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DAUERBRENNER DAUERWELLE

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Curly Sue trotzt den Jahrzehnten


Auf diesem Bild pink farbene Locken zu sehen. Foto: photocase.com/Cathrinsche

Moderne Lockenwickler.
Foto: photocase.com/Cathrinsche

In „Natürlich Blond“ löste Reese Witherspoon mit ihrer Hilfe einen Mordfall. Die „Drei Engel für Charlie“ von 1976 bis 1981 auf etwas andere Weise wahrscheinlich auch. Die einen lieben sie, die anderen finden sie fürchterlich: Die Dauerwelle. Inzwischen hat die von Star-Friseur Udo Walz liebevoll „Knüppelkrause“ genannte Dauerwelle über 100 Jahre auf dem Buckel.


Wie es ging

Nun ja, es mussten viele Frauen sehr leiden, damit sie erfunden werden konnte. Ein gewisser Karl Ludwig Nessler hatte sich in den Kopf gesetzt, die Dauerwelle zu erfinden. Und die Frauen aus seinem Umfeld mussten den Kopf dafür hinhalten. Katharina Laible, neben seiner Schwester sein „Hauptversuchskaninchen“, heiratete ihn immerhin trotzdem später. Masochismus? Immer wieder folterte er ihre Haare mit verschiedenen chemischen Mixturen und heißen Zangen, so dass sie immer wieder ausfielen und ihre Kopfhaut mit üblen Verbrennungen übersät war.

Doch am 8. Oktober 1906 hatten die Schmerzen, zumindest für Nesslers Frau und seine Schwester, ein Ende. Denn an diesem Tag präsentierte Nessler seinen Friseur-Kollegen wie er es geschafft hat, glattes Haar dauerhaft und wasserfest zu kräuseln: Die Haare wurden auf kleine Metallstangen aufgewickelt, dann wurden stinkende Chemikalien drauf geschüttet und schließlich eine auf einer Gasflamme erhitzte Zange darüber gestülpt und die Haare gekocht. Und voilà: Der neu geborene Lockentrend lockte viele glatthaarige Frauen zu Nessler, die sich sehnlichst Locken wünschten und dafür einiges riskierten.

Doch schon drei Jahre später verringerte sich das Risiko deutlich: Elektrische Heizpatronen ersetzten die Zangen. Während in Amerika die Dauerwelle boomte und DER Trend wurde - weshalb Nessler auch in die USA auswanderte - wurden die Apparate für Dauerwellen 1943 in Deutschland verboten. Die Nazis brauchten die Chemikalien für den Krieg. Die weibliche Kopfhaut erfuhr ihre Rettung 1947 durch die Engländer: Ein Professor entwickelte eine sehr viel mildere Chemikalie, die die heißen Zangen zum Locken der Haare überflüssig machte. Seit dem ist die Kaltwelle die gängige Methode zum Herstellen einer Dauerwelle.


Auf diesem Bild ist eine Frau mit Locken zu sehen, die mit einem Bügeleisen ihre Haare glättet. Foto: photocase.com/mjuzi

Dauerwelle misslungen? Vielleicht hilft ja bügeln.
Foto: photocase.com/mjuzi

Wie es geht

Doch was passiert eigentlich beim Legen einer Dauerwelle? Zunächst wird durch Reduktionsmittel, beispielsweise Ammoniumthioglykolat, einige der Schwefelbrücken im Haar geöffnet, also die Proteinstruktur des Haares entnetzt. Es wird verformbar. Nun schrumpft es ein wenig in der Länge, quillt dafür im Durchmesser und nimmt die Form des Wicklers an. Danach werden mit Oxidationsmitteln, meist Wasserstoffperoxyd, die Schwefelbrücken wieder geschlossen und die Verformung des Haars fixiert. Tja, klingt ganz schön kompliziert – also noch mal einfach ausgedrückt: Das Haar wird durch Chemikalien wie Wachs, danach so gelegt, wie man sie haben will und dann mit anderen Chemikalien wieder normal gemacht.


Wo es geht

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von Korinna Kurze



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