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Alle Artikel dieser SerieKunst im öffentlichen RaumWir stellen euch in einer Serie ausgesuchte Kunstwerke vor, die in Bremen zu sehen sind und zwar an Straßen, auf Gehwegen, in Parks oder an Häuserwänden. In jeder Serie nehmen wir uns einen Stadtteil vor und wollen Lust machen, mal nicht an den Werken vorbeizulaufen, sondern einfach mal kurz stehen zu bleiben und hinzugucken.
Guck mal, was da steht!
"Das Ende": Bernd Altenstein, 1978, Bronze Bischofsnadel/ Wallanlagen Tag ein, Tag aus rennt in den Wallanlagen der arme Mann mit dem Kopf durch die Wand.
Beim Anblick wird man etwas depressiv. Altenstein lehrt Bildhauerei
an der Hochschule für Künste. Seine Arbeiten haben den Menschen
zum Thema. Bronze und Stein sind seine Materialien. In "Das Ende"
zeigt er den Menschen im Kampf gegen das Unabänderliche. Wer kennt nicht das Gefühl, sinnlos "gegen Wände" zu rennen!?
"Der Tröpfler": Daniel Spoerri, 2002, Bronze
BörsenhofSpoerri gestaltete den Brunnen vor dem Börsenhof aus etwa 80 aus Bronze nachgebildeten, historischen Zerkleinerungs-Küchengeräten, wie zum Beispiel Fleischwölfe. Spoerri
sagt dazu: "Es geht um die Reduktion des Menschen auf seine Überlebensfähigkeit,
den Prozess des Verdauens, das Zerkleinern." Das Wasser stellt dabei
das Element des Lebens dar, welches den Menschen umspült. Die Geräte sind echt faszinierend. Spannend, was es früher für Küchenutensilien gab. Ein näheres Hingucken lohnt - zumal eine Hand und ein Fuß in
Fleischwölfen versteckt sind! Igittigitt!
"Zehn Klänge und ein Baum": Christina Kubisch, 2005, Klanginstallation & Lichtanlage ContrescarpeDie Kubisch suggeriert uns mit Hilfe einer Installation liebliches
Vogelgezwitscher: Sie wird durch die elektrische Energie der Solarzellen
bestimmt und je nach Wetterlage variieren die akustischen Klänge.
Die in den Bäumen angebrachten Lautsprecher geben bei Sonne hellere,
dichtere und lautere Klänge, bei Dämmerung oder bewölktem Himmel
werden leise, zirpende, unregelmäßige Geräusche erzeugt, die an
Vögel erinnern. Die technischen Bestandteile dieser Arbeit sind
in das Gesamtbild des Gebäudes des Senators für Inneres und Sport
und seiner Umgebung eingefügt.
"Verkehrs-Turm": Per Kirkeby,
1988, Backstein DomsheideAch was, der rote Backstein-Turm gegenüber von McDonalds, in dem die Verkehrssicherung
der Bremer Straßenbahn AG untergebracht ist, ist also Kunst. Wer
hätte es gedacht. Er erinnert immer ein wenig an eine kleine Mini-Burg. Per Kirkeby ist einer der bekanntesten zeitgenössischen
Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eigentlich ist der Däne Maler und Architekt. Bremen darf sich freuen, denn der "Verkehrs-Turm" ist eine seiner wenigen bildhauerischen
Arbeiten. Wir besitzen also eine Seltenheit.
"Neptun-Brunnen": Waldemar Otto, 1993,
Granitbrunnen & Bronzefiguren DomshofLustige Menschen machen sich hier immer mal wieder den Spaß und kippen Waschpulver
in den Brunnen, so dass riesige Schaum-Berge den Brunnen umgeben.
Dieses "Happening" hat Waldemar Otto wohl nicht eingeplant. Der
Brunnenaufsatz zeigt eine Szene aus der griechisch-römischen Sagenwelt.
Der Meeresgottes Neptun reitet über die Wogen des Meeres dahin.
Aus vielen Öffnungen, z.B. aus den Nüstern der Pferde, fließt Wasser.
"Documenta II/ Aus dem Museum des Steins"
& "Der Böse": Ulrich Rückriem, 1988 Granit Herdentorsteinweg und Bahnhofstraße Sehen die Steine nicht aus, wie der rätselhafte Monolit aus Stanley Kubrick’s
Film "2001 – Odyssee im Weltraum"!? Sie stehen zwar mitten im Weg,
aber so manchem werden sie nicht wirklich aufgefallen sein. Seit
1980 arbeitet Rückriem ausschließlich mit dem Material Stein und
will damit die Natur in die Kunst zurückholen. Über seine Faszination
von Stein sagt der Künstler: "Der Stein wird oft mit einer Art Mythos
umgeben, der nicht darin enthalten ist. Das ist einfach: Stein hat
etwas Statisches, etwas Ewiges, etwas Schweres..."
"Eisengitter": Norbert Radermacher, 1988,
Eisen, Lack, Reflexfarbe HillmannsplatzNa, Hand auf’s Herz: Wer hat an diesem Gitter schon mal achtlos sein Fahrrad
angeschlossen oder hat sogar seinen Hund an den Baum pinkeln lassen?
Ja, dieses Gitter ist Kunst. Und bevor sich nun jemand ob seiner
Ignorant schämt: Dem Künstler möchte, dass sein Kunstwerk nicht
auf den ersten Blick erkennbar ist. Er möchte seine Objekte in den
Fluss des alltäglichen Geschehens einbinden. Die Wahrnehmungsfähigkeit
des Betrachters soll dabei auf die Probe gestellt werden.
