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EHRENAMT

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Freiwilliges Engagement für obdachlose Menschen


Auf diesem Bild sieht man drei junge Frauen vor einem Aufhänger, auf dem steht, dass man sich engagieren soll, statt rumzuhängen. Foto: bremen4u/Uwe Wichert

Zia war selbst in Not und hilft nun Obdachlosen.
Foto: bremen4u/Rebecca Klein

"Das war ein richtiger Berber." Zia Gabriele Hüttinger schmunzelt beim Gedanken an Geronimo, einen Obdachlosen, der eben noch vor ihr stand und der außer einem Schlafsack, einer Isomatte und ein paar langen Unterhosen auch bei dieser extremen Kälte partout kein Wohnungsangebot annehmen wollte.


Zia ist Hartz-IV-Empfängerin, gelernte Erzieherin und Köchin. Aus ihrer eigenen Not entstand eine große Kraft, anderen zu helfen. Wütend über die Zustände in der Gesellschaft, orientiert sich Zia an Werten wie Nächstenliebe und findet Halt in der Gemeinschaft. Vor allem in ihrer "Initiative Suppe für Obdachlose und Bedürftige".

Mehr als eine warme Suppe

Doch eine Suppe macht längst nicht mehr alle satt! Am Bahnhof warten schon mal bis zu 150 Menschen am Monatsende auf das Fahrrad, mit dem Zias Team zwischen Herdentor und Hauptbahnhof die über Spenden finanzierten Speisen verteilt. Sie selbst will vor allem "Hilfe zur Selbsthilfe anbieten" und nimmt die Menschen dabei so an, wie sie zu ihr kommen. Oft geht sie dann mit ihrer Hilfe weit über die Essensausgabe hinaus und begleitet Obdachlose ins Krankenhaus oder steht ihnen am Sterbebett bei.

Kontakt

Ihr Durchhaltevermögen verdankt Zia größtenteils den Bedürftigen selbst: "Es ist nicht die Suppe, die ich gebe – sie ist nur das Transportmittel für den menschlichen Kontakt. Man bekommt alles doppelt und dreifach zurück: Fürsorge, Wärme, Freundschaft", resümiert sie.

Engagement neben Fulltimejob

Zeitgleich in den Räumen des Vereins für Innere Mission in Bremen: Die Diplom-Sozialpädagogin Waltraud Wulff-Schwarz ist mitten im Erstgespräch mit einer jungen Frau, die sich trotz Fulltimejob am Wochenende im "frauenzimmer" freiwillig engagieren möchte.
Das frauenzimmer ist ein Treff nahe der Brill-Kreuzung. Allmut Beetz und Katja Missel kochen hier schon seit mehreren Jahren für obdachlose Frauen und geben Getränke aus. Gerade beenden sie ihren gemeinsamen zweistündigen Dienst. "Haben wir alles fertig? Prima, dann mok mal an", ruft Katja durch die Küche, während mit den letzten Handgriffen die geleerten Teller in der Spülmaschine verschwinden.

von Rebecca Klein