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SCIENCE CENTER UND MITMACH-MUSEEN

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Learning By Doing


„Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Da können wir der Kinder-Schlau-Mach-Sendung „Sesamstraße“ nur zustimmen. Und noch viel besser begreift man unsere komplizierte Welt, wenn man Dinge anfassen kann, dran herumdrehen, ruckeln, ziehen und drücken darf. In so genannten „Science Centern“ ist Anfassen erwünscht.


Schlau werden in Amerika

Wissen ist “in“ – Zumindest boomen Wissenschafts-Seiten in Zeitungen und Zeitschriften und Wissenssendungen im Fernsehen wie „Planetopia“ (Sat.1), „Galileo“ (Pro Sieben), „W wie wissen“ (ARD) oder „Clever“ (Sat.1). In Science Centern ist die Devise „Learning By Doing“. Das heißt, man kann durch spielerisches Experimentieren technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge und Phänomene verstehen. Mittlerweile gibt es weltweit mehr als 400 Science Center. Das erste Center wurde 1969 in San Franzisko eröffnet, das „Exploratorium“.

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Initiiert wurde es von dem amerikanischen Physiker Frank Oppenheimer. Basis des „Exploratoriums“ bilden die menschlichen Sinne: Gehör-, Seh-, Geschmacks-, Geruchs- und Tastsinn sowie die Sinne des Gleichgewichts, der Fortbewegung und des Hantierens. So gut wie alle danach eröffneten Science Center haben das Center in Kalifornien zum Vorbild.

Schlau werden in Europa und Deutschland

Wie immer brauchte es etwas Zeit, bis das „Science Center“-Konzept nach Europa kam. Erst in den 1980er Jahren entstehen europäische Center. Erwähnenswert sind bis heute: Danfoss Universe (Dänemark), Cité des Sciences et de L’Industrie (Frankreich), Nemo (Niederlande), Glasgow Science Center (Großbritannien), Technopolis (Belgien), Heureka (Finnland), Teknoteket (Norwegen), Techniquest (Großbritannien), Technorama Winterthur (Schweiz), BIOS Nationalparkzentrum Hohe Tauern (Österreich), Ciutat de les Arts i les Ciències (Spanien).

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Als erstes deutsches Science Center wird das Berliner Spectrum 1982 eröffnet. Erste so genannte „Experimentierstationen“ entstehen allerdings bereits 1980 in Flensburg unter dem Begriff „Phänomenta“. Weitere Phänomenta Science Center gibt es mittlerweile unter anderem in Bremerhaven und Peenemünde. Relativ neu ist noch das „Phaeno“ in Wolfsburg, das im November 2005 eröffnet hat. Mit der im September 2005 in Hameln eröffneten Erlebniswelt Renaissance wird der Ansatz erstmalig für ein geisteswissenschaftliches Thema umgesetzt.

Schlau werden in Bremen und Umgebung

Auch im Nordwesten Deutschlands könnt ihr euch aktiv schlau machen. Logo, in Bremen haben wir bei der Uni unser tolles Science Center „Universum“. Drei „Reisewege“ stehen zur Verfügung: Mensch, Erde, Kosmos. Hier kann man mit Hilfe von allerlei Experimentier-Stationen und Ausstellungsstücken Vorgänge im All, auf der Erde und bei uns selbst erfahren. Außerdem gibt es diverse Sonderveranstaltungen, wie das „Dinner im Dunkeln“: Man speist in einem vollkommen dunklen Raum und kann mal testen, wie gut seine restlichen Sinne ohne Sehsinn arbeiten (Termine: Jeden 1. Montag im Monat, Beginn: 19 Uhr. Anmeldung unter Tel. 0421 / 334 61 52).

Menschen liege in in einem bunt ausgeleuchteten Raum auf Liegen und gucken an die Decke. Foto: BTZ

Die psychedelische "Blüten-Lounge" in der "Botanika".
Foto: BTZ

In der „Botanika“ im Rhododendronpark könnt ihr Ausflüge nach Japan, nach Borneo und in den Himalaya unternehmen. In riesigen Gewächshäusern taucht ihr in exotische Umgebungen ein. Tipp: Die psychedelisch anmutende „Blüten-Lounge“. Hier liegt man auf bequemen Liegen und kann sich berauschen lassen von Licht, Geräuschen, Musik und Videoprojektionen.

Im „Deutschen Auswandererhaus“ bekommt man an der Kasse nicht nur eine Eintrittskarte, sondern auch eine „Identität“ (in der Eintrittskarte ist ein Chip, mit dessen Hilfe man bestimmte Ausstellungsstationen aktivieren kann), ein Mensch, der irgendwann mal von Bremerhaven aus ausgewandert ist. Seine oder ihre Geschichte begleitet einen durch das Haus. In sehr aufwendig gestalteten Räumen und Szenerien erlebt man hautnah das „Abenteuer Auswanderung“. Außerdem kann man mit Hilfe einer Datenbank weltweit nach Verwandten suchen, die vielleicht irgendwann mal ausgewandert sind.

Im St. Jacobus Packhaus im Schnoor gab es früher die multimediale Ausstellung „ZeitRaum“zu Bremens Geschichte. Nachdem diese Ausstellung schließen musste, ist dort nun das „Bremer Geschichtenhaus“. Hier wird man von Bremer „Originalen“ durch Bremens Geschichte geführt: Ein Böttcher (ein Fassmacher, daher der Name Böttcherstraße) erklärt einem, wie die Bremer mit einem cleveren Trick 1648 an das Linzer Diplom (Urkunde, die Bremen die Eigenständigkeit bescheinigte) gekommen sind, eine Frau eines Matrosen erzählt von Bremen als Schifffahrtsstadt, im Kaufmannskontor gibt’s frisch gemahlenen Kaffee zu trinken, Heini Holtenbeen (von dem gibt’s im Schnoor vor dem Packhaus-Theater eine Bronzefigur) verrät, warum er etwas seltsam ist und die Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried berichtet, wie sie mit „Mäuse-Butter“ (Butter mit Arsen) ihre komplette Verwandtschaft

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um die Ecke gebracht hat. In einem nachgebauten Bunkerraum erlebt man, unterstützt durch Geräusche und Lichteffekte, auf beklemmende Weise einen Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg.



von Miriam Ernst