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ZweifelhaftesBei diesen Bremensien ist schon viel Wahres dran. Nur bei einigen Details stutzt man etwas und fragt sich, ob die Überlieferer den Geschichten durch eine gewisse Theatralik etwas Würze geben wollten. So wundert man sich bei der Bürgerweiden-Geschichte, ob der „Krüppel“ wirklich so bewegungsunfähig war oder ob er nur etwas langsamer war. Denn die Wirkung von Gräfin Emmas Mutzusprechung erinnert schon fast an Jesus, der Lahme zum Gehen brachte. Und ob die Fischer, die angeblich Bremen gegründet haben, wirklich dermaßen von einer Henne fasziniert waren oder vielleicht einfach nur ein Bierchen zu viel getrunken hatten oder alles nur ein Hirngespinst von Friedrich Wagenfeld ist, weiß man auch nicht so genau.
Die Bremer Bürgerweide. Emma und der „Krüppel“: Die Entstehung der BürgerweideIm Jahr 1032 beschwerten sich die Bremer bei Gräfin Emma aus Lesum, dass sie kein Weideland für ihr Vieh hätten. Sie besaß fruchtbaren Boden, dort, wo heute die Bürgerweide ist. Emma versprach, sie wolle den Bremern so viel Land überlassen, wie ein Mann an einem Tag umgehen könne. Ihr geiziger Schwager Herzog Benno von Sachsen fand das gar nicht lustig. Da er die Aktion überwachen sollte, suchte er einen „Krüppel“ aus, der kaum von der Stelle kam. Doch Gräfin Emma machte dem Mann mit einem Gebet Mut und plötzlich entwickelte dieser ungeahnte Kräfte. Am Ende des Tages hatte er das Gebiet umrundet, wo heute die Bürgerweide, die Stadthalle und der Bürgerpark sind. Künftig trieben die Bremer ihr Vieh zur Bürgerweide durch das „Herdentor“ und die Schweine durch die „Sögestraße“ (Schweinestraße). Angeblich erinnert die Figur zu Füßen des Rolands an den „Krüppel“, aber es gibt auch die Version, dass er ein enthaupteter Verbrecher sei und damit ein Hinweis auf die Gerichtsbarkeit Bremens.
Vom Fischerdorf zur Hansestadt. Trautes Heim beim Hennen-Nest: Die Entstehung Bremens„Ein Häuflein armer Fischer, auf der Suche nach einem neuen Zuhause, die jetzt also ganz verzweifelt auf der Weser unterwegs waren und dann in den letzten Strahlen der Abendsonne eine Henne sahen, die auf einer Düne am Ufer ein Nest scharrte für ihre Küken. Und da haben sich dann die Fischer gedacht: Wo diese Henne ihr Nest hat, da wollen auch wir zuhause sein.“ Vor mehr als 1200 Jahren legten die Fischer angeblich am Weserufer an und gründeten die Siedlung „Bremum“, das heutige Bremen. Schriftsteller Friedrich Wagenfeld (der mit den Sieben Faulen) schrieb diese angeblich mündlich überlieferte Geschichte Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Aber er hat sie wohl selbst erfunden. Aber wer weiß, denn es gibt diverse Hennen-Abbildungen in der Stadt: An der Frontseite des Rathauses und in der Böttcherstraße, beim Glockenspiel. Hier hängt sogar ein Schild: „In grauer Vorzeit sahen Fischer am Saume der Düne ‚Die Gluckhenne’. Als gutes Vorzeichen siedelten die Fischer hier an. Sie nannten es Brimun/Bremun – Die heutige Hansestadt Bremen.“ |
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