigt alle Geheimnisse einer Großfamilie. Für ihn sei das ein befreiender Film gewesen, erklärte er. "Ich habe mich nicht darum gekümmert, was die anderen denken oder sagen." Das Ziel war leichtes Kino mit Tiefgang. Das Leichte findet man schnell, der Tiefgang ist nicht ganz so offensichtlich.

Der gebürtige Türke Ferzan Ozpetek selbst verliebte sich spontan in Rom, blieb, und lebt dort seit 1979, als er das Studieren anfing. Dass es der Filmemacher in Italien schön findet, ist nicht zu übersehen. Optisch gibt es nichts, aber auch gar nichts zu kritisieren. Straßen, Plätze, Häuser - alles tipptopp, und die Cantones, ihre Anverwandten und Bekannten sehen alle aus wie knapp an der Modellaufbahn vorbeigerutscht. Die wenigen nicht ganz so gelungenen Modelle sind verantwortlich für die humoristischen Einlagen, schließlich wird hier beim Lästern kein Blatt vor den Mund genommen. Boshaftigkeit hat immer auch etwas mit Humor zu tun, in Komödien jedenfalls.

Es gibt eine Bruderschlacht in der Pasta-Hochburg, die damit beginnt, dass Tommaso, der jüngste (Riccardo Scamarcio), aufräumen will mit den Lebenslügen, die er schon viel zu lang aufrechterhält: Zum einen will er nicht in das Familienunternehmen einsteigen, zum anderen möchte er endlich zu seiner Homosexualität stehen. Dumm nur, dass sein älterer Bruder Antonio (Alessandro Preziosi) ihm beim Familientreffen mit eigenen Neuigkeiten zuvorkommt. Als dieser dem bigotten Haushalt den Rücken kehrt und dem Papa damit einen Herzinfarkt beschert, muss Tommaso nun doch in die Rolle des Unternehmensleiters schlüpfen.

Der Überholvorgang auf der Standspur bringt so manchen Stein ins Rollen. Schwul sein alleine reicht nicht aus, zarte Bande werden zum "falschen" Geschlecht geknüpft. Das ist nicht albern, berührt aber auch nicht. Für eine Komödie, in der mit roten Sportwagen durch die Gegend gefahren wird und Damen wie aus der Perlwein-Werbung der Neunzigerjahre auf der Straße ihre neuen Pumps anprobieren, ist "Männer al dente" doch ganz amüsant.

Wer beichten will, was ihm schon lange am Herzen liegt, muss sich eben hinten anstellen wegen des großen Andrangs. Und wenn schon so viele Geheimnisse offenbart werden, geht der Regisseur gleich weiter und jeder muss sich die Frage stellen: Ist meine Beziehung in Ordnung? Da tritt gleich noch mal Erstaunliches zutage. Das ist schon fast einen Asbach Uralt wert.


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