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Mit kleinen Schritten fängt es an
Christian Roggenkamp in "Ein Hauch von Frühling". Wenn „Rampensäue“ träumen … - Dann träumen sie von großen Theater-Bühnen, Scheinwerfer-Licht, Publikum, Applaus. Jeder Schauspieler hat mal klein anfangen. Den einen packt die Liebe zu den „Brettern, die die Welt bedeuten“ schon im Schultheater, andere hatten nie was mit Theater am Hut und plötzlich sehen sie ein Stück im Theater, das sie fesselt, und wollen dann genau das und nichts anderes mehr tun, wieder andere gehen nur mal so aus Spaß zu einem Casting und werden „entdeckt“. Ob man den professionellen Schauspielerberuf anstrebt oder nur nebenbei als Amateur spielen möchte – in beiden Fällen fängt es mit ersten kleinen Schritten an. Wir baten unseren freien Autoren Christian Roggenkamp, der nebenbei im Union-Theater spielt, mal seinen Weg auf die Theaterbühne zu schildern, was für ihn den Reiz ausmacht, was man gegen Lampenfieber macht und wie er am besten seinen Text lernt. „Begonnen hat für mich alles als osteuropäische Putzfrau in einem kleinen Sketch für einen Arbeitskollegen, der sich Ende 2004 in den Ruhestand verabschiedet hat, auf seiner Abschiedsfeier. „Olga“ und ihr fünfminütiger Monolog kamen bei den Kolleginnen und Kollegen so gut an, dass mein damaliger Chef, selbst passionierter Theaterspieler, mich überredete, zu einem Casting beim Union-Theater vorbeizuschauen, dem ältesten Liebhabertheater Bremens. Dort wurde zwar keine osteuropäische Putzfrau gesucht, wohl aber ein italienischer Etagen-Kellner. Ich hatte Glück und bekam die kleine, aber feine Rolle in der Komödie „Ein Hauch von Frühling“ von Samuel Taylor.
Roggenkamp (links) in "Der zerbrochene Krug". Etwa neunzehn Jahre nach meiner ersten und letzten schauspielerischen Erfahrung in der Theater-AG der Orientierungsstufe öffnete sich also für mich der Premieren-Vorhang im Packhaus-Theater im Schnoor. Davor lagen drei Monate intensiver Vorbereitung. Unter der fachlichen Anleitung eines Berufsregisseurs probten wir zwei bis viermal pro Woche. Das Stück nahm von Mal zu Mal Gestalt an und sukzessive verschwanden auch die Textbücher. Ja, um das Auswendiglernen der Texte kommt man natürlich nicht herum. Da entwickelt jeder so sein eigenes Rezept. Vom klassischen Zuhalten oder Abfragen wie beim Vokabellernen bis zur Aufnahme auf dem MP3-Player. Wie der Text am Ende auf den Speicherplatz im Gehirn kommt, ist jedem selbst überlassen. Ansonsten ist das Theaterspielen ähnlich wie das Musizieren im Orchester eine tolle Gemeinschaftsproduktion, bei der sich jeder auf den anderen verlassen können muss und bei der Pannen, wie ein vergessener Text oder ein verpasster Einsatz, nur gemeinschaftlich von den Akteuren behoben werden können. Zur Not kann die Souffleuse einspringen. Sie ist eine von den so genannten „Schwarzen“, den vielen fleißigen und „unsichtbaren“ Helfern hinter der Bühne, zu denen außerdem Regieassistenz, Masken- und Kostümbildner, Inspektion, Requisite und noch einige mehr gehören. Links zum Thema
Sicher ist das Theaterspielen ein sehr zeitintensives Hobby. Fast alle Kollegen auf und hinter der Bühne sind berufstätig.
Geprobt wird nach Feierabend und am Wochenende muss der Text gelernt werden. Aber für jeden, der Spaß daran hat, in andere
Rollen zu schlüpfen, und keine Scheu davor, auf einer Bühne zu stehen, ist es eine tolle Abwechselung und Ablenkung vom Alltag.
Neben den sprachlichen Fertigkeiten benötigt man ein wenig Talent, um Mimik, Gestik und Bewegung situationsgerecht einsetzen
zu können. Das Lampenfieber wird man im Übrigen nie ganz los. Es gehört zum Theater wie der Vorhang, die Bühne oder das
obligatorische Über-die-Schultern-Spucken, um einander Glück zu wünschen. Hier könnt ihr Theater spielen:Gefunden: 6 Einträge |
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