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KÜNSTLER IN BREMEN

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Shiml - Musiker


Auf diesem Bild sieht man den Musiker Shiml. Foto: fr

Shiml experimentiert momentan mit verschiedenen Musikstilen.
Foto: fr

Was machst Du?


In erster Linie rappe ich jetzt seit acht Jahren. Aber in der ganzen Zeit habe ich auch schon immer viel für mich selbst und andere Künstler aus verschiedenen Bereichen produziert. Momentan probiere ich, mich in neue Richtungen zu entwickeln und neue Musikstile wie Drum and Bass, Rap und Elektro miteinander zu verknüpfen und etwas Neues zu schaffen.

Was bezweckst Du mit Deiner Kunst? Wie setzt Du das um?

Musik ist ein Sprachrohr für mich. Gerade die Musikrichtung, die ich betreibe, wird vorwiegend von jungen Leuten gehört. Es tut gut, ohne Tabus sagen zu können, was man denkt, und noch besser ist es, zu sehen, dass viele andere Leute dieselben Ansichten haben. Für mich ist das ein Entkommen aus dem Alltag und eine Form der Selbstdarstellung. Das lebe ich frei aus, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Und es ist gut zu wissen, das einem das niemand nehmen kann.

Wen willst Du damit erreichen?

Vorwiegend junge Leute, denen die Musik hilft und etwas gibt. Viele meiner Fans und Hörer kommen aus Problemvierteln oder müssen sich stark mit ihrem Leben beschäftigen. Natürlich ist das nicht nur der Fall. Viele sind auch ganz durchschnittliche Jugendliche. Ich denke, es ist das Gefühl, dass jemand etwas sagt, was sie selbst beschäftigt und dass sie in der Gesellschaft oft nicht aussprechen können und dürfen, was sie vereint.

Textauszug aus dem Song "Kannst du ihn sehen?" von Shimls aktuellem Album "Im Alleingang"

  • Ein Stift und Zettel, eine Idee,
    und ein Stück vom Traum,
    eine Bühne, ein Mikro,
    und ein wenig Licht im Raum,
    eine Person vor der Bühne,
    die ihm zuhören kann,
    die die Hände hebt und hochschreit "Junge, du bist dran!"

Kannst Du davon leben? Welche Unterstützung bekommst Du von wem?

Ich hatte schon immer neben der Musik einen Job und arbeite auch heute noch sehr viel nebenbei. Ohne geht es nicht. Als Künstler in meinem Status ist es eine Illusion, von der Musik leben zu wollen. Erst recht bei dem Zielpublikum und in Zeiten des Internets. Ich bin froh, wenn ich die Ausgaben wieder einspiele.

Kann man lernen, ein Künstler zu sein?

Ich denke, das ist eine Einstellungssache. Jeder kann Musik machen. Man muss sich nur im Klaren sein, dass dazu viel Arbeit gehört. Hätte ich die Massen an Stunden über die Jahre bezahlt bekommen, müsste ich vielleicht nie wieder arbeiten. Solange man sich nicht verbiegt, wird meist eine klare Linie dabei herauskommen und die Musik wird automatisch authentisch.

Hast Du die Welt schon ein Stück verändert?

Es freut mich zu sehen, dass ich etwas bewirken kann und dass meine Hörerschaft nicht nur die Musik hört, sondern auch darauf reagiert und sich eine Meinung bildet. Das bedeutet für mich Musik und ich finde, das setze ich auch so um.