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Kunst im öffentlichen Raum
Wir stellen euch in einer Serie ausgesuchte Kunstwerke vor, die in Bremen zu sehen sind und zwar an Straßen, auf Gehwegen, in Parks oder an Häuserwänden. In jeder Serie nehmen wir uns einen Stadtteil vor und wollen Lust machen, mal nicht an den Werken vorbeizulaufen, sondern einfach mal kurz stehen zu bleiben und hinzugucken.

KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM: MITTE

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Guck mal, was da steht!


Bischofsnadel/ Wallanlagen
Börsenhof
Contrescarpe
Domsheide
Domshof
Herdentorsteinweg und Bahnhofstraße
Hillmannsplatz
Martinianleger
Ostertorsteinweg/ Ulrichsplatz
Postamt An der Weide
Präsident-Kennedy-Platz
Rudolf-Hilferding-Platz
Wallanlagen/ Am Alten Deich
Weseruferpromenade/ Osterdeich
Tiefer und Balgebrückstraße

Auf diesem Bild sehen wir eine mannshohe Bronzewand, in die ein Mann hinein moduliert wurde, der versucht durchzuspringen. Foto: H. Wieben

"Das Ende": Bernd Altenstein, 1978, Bronze
Foto: H. Wieben

Bischofsnadel/ Wallanlagen

Tag ein, Tag aus rennt in den Wallanlagen der arme Mann mit dem Kopf durch die Wand. Beim Anblick wird man etwas depressiv. Altenstein lehrt Bildhauerei an der Hochschule für Künste. Seine Arbeiten haben den Menschen zum Thema. Bronze und Stein sind seine Materialien. In "Das Ende" zeigt er den Menschen im Kampf gegen das Unabänderliche. Wer kennt nicht das Gefühl, sinnlos "gegen Wände" zu rennen!?
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Auf diesem Bild sieht man einen Brunnen, der aus nachgebildeten, alten Küchenschneidemaschinen gebaut ist. Foto: M. Hennig

"Der Tröpfler": Daniel Spoerri, 2002, Bronze
Foto: M. Hennig

Börsenhof

Spoerri gestaltete den Brunnen vor dem Börsenhof aus etwa 80 aus Bronze nachgebildeten, historischen Zerkleinerungs-Küchengeräten, wie zum Beispiel Fleischwölfe. Spoerri sagt dazu: "Es geht um die Reduktion des Menschen auf seine Überlebensfähigkeit, den Prozess des Verdauens, das Zerkleinern." Das Wasser stellt dabei das Element des Lebens dar, welches den Menschen umspült. Die Geräte sind echt faszinierend. Spannend, was es früher für Küchenutensilien gab. Ein näheres Hingucken lohnt - zumal eine Hand und ein Fuß in Fleischwölfen versteckt sind! Igittigitt!

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Auf diesem Bild sieht man Solarzellen über einer Fensterfront. Foto: J. Fliegner

"Zehn Klänge und ein Baum": Christina Kubisch, 2005, Klanginstallation & Lichtanlage
Foto: J. Fliegner

Contrescarpe

Die Kubisch suggeriert uns mit Hilfe einer Installation liebliches Vogelgezwitscher: Sie wird durch die elektrische Energie der Solarzellen bestimmt und je nach Wetterlage variieren die akustischen Klänge. Die in den Bäumen angebrachten Lautsprecher geben bei Sonne hellere, dichtere und lautere Klänge, bei Dämmerung oder bewölktem Himmel werden leise, zirpende, unregelmäßige Geräusche erzeugt, die an Vögel erinnern. Die technischen Bestandteile dieser Arbeit sind in das Gesamtbild des Gebäudes des Senators für Inneres und Sport und seiner Umgebung eingefügt.

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Auf diesem Bild sieht man einen etwa zehn Meter hohen Turm aus Backsteinen an der Straßenbahnhaltestelle Domsheide. Foto: H. Wieben

"Verkehrs-Turm": Per Kirkeby, 1988, Backstein
Foto: H. Wieben

Domsheide

Ach was, der rote Backstein-Turm gegenüber von McDonalds, in dem die Verkehrssicherung der Bremer Straßenbahn AG untergebracht ist, ist also Kunst. Wer hätte es gedacht. Er erinnert immer ein wenig an eine kleine Mini-Burg. Per Kirkeby ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eigentlich ist der Däne Maler und Architekt. Bremen darf sich freuen, denn der "Verkehrs-Turm" ist eine seiner wenigen bildhauerischen Arbeiten. Wir besitzen also eine Seltenheit.

