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DAS RETRO-LOOK-SPECIAL

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Must-Haves für die Zeitreise


Nierentisch, Tütenlampen, Space-Möbel, Flokati-Teppich, Sitzsack und Braun-Orange-Kombi – Jedes Jahrzehnt hat seinen ganz eigenen Stil gehabt. Was man in der Wohnung oder im Zimmer haben sollte, um die Wohn-Zeitreise machen zu können, erfahrt ihr hier.

Auf dem Bild ist ein 50er Jahre Fernseher zu sehen. Foto: photocase.com/Marquis

Ein Fernseher aus den 50er Jahren.
Foto: photocase.com/Marquis

Must-Haves für den 50er-Look

Die 50er waren die Epoche der Nierenform – eine so benannte Form, die sich mindestens durch das ganze Jahrzehnt und ebenso durch das ganze Wohnzimmer zog. Ob Tische, Uhren oder Teppiche, die Nierenform machte vor nichts halt. Also, den Jedermann-LACK–Tisch des schwedischen Möbelherstellers raus und einen schwungvoll geformten Nierentisch rein. Sehr beliebt waren auch Blumentischchen mit mehreren Etagen. Bei den Lampen hatte man es mit so genannten Tüten- und Schirmlampen zu tun. Die typische Tütenlampe, an der Wand befestigt oder als Stehlampe, hatte drei, zumeist bewegliche „Arme“. Die Schirme hatten entweder drei verschiedene Farben oder waren weiß/cremfarben. Beim Stichwort Farbe sollte man überhaupt an Pastelltöne denken! Diese „Tütenform“ setzte sich auch bei Vasen durch. Typisches Muster für Vasen, Geschirr und ähnliches waren sich kreuzende Linien – ein bisschen Kandinsky-Look.
Sitzmöglichkeiten von damals bringen einen unverkennbaren Look ins „neue“ Heim. In den Fiftys waren Schwedensessel und Cocktailsessel der letzte Schrei. Mit ihrer gebogenen Rückenlehne hatte man das Gefühl, vom Sessel umarmt zu werden. Sessel in diesen Formen findet man heute wieder in vielen Möbelhäusern. Schwieriger wird es schon mit den ausgefallenen, kegelförmigen „Cone Chairs“ der späten Fünfziger, die in Deutschland Eistütenstühle genannt wurden.
Ein besonderer Hingucker sind Musiktruhen, die nicht nur stylisch aussehen, sondern, wenn sie sogar noch funktionieren, per Knopfdruck und mit der passenden Musik das absolute Flair des vergangenen Jahrzehnts in die Wohnung bringen. In der Küche darf auf keinen Fall der typische Kühlschrank von Bosch fehlen, der mit den abgerundeten Kanten und dem großen verchromten Türgriff. Davon gibt es wieder jede Menge Nachbildungen, die man schon in etwas größeren Fachmärkten bekommen kann. Die haben allerdings auch ihren Preis. Wunderschön und immer passend sind aber auch alte Werbeplakate, die man heute meist in Form von Karten oder bedruckten Blechen bekommen kann.

Auf diesem Bild sieht man einen 60er Jahre Sessel. Foto: photocase.com/carlitos

Ein stilvoll designter 60er Jahre Sessel.
Foto: photocase.com/carlitos

Must-Haves für den 60er-Look

Diese Zeit wurde auch liebevoll Space-Age genannt. Grund war der futuristische Weltraumstil, der sich besonders in den Absurditäten, die sich Möbeldesigner bei Sitzmöglichkeiten haben einfallen lassen, bemerkbar machte. Die Designer haben die Stühle und Sessel gerne auf nur ein drehbares Bein gestellt. Man konnte sich also immer schön im Kreis drehen. Der „Egg Chair“ ist dabei der absolute Kracher: eierförmig, halb offen und natürlich aus Plastik ist er DER Hingucker schlechthin. Es gibt sie auch in ganz rund und sind meistens groß genug, um sich ganz darin zu verkriechen. Beim Einkauf also nach allem Ausschau halten, was halbwegs futuristisch aussieht. Und es war natürlich das Jahrzehnt der Pop Art. Poster von Pop-Sternchen sollten also von den Wänden entfernt und durch ein paar selbst gemachte Pop-Art-Collagen oder durch gekaufte Poster mit Roy-Lichtenstein- oder Andy Warhol-Motiven ersetzt werden. Farblich war man damals von den Pastelltönen der 50er zu knalligen, bunten Farben übergegangen: Rot, Orange, Gelb, Blau, … Gerne alles zusammen. Hauptsache schrill.
Möbel wie Sideboards oder Fernsehtische waren damals oft aus Palisander-, Nussbaum- oder Teakholz, hier kann man sich in fast jedem Baumarkt einer großen Palette von Holzimitat-Folien bedienen um seine alten Möbel aufzumotzen. Am besten wirken aber natürlich Originalmöbel und -Accessoires, wie kleine Leuchter oder alte Radiowecker, die den Look erst perfekt machen.

Auf diesem Bild sieht man eine typische 70er Jahre Tapete. Foto:photocase.com/Chokee

Der typische 70er Jahre Look.
Foto: photocase.com/Chokee

Must-Haves für den 70er-Look

Die Hippies mochten es gerne knallig. Die 70er waren deshalb geprägt durch bunte Farben, Blumenmuster und vor allem weiche und runde Formen. Beliebte Farb-Kombis sind Braun-Orange oder Gelb-Orange, am besten in Form von geometrischen Mustern wie Kreisen, Rechtecken oder geschwungenen Wellen auf der Tapete. Wer noch einen Schritt weiter gehen will: Einfach ein paar Tapeten mit psychedelischen Mustern an die Wand kleben – Schwindelgefühl garantiert. Oder eine typische Foto-Tapete, wahlweise mit Strand- oder Wald-Motiv. Mittlerweile gibt es diverse Anbieter für Retro-Tapeten. Das Bett sollte man rauswerfen und einfach eine Matratze auf den Boden legen.
Gerne eine Tagesdecke mit indischem Muster drauf legen.

Links:

Sitztechnisch ging es eher gemütlich zu und zwar auf Sitzsäcken, -bzw hockern. Mit Nähmaschine bewaffnet, ein bisschen Stoff und Styropor kann man sich die gemütlichen Einsitzer auch günstig selber basteln. Wer es flauschig mag, legt sich dann noch einen für die damalige Zeit typischen Flokati-Teppiche ins Zimmer.
Als Raum-Trenner oder Türersatz eignen sich hervorragend Türvorhänge aus Kunststoff – transparent mit verschiedenen Farbelementen oder an Ketten aufgehängte verschieden große Ringe. Um die neuen Möbel stilecht in Szene zu setzen, braucht man natürlich die passende Beleuchtung. Hier darf auf gar keinen Fall die typische bunte Blubberlampe, in der Ölblasen in Zeitlupentempo auf- und abwandern. Die Bogenlampen, die an Trockenhauben beim Friseur erinnern, sind ebenfalls ein Must. Plastik war in der Tat ein beliebtes Baumaterial und immer wieder die Farbe Orange - am besten beides zusammen. Ganz wichtig sind auch ein paar stylische Vasen, am besten in den Grundfarben, aus Plastik und halbtransparent.

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Man kann sich außerdem noch die berühmten Pril-Blumen, zum Beispiel überdimensioniert aus Pappe selbst gemacht, an die Wand zu hängen. So ausgestattet bekommt man schon ein gutes Seventys-Feeling.

von Karsten Klages


Hier kann man "Retro" shoppen:


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