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Interview mit Björn Meyer
Björn Meyer ist überzeugter Klimaschützer
Ist die Rede über den Klimaschutz im Allgemeinen Schwarzmalerei? Oder geht Bremen bald unter?Ich bin überzeugt, dass sich die Menschheit in einer Phase befindet, die für die Zukunft der Erde von entscheidender Bedeutung ist. Die große Mehrheit der Wissenschaftler hat – vor allem im Weltklima der UNO – überwältigende Beweise für den Einfluss der Menschen auf das Klima geliefert. Sollte es uns nicht gelingen, den CO2-Austoß deutlich zu verringern, ist zumindest der Wandel des Klimas bald nicht mehr zu stoppen. Woran merken wir die Klimaveränderungen?Noch merken wir nicht besonders viel in Bremen. Die vergangenen zehn Jahre wurden im Durchschnitt zwar immer heißer, aber extreme Wetterkapriolen wie Orkane oder Trockenperioden sind bei uns noch relativ selten. In anderen Teilen der Erde hingegen sind die Folgen des Klimawandels bereits deutlich spürbar, vor allem in den eh schon trockenen Gebieten Zentralafrikas, in Ozeanrandgebieten wie Bangladesch, aber z.B. auch in Australien (das Land leidet gerade unter einer extremen Hitzeperiode), Kalifornien mit seinen Waldbränden (und tagelangen Regenfällen wie im Moment) sowie die Zunahme der Anzahl von Stürmen und ihrer Intensität in der Karibikregion mit dem Stichwort New Orleans. Kann eine einzelne Person überhaupt etwas bewegen?Natürlich macht es keinen Unterschied, wenn ein paar Leute Energiesparlampen nutzen und gleichzeitig riesige neue Kohlekraftwerke gebaut werden, die einen zigfachen CO2-Ausstoß verursachen. Dennoch gibt es Dinge, die wir in den Industriestaaten, die für einen Großteil des CO2-Ausstoßes verantwortlich sind, tun können und daher bedenken sollte. Weniger Auto fahren zum Beispiel, Fliegen auch nur wenn es anders nicht möglich ist, den eigenen Fleischkonsum reduzieren (was gleichzeitig auch noch der eigenen Gesundheit zu Gute kommt), regionale und saisonale Produkte (z.B. Obst, Gemüse, Milchprodukte) kaufen, die nicht Hunderte von Kilometern auf dem Lkw transportiert wurden. Und was für die Ernährung richtig ist, gilt übrigens auch für den übrigen Konsum: weniger ist besser, Second Hand (z.B. auf dem Flohmarkt) besser als neu. Zudem sollte jeder zu einem echten Ökostromanbieter wechseln. Und was vielleicht noch viel wichtiger ist: Jeder kann sich einmischen, kann sich informieren, Freunde überzeugen, die verschiedenen Kampagnen (u.a. im Internet) der Umweltorganisationen unterstützen und sich auch direkt an die eigenen Bundestagsabgeordneten vor Ort wenden. Fazit: Gemeinsam können viele einzelne Personen viel bewegen. Links zum ThemaGibt es in der Bevölkerung ein erhöhtes Bewusstsein für die Thematik?Ja, aber es fehlt bei vielen die Umsetzung im Alltag. Zudem ist es häufig schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen: die wenigsten Produkte im Supermarkt lassen uns erkennen, unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Brauchen wir neue Gesetze, damit nachhaltig gewirtschaftet und gelebt wird?Davon bin ich überzeugt. Die erfolgreiche Begrenzung des Klimawandels kann nur durch die Politik erreicht werden. Umso wichtiger ist es, dass sich so viele Menschen wie möglich einmischen, aktiv werden, um gemeinsam den Druck auf die von uns gewählten Politiker zu erhöhen, damit diese sich gegen die Profit-Interessen der Wirtschaft durchsetzen und wirkungsvolle Gesetze erlassen. Haben Sie einen persönlichen Tipp, Klimaschutz zu betreiben?Tipps habe ich jede Menge: weniger Fleisch essen, echten Ökostrom beziehen, sich informieren, Freunde motivieren mitzumachen, weniger Fliegen und weniger mit dem Auto fahren. Sich informieren und einmischen in die täglichen politischen Entscheidungen - und natürlich zum kunstdiewelt-Stammtisch kommen. |
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