"Mann mit Vogel": Stephan Balkenhol, 1996,
Bronzefigur auf Zinktisch Martinianleger Immer wieder bleiben Spaziergänger stehen und stutzen und auch
so mancher wissender Bremer guckt trotzdem manchmal noch mal hin:
Steht da wirklich jemand auf einem Podest? Sitzt da ein echter Vogel
auf der Schulter? Was ist das denn für eine Mega-Möwe? Nein, das ist eine Skulptur von Stephan Balkenhol. Er
wollte damit eine Skulptur von einem Menschen schaffen, der keine
persönlichen und individuellen Eigenschaften zu haben scheint und
der stumpfsinnig in die Gegend guckt. Ist ihm gelungen.
"Ottilie Hoffmann": Jürgen Cominotto, 1987,
Bronze Ostertorsteinweg/ Ulrichsplatz Das Kunstwerk ist eine Erinnerung an Ottilie Hoffmann (1835-1925). Sie war
Pädagogin und Sozialpolitikern, die sich in der Arbeiter- und Volksbewegung
engagierte. Als aktive Frauenrechtlerin war sie war Begründerin
des Bremer Vereins für alkoholfreie Speisehäuser und Volksgesundheit.
Mit ihrer Initiative wurden mehrere alkoholfreie Speisehäuser errichtet,
so z.B. auch das heutige "Café Ambiente" am Osterdeich. Die Skulptur
zeigt eine liegende, offensichtlich hilfsbedürftige Person, sowie
eine aufrecht stehende Figur, die sich helfend zuneigt.
"Aufgehender Mond": Haus-Rucker-Co./Manfred
Ortner, 1990 Scheibe, Stützen, Stahlrohr & Telefonzelle Postamt An der Weide Sind die Aliens unter uns und haben sie ihr Raumschiff vor dem Postamt 5 geparkt?
Absolut Außerirdisch sieht das Objekt vor der Post am Hauptbahnhof
aus. Es soll auch spacig sein, allerdings soll es ein "Aufgehender
Mond" sein. Die große, blaue Scheibe wird von langen Stützen getragen
und abends beleuchtet. Achtung: Die wie zufällig daneben stehende
Telefonzelle gehört übrigens zum Gesamtkunstwerk!
"Raupe", Bernd Uiberall, 1974, Acrylglas,
Polyester & Schaumstoff Präsident-Kennedy-PlatzEine der witzigsten Werke befindet sich auf dem Präsident-Kennedy-Platz:
Eine Pop-Art-Raupe aus Plexiglas kriecht aus einem Würfel. Bei Dunkelheit
leuchtet das Kunstwerk.1974 fand auf dem Platz die erste öffentliche
Bildhaueraktion in Bremen statt. Für die Dauer von drei Monaten
war der Platz ein öffentliches Künstleratelier. Deshalb stehen hier
noch besonders viele Skulpturen. Zu sehen sind hier noch Werke von Robert Schad, Hans Steinbrenner, Berto Laderer und Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff.
"Fragment", HAWOLI , 1989, Vanga-Granit
& Stahl Rudolf-Hilferding-PlatzMit seinem Kunstwerk nimmt der Künstler HAWOLI Bezug auf die Geschichte des Hauses, die gleichzeitig
die politische Geschichte spiegelt: Im Jahr 1928/1930 wurde das
Haus als Verwaltungsgebäude des Wollkonzerns "Nordwolle" der Bremer
Unternehmerfamilie Lahusen errichtet, in der Weltwirtschaftskrise
zog dann die nationalsozialistische Reichsfinanzverwaltung ein,
seit 1945 ist das Gebäude Sitz des Bremer Finanzsenators. Die vier
Säulen sind gestürzt, was heißen soll, die Macht ist gefallen. Die
aufrecht stehenden Säulen stellen ein poliertes Abbild der gestürzten
Pfeiler dar – die bestehende Macht ist geschwächt – und es fehlt
eine Säule, die verbliebenen Drei müssen durch eine Eisenklammer
zusammengehalten werden.
"Dialog", Peter-Jörg Splettstößer, 1991,
Danziger Findling & Bronzestein Wallanlagen/ Am Alten DeichHiermit wird eine Städtepartnerschaft künstlerisch dargestellt:
Der polnische Findling aus Danzig, eine der Partnerstädte Bremens,
trifft sein Abbild aus Bronze. Natur und Kunst und auch Ost und West werden
gegenübergestellt. Die imposanten Gebilde sind gleich neben der Kunsthalle zu sehen.
"Balance", Jan Meyer-Rogge, 1991, Stahl Weseruferpromenade/ Osterdeich Ein Balance-Akt: Zwei Stahlkreisbögen ergeben einen Halbkreisbogen,
sind aber unterschiedlich ausbalanciert, so dass ihre Schwerpunkte
verlagert sind. Gemeinsam halten sie den Rundeisenstab in der Waagerechten,
der so fixiert wird. Die Waagerechte der Plastik ist dabei im Dialog
mit der Waagerechten des Flusslaufes.
"Kinetische Plastik", Hein Sinken, 1973, Edelstahl Tiefer und BalgebrückstraßeWenn eine steife Brise an der Weser weht, kommt was in Bewegung:
Und zwar die Objekte von Hein Sinken. Seine Objekte werden erst
durch Wind und Wetter vollendet. Dann drehen sich seine Kugeln seiner
"Kinetischen Plastik" (1973; Balgebrückstraße/ Ecke Martinistraße) und die Balken seines "Windspiels" (Tiefer) , das man
gerne übersieht, weil man denkt, es seien Fahnenmasten oder was
ähnliches, schwenken Hin und Her. |
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