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KÜNSTLER IN BREMEN

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Christian Przygodda - Musiker, bildender Künstler


Auf diesem Bild sieht man Christian Przygodda mit Gitarre. Foto: Sarah Hillebrecht

Christian Przygodda macht nicht nur Musik.
Foto: Sarah Hillebrecht

Was machst Du?


Ich arbeite auf zwei Ebenen, musikalisch und bildnerisch. In der Musik bin ich vor allem unter dem Pseudonym "Hausmeister" seit 2000 tätig. Es gibt davon bisher neun reguläre Alben. Daneben mache ich u.a. mit meiner Frau Straßenmusik aus Leidenschaft. Als bildender Künstler arbeite ich zurzeit mit drei Galerien zusammen, Art Cux in Cuxhaven, Galerie Deichstraße in Hamburg und dem Kunstkontor in Lübeck.

Was bezweckst Du mit Deiner Kunst? Wie setzt Du das um?

Meine Kunst ist nicht zweckgebunden, das sollte Kunst auch nicht sein, das ist etwas Wesentliches der Kunst. Natürlich kann auch eine Auftragsarbeit gute Kunst sein, ich habe die vergangenen 13 Jahre Hunderte Aufträge gemalt. Kunst kommt von "müssen". Ich tue nichts anderes. Mein Bestreben zielt darauf hin, meine Mittel zu beherrschen und optimal für die eigene Sprache zu nutzen, das ist schwer genug. Jede Arbeit bedeutet Problemlösung, vielleicht Zweifel, das gehört dazu. Es gibt keine Vorbilder, nur Verwandte.

Wen willst Du damit erreichen?

Meine Kunst sucht sich ihre Adressaten, oder sie wird gesucht. Meine Hörer leben irgendwo auf der Welt, manchmal melden sich welche, das ist schön. Wenn ich Straßenmusik mache, gehe ich zu den Leuten. Ich gebe ihnen etwas Echtes, umsonst, dafür sind viele dankbar. Ich sehe es als eine soziale Geste an, die Not tut.

Auf diesem Bild sieht man ein Gemälde von Christian Przygodda. Foto: Sarah Hillebrecht

Kunst hat für Christian nichts mit Geld zu tun.
Foto: Sarah Hillebrecht

Kannst Du davon leben? Welche Unterstützung bekommst Du von wem?

Ein Stück Musik von mir kostet im Netz 90 Cent, ein Bild kann 2000 € kosten, das Musikstück kann besser sein. Kunst hat nichts mit Geld zu tun. Ich nehme Geld, weil ich hier und jetzt lebe und keine Zeit habe, etwas anderes zu tun. Da die Dinge, die für mich entscheidend sind, nichts mit Geld zu tun haben, brauche ich auch wenig, das bedeutet für mich Freiheit. Geld ist meistens mit Unfreiheit gleichzusetzen.

Kann man lernen, ein Künstler zu sein?

Künstler zu sein, heißt schon immer auch, eine Haltung einzunehmen, das ist extrem unbequem und in Zeiten der Entindividualisierung nicht leichter geworden. Diese Gesellschaft leistet sich den Luxus, auf lebendige Kunst zu verzichten. Wenn man davor keine Angst hat, kann man es lernen, Künstler zu sein – auch heute.

Hast Du die Welt schon ein Stück verändert?

Soweit es um die Lebenswelt der Menschen geht, verändere ich diese ständig, nicht nur mit meiner Kunst. Es kann nur darum gehen, Verantwortung zu spüren und entsprechend zu leben. Das ist eine Grundvoraussetzung für Demokratie und offenbar sehr unpopulär. Leider kommt das dem System der Machtmonopolisierung sehr entgegen!