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ÜberliefertesBei diesen Bremensien ist schon viel Wahres dran. Nur bei einigen Details stutzt man etwas und fragt sich, ob die Überlieferer den Geschichten durch eine gewisse Theatralik etwas Würze geben wollten. So wundert man sich bei der Bürgerweiden-Geschichte, ob der „Krüppel“ wirklich so bewegungsunfähig war oder ob er nur etwas langsamer war. Denn die Wirkung von Gräfin Emmas Mutzusprechung erinnert schon fast an Jesus, der Lahme zum Gehen brachte. Und ob die Fischer, die angeblich Bremen gegründet haben, wirklich dermaßen von einer Henne fasziniert waren oder vielleicht einfach nur ein Bierchen zu viel getrunken hatten oder alles nur ein Hirngespinst von Friedrich Wagenfeld ist, weiß man auch nicht so genau.
Eine der kuriosesten Sehenswürdigkeiten in Bremen. Gruselkabinett neben dem Dom: Der BleikellerWir haben einen der gruseligsten Orte in Norddeutschland aufzuweisen: Den Bleikeller. Denn in den Grüften des Domes mumifizieren Leichen. Warum weiß man bis heute nicht genau. Die „Premieren-Mumie“ war um 1450 ein Dachdecker, der vom Dom fiel, bzw. ein erschossener Offizier. Die Theorien driften auseinander, wer der Mann war. Auf jeden Fall kamen im Laufe der Zeit noch fünf weitere Tote hinzu, zum Teil Adelige, die auf der Durchreise waren. Bleikeller heißt er deshalb, weil in der Ostkrypta, ehemaliger Ort des Bleikellers, Blei für das Domdach lag. Die Mumifizierungen führte man damals auf „Bleistrahlung“ zurück. Heute liegt der Bleikeller außerhalb des Doms.
Der Bremer Ratskeller. El Dorado für Bacchus: Der Bremer RatskellerDer Bremer Ratskeller ist mit 600 Jahren einer der ältesten Weinkeller in Deutschland und ist bei Weinkennern weltweit bekannt. Auf der Weinkarte stehen über 650 deutsche Weine, über 1000 lagern im Keller. Der älteste Flaschenwein ist aus dem Jahr 1727 und der älteste Fasswein von 1653. Letztere sind eher Schätze als trinkbar. Lecker dagegen ist der Wein vom hauseigenen Weinberg an der Mittelmosel. Dem Wein sind auch die Politiker nicht abgeneigt. So liegt die Wahrheit wenn schon nicht in der Politik so wenigstens im Wein: In vino veritas. Der Rat ließ sich schon früh eine Treppe direkt vom Ratssaal in den Keller bauen. Und auch wenn die „Logen“ am Rand, die so genannten „Priölken“, kuschelig sind, so darf man sie nicht für Rendez-Vous nutzen. Im altehrwürdigen Keller wird darauf geachtet, dass die Türen nur geschlossen werden, wenn sich in ihnen mehr als zwei Gäste befinden.
„Drei Mal ist Bremer Recht“ Die beste Ausrede für Misslingen: „Drei Mal ist Bremer Recht“Ach, als Bremer kann man sich nach zwei misslungenen Versuchen an irgendwas immer herrlich rausreden mit „Dreimal ist Bremer Recht“. Das Sprichwort geht auf verschiedene Dinge zurück, in der die Zahl Drei eine Rolle spielt. Die Zahl spielte einmal im Rechtsleben eine große Rolle: Man brauchte beispielsweise immer drei Zeugen und manche Urteile hatten erst nach drei Gerichtstagen Gültigkeit. Als zweites hatten die Bremer anderen Städten drei Rechte voraus: Die Ratsherren trugen Gold und Pelze, die Stadt besaß ein eigenes Gericht und die Kaufleute hatten freie Schifffahrt.
Der letzte Ort von Gesche Gottfried - der
Spuckstein. SpucksteinNach dem Bleikeller ist der Spuckstein ein weiteres gruseliges Erbe aus der Bremer Vergangenheit. An der Westseite vom Dom ist ein schwarzer Stein mit eingemeißelten Kreuz eingelassen. An dieser Stelle stand das Schafott, das die Giftmörderin Gesche Gottfried (1785-1831) enthauptete. Es war übrigens die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen. Gesche waren 15 Morde und 15 versuchte Morde nachgewiesen worden. Als Zeichen der Abscheu spucken Bremer gerne mal auf den Stein, deshalb „Spuckstein“. Da nebenan jedoch gleich das Rathaus ist, spukt der eine oder andere vielleicht auch gerne mal auf die Politik ...
Der Roland. RolandNun ist er schon über 600 Jahre alt und sieht frisch aus, wie am ersten Tag: Der Roland. Zusammen mit dem Rathaus ist er seit Juli 2004 UNESCO-Weltkulturerbe.
Der fesche junge Mann aus Stein wurde 1404 errichtet und ist mit seinen insgesamt 10,22 Metern eine der ältesten und schönsten Rolandstatuen, die einst als Symbol für Freiheit und Marktrecht auf Marktplätzen in Mitteleuropa errichtet wurden. Weltweit gibt es über 100 Rolande. Vorbild für die Figur war ein Begleiter von Kaiser Karl dem Großen. Auch in Bremen ist er Symbol für Bürgerstolz und Freiheitssinn. Die Handschuhe stehen für die Marktgerechtigkeit und den Marktfrieden, das Schwert ist die Gerichtsbarkeit, das entblößte Haupt symbolisiert den Respekt der Bremer vor dem Kaiser. Der Standort wurde gewählt, weil auf dem Markt früher Gerichtsurteile gefällt wurden. Und weil die „Stadtfreiheit“ dem Dom und dem Erzbischof die Stirn bieten soll. Der Bremer Roland hat zwei Besonderheiten: Der Abstand zwischen den spitzen Knien entspricht der alten Maßeinheit „Bremer Elle“. So konnte man auf dem Markt immer gleich checken, ob man übers Ohr gehauen wird.
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