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Hier sehen wir einen Brunnen, der eine Szene aus der griechisch-römischen Sagewelt darstellt. Der Meeresgott Neptun reitet nämlich fröhlich über die Wogen des Meeres dahin. Foto: J. Fliegner

"Neptun-Brunnen": Waldemar Otto, 1993, Granitbrunnen & Bronzefiguren
Foto: J. Fliegner

Domshof

Lustige Menschen machen sich hier immer mal wieder den Spaß und kippen Waschpulver in den Brunnen, so dass riesige Schaum-Berge den Brunnen umgeben. Dieses "Happening" hat Waldemar Otto wohl nicht eingeplant. Der Brunnenaufsatz zeigt eine Szene aus der griechisch-römischen Sagenwelt. Der Meeresgottes Neptun reitet über die Wogen des Meeres dahin. Aus vielen Öffnungen, z.B. aus den Nüstern der Pferde, fließt Wasser.

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Hier sehen wir einen großen, flachen Stein. Die schmale Kante ist poliert, die breite "Wand" rauh. Das spendet Schatten und ist Kunst. Foto: H. Wieben

"Documenta II/ Aus dem Museum des Steins" & "Der Böse": Ulrich Rückriem, 1988 Granit
Foto: H. Wieben

Herdentorsteinweg und Bahnhofstraße

Sehen die Steine nicht aus, wie der rätselhafte Monolit aus Stanley Kubrick’s Film "2001 – Odyssee im Weltraum"!? Sie stehen zwar mitten im Weg, aber so manchem werden sie nicht wirklich aufgefallen sein. Seit 1980 arbeitet Rückriem ausschließlich mit dem Material Stein und will damit die Natur in die Kunst zurückholen. Über seine Faszination von Stein sagt der Künstler: "Der Stein wird oft mit einer Art Mythos umgeben, der nicht darin enthalten ist. Das ist einfach: Stein hat etwas Statisches, etwas Ewiges, etwas Schweres..."

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Hier sehen wir zwei Eisengitter, wovon eines um einen Baum gebaut wurde. Foto: H. Wieben

"Eisengitter": Norbert Radermacher, 1988, Eisen, Lack, Reflexfarbe
Foto: H. Wieben

Hillmannsplatz

Na, Hand auf’s Herz: Wer hat an diesem Gitter schon mal achtlos sein Fahrrad angeschlossen oder hat sogar seinen Hund an den Baum pinkeln lassen? Ja, dieses Gitter ist Kunst. Und bevor sich nun jemand ob seiner Ignorant schämt: Dem Künstler möchte, dass sein Kunstwerk nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Er möchte seine Objekte in den Fluss des alltäglichen Geschehens einbinden. Die Wahrnehmungsfähigkeit des Betrachters soll dabei auf die Probe gestellt werden.

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Hier sehen wir einen bronzenden Mann mit einem Vogel auf der Schulter. Beide schauen auf die Weser. (Foto: J. Fliegner)

"Mann mit Vogel": Stephan Balkenhol, 1996, Bronzefigur auf Zinktisch
Foto: J. Fliegner

Martinianleger

Immer wieder bleiben Spaziergänger stehen und stutzen und auch so mancher wissender Bremer guckt trotzdem manchmal noch mal hin: Steht da wirklich jemand auf einem Podest? Sitzt da ein echter Vogel auf der Schulter? Was ist das denn für eine Mega-Möwe? Nein, das ist eine Skulptur von Stephan Balkenhol. Er wollte damit eine Skulptur von einem Menschen schaffen, der keine persönlichen und individuellen Eigenschaften zu haben scheint und der stumpfsinnig in die Gegend guckt. Ist ihm gelungen.

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Das Bild zeigt zwei Bronzestatuen. Die eine ist eine hilfsbedürftige Person, die auf dem Boden liegt. Die andere Person steht und neigt sich ihr helfend zu. (Foto: H. Wieben)

"Ottilie Hoffmann": Jürgen Cominotto, 1987, Bronze
Foto: H. Wieben

Ostertorsteinweg/ Ulrichsplatz

Das Kunstwerk ist eine Erinnerung an Ottilie Hoffmann (1835-1925). Sie war Pädagogin und Sozialpolitikern, die sich in der Arbeiter- und Volksbewegung engagierte. Als aktive Frauenrechtlerin war sie war Begründerin des Bremer Vereins für alkoholfreie Speisehäuser und Volksgesundheit. Mit ihrer Initiative wurden mehrere alkoholfreie Speisehäuser errichtet, so z.B. auch das heutige "Café Ambiente" am Osterdeich. Die Skulptur zeigt eine liegende, offensichtlich hilfsbedürftige Person, sowie eine aufrecht stehende Figur, die sich helfend zuneigt.

