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WOHNOPOLY

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"Raum ist in der kleinsten Hütte ...


Auf diesem Bild sieht man die Außenansicht der Wohnung. Foto: Anja Herrmann

Der Erker der winzigen Wohnung von außen.
Foto: Anja Herrmann

... für ein glücklich liebend Paar", wusste schon Schiller. Na hoffentlich behält er Recht, dachten mein Freund und ich, als wir unser potenzielles neues Zuhause inmitten der Neustadt das erste Mal sahen. Was die Wohnung betrifft, war es Liebe auf den ersten Blick, besonders wegen des komplett verglasten Erkers mit tollem Ausblick Richtung Kornstraße, schön hell und der perfekte Platz für unsere Hängematte. Aber unsere Freunde hatten Zweifel: ein Miniatur-Raum plus einem Liliput-Schlafzimmer von 8 m² nebst Balkon in doppelter Bierkastengröße seien doch eher als Single-Bude geeignet.


Hier sieht man die Hängematte in der kleinen Wohnung. Foto: Anja Herrmann

Gemütlichkeit in großer Dimension.
Foto: Annika Wachter

Bei einer solch winzigen ersten gemeinsamen Bleibe sei ein baldiger klaustrophobischer Nervenzusammenbruch vorprogrammiert. Wir ließen uns nicht beirren; auch dass die Wohnung früher einmal als Puff genutzt wurde, konnte unsere Begeisterung nicht trüben. Inzwischen wohnen wir seit fast zwei Jahren zufrieden in unserer winzigen WG. Die Vorteile: Gemütlichkeit, erschwingliche Miet- und Nebenkosten und wenig Aufräumaufwand. Aber manchmal geht uns das beschränkte Platzangebot doch auf die Nerven, z.B. aufgrund des wenigen Stauraums, der fehlenden Rückzugsoptionen und der Übernachtungs(un)möglichkeiten für Gäste. Dennoch überwiegen alles in allem die Vorteile, sogar Partys mit 25 Personen haben wir schon logistisch gemeistert, ohne dass jemand aufgrund der 1,8 m² pro Gast Amnesty International informiert hat.

von Anja Herrmann