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Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs (94)

Spieler, die man lieber nicht kennen möchte


Die meisten Fußballfans haben nicht nur Lieblingsvereine, sondern natürlich auch Lieblingsspieler. Das sind Spieler, die a) besonders viele Tore schießen, b) besonders gekonnt Tore verhindern, c) besonders gute Pässe spielen oder d) süß sind. Manche mag man auch, weil sie einen prima Bums beherrschen. Und manche findet man möglicherweise süß, weil man vermutet, sie könnten auch einen prima Bums beherrschen.


Oft sind Idole besonders glamouröse Persönlichkeiten. Spieler, die viel Geld verdienen und deshalb einen schnittigen Ferrero fahren, nur Anzüge von Albino tragen und für jeden Friseurbesuch nach Mailand, New York oder Weyhe-Leeste jetten. Oder sie kommen ganz einfach nur im neuen Nutella-Werbespot vor.

Punkt. Diese Spieler sollen uns heute mal nicht interessieren, weil man sie ohnehin dauernd und überall zu sehen bekommt. Uns interessiert heute mal das Gegenteil: Spieler, die hierzulande keiner kennt. Und aus dieser Kategorie dann diejenigen, die man bei genauerer Betrachtung eigentlich auch gar nicht kennen will.

Auf diesem Bild ist Ernie Hunt zu sehen.

Beginnen wir mit Ernie Hunt. Der spielte um 1970 herum für Coventry City. Berühmt wurde er durch ein Freistoßtor („The Donkey Kick“) gegen Everton, bei dem sein (hübscherer) Kollege Willie Carr den Ball zunächst zwischen seinen Knöcheln einklemmte, plötzlich hochsprang und die Kugel schließlich so in die Luft katapultierte, dass Ernie sie einwemmsen konnte. Das war das Highlight seiner Karriere. Das dunkle Ende des Spektrums sieht man auf dem Bild. Das Einklemmen des Balles bei Freistößen wurde anschließend von der englischen Football Association verboten. Diese Visage leider nicht.

Auf diesem Bild ist Willie Pettigrew zu sehen.

Über Willie Pettigrew ist glücklicherweise recht wenig bekannt. Er spielte u.A. für den schottischen Club Motherwell und bestritt 5 Länderspiele für die Schotten. Das Gesicht hat er vom Gesichtsverleih.





Auf diesem Bild ist Trevor Hockey zu sehen.

Trevor Hockey von Aston Villa hatte großes Pech mit seinem Nachnamen, aber er hätte es auch schlechter treffen können, wenn er z.B. „Trevor Rhythmische Sportgymnastik“ heißen würde. Der Name ist aber nicht das größere Problem. Da sind diese Haare ... überall Haare! Hätte er sich nicht alle zwei Stunden Nase und Wangen rasiert, wäre von diesem Gesicht nie etwas zu sehen gewesen. Was genau genommen auch gar nicht so schlimm gewesen wäre.

Auf diesem Bild ist Ralph Squire zu sehen.

Gehen wir mal weiter zurück in die Vergangenheit. Ralph Squire trug bereits 1886 das englische Nationaltrikot. Und für jedes Länderspiel bekam man im Mutterland des Fußballs seinerzeit eine solche Kappe, weshalb man anstatt „Der Spieler hat so und soviel Länderspiele“ auch oft „Der Spieler hat so und so viele Caps“ sagt. Das ändert nichts daran, dass das Mützchen selten dämlich aussieht wie überhaupt der ganze Mister Squire, der es besser als putziger Tollpatsch in wackligen
Stummfilmchen hätte versuchen sollen.


Auf diesem Bild sind John Dempsey und Ian Britton zu sehen.

Als nächstes haben wir zwei Spieler des FC Chelsea London, die belegen, dass man dort nicht immer stylish und hip war. Und man hatte auch nicht immer schon Megastars zu bieten. Vor dreieinhalb Dekaden konnte man optische U-Boote wie John Dempsey oder Ian Britton aufbieten, die alleine durch ihr Äußeres Angst und Schrecken verbreiteten. Ian Britton wurde sogar unsterblich: Als erster Fußballer der Welt, dessen Frisur die Firma Panini dazu zwang, quadratische Sammelbilder zu drucken.

Auf diesem Bild ist Trifon Ivanov zu sehen.

Enden würde ich gerne mit etwas Leichtem, Lustigem. Einer Episode zum Schmunzeln oder einem Gesicht, das uns mit einem Grinsen in den Tag entlässt. Aber diese Kolumne hat einen Titel, dem sie gerecht werden muss. Und Kolumnen müssen auch manchmal dahin gehen, wo’s wehtut – wie man so sagt.

Und deswegen ende ich ohne große Worte mit einem Mahnmal: Mit dem Gesicht des bulgarischen Abwehrtreters Trifon Ivanov. Wuuah.

von Arnd Zeigler