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Eine große blaue Scheibe wird meterhoch von 5 Stützen getragen. Gerüchte, dass der Künstler unter einer Absynth-Sucht leidet, haben sich bis dato nicht bestätigt. (Foto: J. Fliegner)

"Aufgehender Mond": Haus-Rucker-Co./Manfred Ortner, 1990 Scheibe, Stützen, Stahlrohr & Telefonzelle
Foto: J. Fliegner

Postamt An der Weide

Sind die Aliens unter uns und haben sie ihr Raumschiff vor dem Postamt 5 geparkt? Absolut Außerirdisch sieht das Objekt vor der Post am Hauptbahnhof aus. Es soll auch spacig sein, allerdings soll es ein "Aufgehender Mond" sein. Die große, blaue Scheibe wird von langen Stützen getragen und abends beleuchtet. Achtung: Die wie zufällig daneben stehende Telefonzelle gehört übrigens zum Gesamtkunstwerk!

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Hier sehen wir einen großen, gläsernden Würfel, aus dem eine Raupe klettert. Foto: J. Fliegner

"Raupe", Bernd Uiberall, 1974, Acrylglas, Polyester & Schaumstoff
Foto: J. Fliegner

Präsident-Kennedy-Platz

Eine der witzigsten Werke befindet sich auf dem Präsident-Kennedy-Platz: Eine Pop-Art-Raupe aus Plexiglas kriecht aus einem Würfel. Bei Dunkelheit leuchtet das Kunstwerk.1974 fand auf dem Platz die erste öffentliche Bildhaueraktion in Bremen statt. Für die Dauer von drei Monaten war der Platz ein öffentliches Künstleratelier. Deshalb stehen hier noch besonders viele Skulpturen. Zu sehen sind hier noch Werke von Robert Schad, Hans Steinbrenner, Berto Laderer und Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff.

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Dieses Bild zeigt drei rostige Metallstreben, die durch eine vierte, quer liegende verbunden werden. Das Ganze ist etwa fünf Meter hoch. Foto: J. Fliegner

"Fragment", HAWOLI , 1989, Vanga-Granit & Stahl
Foto: J. Fliegner

Rudolf-Hilferding-Platz

Mit seinem Kunstwerk nimmt der Künstler HAWOLI Bezug auf die Geschichte des Hauses, die gleichzeitig die politische Geschichte spiegelt: Im Jahr 1928/1930 wurde das Haus als Verwaltungsgebäude des Wollkonzerns "Nordwolle" der Bremer Unternehmerfamilie Lahusen errichtet, in der Weltwirtschaftskrise zog dann die nationalsozialistische Reichsfinanzverwaltung ein, seit 1945 ist das Gebäude Sitz des Bremer Finanzsenators. Die vier Säulen sind gestürzt, was heißen soll, die Macht ist gefallen. Die aufrecht stehenden Säulen stellen ein poliertes Abbild der gestürzten Pfeiler dar – die bestehende Macht ist geschwächt – und es fehlt eine Säule, die verbliebenen Drei müssen durch eine Eisenklammer zusammengehalten werden.

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Hier sehen wir zwei Findlinge, die nebeneinander liegen. Der eine ist schiefer-farben, weil er aus Bronze ist, und der andere grau, weil er ein richtiger Stein ist. Foto. J. Fliegner

"Dialog", Peter-Jörg Splettstößer, 1991, Danziger Findling & Bronzestein
Foto. J. Fliegner

Wallanlagen/ Am Alten Deich

Hiermit wird eine Städtepartnerschaft künstlerisch dargestellt: Der polnische Findling aus Danzig, eine der Partnerstädte Bremens, trifft sein Abbild aus Bronze. Natur und Kunst und auch Ost und West werden gegenübergestellt. Die imposanten Gebilde sind gleich neben der Kunsthalle zu sehen.

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Hier sehen wir zwei Metalbögen, die eine Metallstange balancieren. Im Hintergrund ist die Weser. Foto: M. Hennig

"Balance", Jan Meyer-Rogge, 1991, Stahl
Foto: M. Hennig

Weseruferpromenade/ Osterdeich

Ein Balance-Akt: Zwei Stahlkreisbögen ergeben einen Halbkreisbogen, sind aber unterschiedlich ausbalanciert, so dass ihre Schwerpunkte verlagert sind. Gemeinsam halten sie den Rundeisenstab in der Waagerechten, der so fixiert wird. Die Waagerechte der Plastik ist dabei im Dialog mit der Waagerechten des Flusslaufes.

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Auf diesem Bild ist ein Windspiel zu sehen. Foto: H. Wieben

"Kinetische Plastik", Hein Sinken, 1973, Edelstahl
Foto: H. Wieben

Tiefer und Balgebrückstraße

Wenn eine steife Brise an der Weser weht, kommt was in Bewegung: Und zwar die Objekte von Hein Sinken. Seine Objekte werden erst durch Wind und Wetter vollendet. Dann drehen sich seine Kugeln seiner "Kinetischen Plastik" (1973; Balgebrückstraße/ Ecke Martinistraße) und die Balken seines "Windspiels" (Tiefer) , das man gerne übersieht, weil man denkt, es seien Fahnenmasten oder was ähnliches, schwenken Hin und Her.

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von Miriam Ernst