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Interview: Dr. Lovis Wambach
"Richtiger Schutz ist unmöglich" bremen4u-Autor Jens Otto sprach mit Rechtsanwalt Dr. Lovis Wambach, Fachreferent für Verbraucherrecht in der Verbraucherzentrale Bremen (www.verbraucherzentrale-bremen.de). Dieser appelliert in erster Linie an einen vorsichtigen Umgang mit den eigenen Daten. Zu viele Verbraucher seien zu unvorsichtig. Wie schlimm sehen Sie momentan die Lage, was den Datenschutz angeht? Dr. Lovis Wambach: Die ist meines Erachtens schon immer schlimm gewesen. Es hat bloß keiner richtig gemerkt oder wahrhaben wollen. Das Problem ist, dass die Leute unendlich viele Daten von sich preisgeben. Das beobachten wir schon seit vielen Jahren. Datenschutz-Probleme haben also in der letzten Zeit keine neue Qualität entwickelt? Doch, es wird immer noch schlimmer. Und das liegt am Internet. Es ist schon äußerst erstaunlich, was manche Leute dort alles angeben, wenn sie beispielsweise bei Parship (Online-Partnerbörse, die Red.) ein Profil anlegen wollen. Aber auch ein solches Sammeln von Daten gab es früher schon. Da lief allerdings mehr telefonisch oder per Preisausschreiben. Kann man denn überhaupt mitbekommen, wo welche Daten gespeichert sind? Das geht bei seriösen Unternehmen wie beispielsweise der Schufa. Wenn Sie dort nachfragen, erfahren Sie sofort, welche Daten über Sie gespeichert werden. Ich glaube aber ganz fest, dass es auch Firmen gibt, die nicht darüber informieren. Im Internet gibt es ganz häufig absurde Eingabemasken, wo die Leute alles Mögliche hinterlassen. Da können Sie einfach nicht wissen, was damit gemacht und wann das gelöscht wird. Hin und wieder, zum Beispiel bei Bestellungen im Internet, muss man ja gewisse Daten angeben. Wie kann man sich denn dagegen schützen, dass diese Daten missbraucht werden? In jedem Fall sollte man stets ankreuzen, dass man der Weitergabe der Daten widerspricht. Dann können die Daten wenigstens nur innerhalb eines Unternehmens verwendet werden. Ansonsten kann man schwer was tun, außer sehr genau zu überlegen, an wen man seine Daten überhaupt weitergibt. Ich empfehle immer, darüber nachzudenken, ob der Einkauf im Internet überhaupt sein muss. Macht man es doch, sollte man aufpassen, nur auf sicheren Seiten Daten anzugeben. Diese Seiten kann man an der Abkürzung "https" in der Adresse und einem kleinen Schlüssel in der Ecke erkennen. Wenn eine Seite nicht sicher ist, kann theoretisch jeder sehen, welche Daten man eingibt. Aber komplett schützen kann man sich nicht. Zur Not müssen Sie mal die Kontonummer wechseln. Mehr Tipps als "Seien Sie vernünftig, seien Sie so vorsichtig wie möglich!" können Sie also auch nicht geben … Nicht auf SMS oder E-Mails antworten, deren Absender man nicht kennt. Damit vermeidet man auch viele Probleme. Ich will es aber noch einmal betonen: Richtiger Schutz ist unmöglich, dass muss man auch als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale mal sagen. Wie sehen Sie denn die Zukunft in Sachen Datenschutz? Was kommt da auf uns zu, beispielsweise an Gesetzen? Das kann ich nicht genau sagen. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass auf rechtlicher Ebene einiges passiert, weil es jetzt endlich mal einen richtigen Skandal zum Wachrütteln gab. Ich denke aber auch, dass das Problem keinesfalls ganz beseitigt werden kann. |
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