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Alle Artikel dieser SerieZeiglers wunderbare Welt des Fußballs (89) Diese Kolumne ist Kult!
Kultmaskottchen Wow, das ist mal eine frische, freche, schrille Einleitung für eine Kolumne, was? Eine Kolumne, die sich nicht so wichtig nimmt und auch mal über sich selbst kichern kann – herrlich! Unter uns gesagt hoffe ich nicht, dass diese Kolumne jemals "Kult" wird. Ich möchte, dass sie eine ganz ordinäre, stinknormale Kolumne bleibt. Denn Dinge, die mit Fußball zu tun haben und den Stempel "Kult" aufgedrückt bekommen, sind vor allem eines: Schlecht. Ist euch noch gar nicht aufgefallen? Ist aber so. Gehen wir mal durch, welche "Kult"-Begriffe es im Fußball so gibt. Und beginnen wir mit dem "Kultverein". Als solchen bezeichnet man keinen Verein, der gerade die Champions League gewonnen hat und auch keinen, der in den letzten zehn Jahren viermal unter den ersten Dreien gelandet ist. Ein "Kultverein" ist vielmehr ein Klub, der früher irgendwann mal gut war, aber inzwischen seit elf Jahren ohne Sieg ist, der keine Zuschauer hat, ausschließlich aus besonders korpulenten Spielern besteht oder seine Heimspiele in einem Ziegenstall austrägt.
Kultstadion Und da wären wir beim "Kultstadion". Das ist nie eine besonders schöne Arena oder eine, wo man als Fan besonders viel davon hat, einem Spiel beiwohnen zu dürfen. Ein Kultstadion ist meistens eine Art Stadion. Aber eben nur eine Art. Entweder, man sieht nichts, steht in der Kurve bis zum Bauchnabel in einem Moor, muss bei der Anreise auf Zehenspitzen durch ein Kapuzinerkloster laufen oder darf nur mit Schutzkleidung rein, weil die 1912 erbaute Dachkonstruktion mittlerweile leichte Schwächen aufweist.
Kultsong "Kultkicker" sind in der Regel Spieler, denen man total gerne zuschaut, weil sie so spielen, dass man sich selbst für besser hält. Ein Kultspieler kann oft nur grätschen, aber keinen Ball stoppen. Oder er kann nur Bälle stoppen, aber nicht laufen. Oder er kann laufen wie ein Gepard, kennt aber das Phänomen “Zweikampf” nur vom Hörensagen. Ein Kultreporter hat in der Regel eine Hasenscharte, ist psychisch auffällig oder kann sich nur mit Hilfe übelster Fäkalworte verständigen. Seinem Kultsender macht das aber nichts aus.
Kultfrisur Ein Kulttrainer kann den rechten nicht vom linken Flügel unterscheiden, sabbert während seiner Anweisungen auf den Co- Trainer oder spielt während des Spiels leise auf einer Violine. Oder ist Werner Lorant. Im Kultstadion des Kultvereins hört man sicherlich dann und wann auch den Vereinssong, der natürlich ein Kultsong ist. Soll heißen: Er wurde nicht von Personen aufgenommen, die musizieren können, sondern z.B. von einem Kultkicker. Oder von einer Kultband, die so schlecht ist, dass sie lieber gleich mal von vornherein herumposaunt, sie sei "Kult", damit gar nicht erst jemand auf die Schnapsidee kommt, man könne was Nettes erwarten.
Kultstadt Weil bestimmt sehr schlaue Spürnasen an dieser Stelle dazwischenbellen, dass der Autor dieser Kolumne mal ein paar CDs namens "Kult Fussball" zusammenkompiliert hat, an dieser Stelle eine vorauseilende Rechtfertigung: Auf diesen CDs sangen Menschen wie Lothar Matthäus. Kult halt. Noch Fragen? Na also. Ist übrigens keine Schleichwerbung, diese Passage, denn die CDs kann man nirgendwo mehr kaufen. Sie waren zu kultig. |
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