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Dr. Hauke Hirsinger - Musiker und Schauspieler
Hauke Hirsinger in Norddeutschlands erstem Vietnamfilm. Was machst Du? Ich bin so was Ähnliches wie ein Musiker und Schauspieler. Ich singe, seit ich 15 bin, in diversen Bands. Obwohl die meisten Menschen wohl eher von Gebrüll sprechen würden – mit meiner Band Zodiac machen wir Death Metal. Schauspieler bin ich noch nicht ganz so lange. Wir machen seit etwa fünf Jahren Amateurfilme in Bremen. Unser Erstlingswerk war "Deadly Nam". Das ist Norddeutschlands erster Vietnamfilm gewesen. Den haben wir in einem Landschaftschutzgebiet in Verden gedreht. Mit "wir" meine ich etwa 20 Freunde, die bis dato weder Schauspieler noch Kameraleute oder Drehbuchautoren waren. Danach gab es "City Kill", eine Hommage an die 80er-Jahre-Serie "Miami Vice". Beide Filme sind auch in Bremer Kinos gelaufen und – was uns wirklich verwundert hat – als DVDs bei einem Berliner und einem Schweizer Label erschienen. Die konnte man tatsächlich in der Videothek ausleihen oder bei Saturn kaufen. Unser neuester Film "The Hunt" wird gerade geschnitten und muss noch synchronisiert werden. Der handelt von einem Massenmörder auf einem Achimer Bauernhof. Was bezweckst Du mit Deiner Kunst? Wie setzt Du das um? In erster Linie bin ich tatsächlich ein kreativer Mensch und brauche ein Ventil für diese Kreativität. Jetzt könnte man selbstverständlich fragen, warum ich dann nicht vernünftige Kunst mache. Die Antwort ist sehr einfach: Ich hab keine Lust dazu. Ich finde Kunst ist ein total überbewerteter Begriff und viele, die sich Künstler nennen, nehmen sich viel zu ernst. Das gilt auch für die Konsumenten. Ich mache einfach, wozu ich wirklich Lust habe und was mir Spaß macht. Ich habe einen "schrägen" Humor, also mache ich "schräge" Kunst. Mehr Infos zum ThemaWas willst Du damit erreichen? Eigentlich nicht viel. Mit der Band bringen wir eine "politische" Message rüber. Vereinfacht würde sie vielleicht lauten: Denk für dich selbst! Mit dem Schauspielern geht es mir tatsächlich nur um den Spaß. Ich wollte wirklich niemals Darsteller werden und die Tatsache, dass ich jetzt in meiner Freizeit sowas Ähnliches bin, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Vor allem, weil ich ein großer Filmfan bin und deshalb um die fragwürdige Qualität unserer Werke weiß. Aber wie gesagt: Es macht unheimlich viel Spaß, ein schlechter Schauspieler zu sein. Kannst Du davon leben? Welche Unterstützung bekommst Du von wem? Natürlich könnte ich niemals von meiner Kunst leben. Selbst "richtigen" Künstlern fällt das schwer, habe ich mir sagen lassen. Ich bin promovierter Historiker und arbeite als Redakteur beim Weser Report. Das ist übrigens auch ein kreativer Beruf – zumindest manchmal. Kann man lernen, ein Künstler zu sein? Ich glaube nicht. Entweder man hat was zu sagen oder nicht. Aber ich finde sowieso, dass "Künstler" ein total überbewerteter und vielleicht sogar alberner Begriff ist. Link zum ThemaHast Du die Welt schon ein Stück verändert? Ich befürchte nicht. Das Geschichtsstudium hat bei mir eigentlich nur zu einer Erkenntnis geführt: Menschen verändern sich nicht. Wir machen schon seit Tausenden Jahren immer wieder den gleichen Unsinn. Nur weil wir heute nicht mehr in Höhlen um ein Feuer sitzen und unseren Nachbarn eine Keule an den Kopf knallen, heißt das nicht, dass sich etwas Grundlegendes geändert hätte. Unsere Höhlen sind Mietwohnungen mit Heizkörpern und unsere Keulen heißen Walther oder Colt. |
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