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SCHWULE UND LESBEN IN BREMEN

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Zum Feiern in die Nachbarstadt


Auf diesem Bild sieht man die Gay-Kneipe Queens von außen. Foto: Michael Ihle

Das Queens zählt zu den wenigen Bremer Gay-Kneipen.
Foto: Michael Ihle

Das große Freizeitangebot erfährt im Nachtleben keine Fortsetzung. Nach wie vor fahren viele Schwule und Lesben nach Oldenburg, Hamburg oder Hannover, um eine rauschende Party zu erleben.


"In Bremen fehlt einfach die Konstanz. Da gibt es viele Wochenenden ohne eine einzige schwul-lesbische Party", erklärt Jan von der Jugendgruppe im Rat & Tat.

Immerhin hat die Kneipenkultur hier eine lange Tradition: Das Café Kweer, das Queens und die Bronx beglücken seit Jahrzehnten ihre Stammgäste. Schwer angesagt sind heute außerdem das Friends in der Rembertistraße und - für Freunde von Lack und Leder - die Zone 283 in der Kornstraße. Fast alle Bars und Kneipen richten sich mehr oder weniger explizit an schwule Gäste - Lesben werden meist geduldet, aber nicht sonderlich hofiert. Das gilt auch für Bremens einzige Gay-Disco, das Downtown (Ex-Tom's). Dem konkurrenzlosen Club schlägt seit Jahren eine Art Hass-Liebe entgegen. Während ältere Stammgäste und viele junge Cliquen hier von Mittwoch bis Samstag ausgelassen feiern, machen sich Lesben und anspruchsvollere Szenegänger eher auf den Weg nach Oldenburg, wo nette und oftmals aufwendig dekorierte Partys ins Alhambra locken.

Queer in Bremen

Genau da setzt Julian Wilke mit seiner neuen Gay-Party "Heaven's Calling" im Gleis 9 1/4 an. Zweimonatlich möchte der 23-jährige Student eine anspruchsvolle "Party mit Gesicht" auf die Beine stellen, "die eine familiäre Atmosphäre schafft und auch Heteros begeistert." Zum Auftakt ließen sich rund 700 Gäste von kreativen Drinks und fantasievollem Bodypainting begeistern. Die Fortsetzung am 22. Mai steht - passend zum Kirchentag - unter dem Motto "Heaven's Calling goes Kreuz & Queer". Wer sich auf der Party das Ja-Wort gibt, darf sich auf eine Überraschung freuen. Aber keine Sorge, hier stehen keine religiösen oder politischen Statements im Vordergrund: "Es soll uns und den Besuchern vor allem Spaß machen", verspricht Julian.

von Florian Preuß



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