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Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs (82)

The next big Modething (WM-Style)


Wann immer ein Fußball-Großereignis wie z.B. eine Weltmeisterschaft ansteht, und die Fachleute gehen in solchen Dingen von einem Vierjahresrhythmus aus, gibt es etwas Possierliches zu beobachten: Gestandene Kickergrößen haben irgendwann im Turnierverlauf das unbezähmbare Verlangen, das eigene Outfit zu ändern, und zwar meistens möglichst grotesk - so in Richtung "Scheiße". Zwei Beispiele dürfen als Musterfälle gelten: Megastar Ronaldo und Nicht-Megastar Christian Ziege, jeweils während der WM 2002.

Eine exakte Beschreibung des Bildinhalts.

Konnte sich auf dem Frisurensektor nicht durchsetzen: Das "Ronaldo-Kätzchen 2002"

Ronaldo überraschte vor genau vier Jahren mit einer bis dahin ungekannten Kreation, die etwas unangenehm an feminine Schambehaarung erinnerte. Nicht, dass feminine Schambehaarung grundsätzlich unangenehm sei - nur: Auf dem Fußballplatz, während eines eminent wichtigen Spiels möchte man möglicherweise eher andere Dinge im Kopf haben. Und obendrauf erst recht.

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Konnte sich auf dem Frisurensektor auch nicht durch setzen: "Geschorene Ziege 2002"

Dramatischer verhielt sich die Sache bei Christian Ziege : Der ohnehin sportlich eher wenig nützliche Linksfuß rasierte sich die Haare ab - bis auf eine Art Rallyestreifen in der Mitte, den er zu allem Überfluss in schwarz, rot und gelb einfärben ließ. Mario Basler nannte die Anmutung des gewagten Ziege-Stylings einen "lackierten Totalschaden", und einmal in seinem Leben hatte er damit etwas Schlaues gesagt.

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Kuschelig und trendy: Solch einen Bart sollte jeder einmal ausprobiert haben!

Welch übermütige Verrücktheit hät die WM 2006 für uns bereit? Wird irgendein launiger Japaner statt mit den üblichen blonden, bei japanischen Fußballern offenbar streng vorgeschrieenen Strähnchen nun mit einem implantierten Windrädchen auf dem Kopf auflaufen? Wird irgendein lustiger Schweizer seine Augenbrauen wachsen lassen und über den Kopf nach hinten zurückkämmen? Wird Olli Kahn sich kämmen? Nein!

Der Trendsetter der WM 2006 kommt aus Saudi-Arabien und heißt Abdulaziz Khathran. Sein spieleabend-versessenener Freundeskreis nennt ihn bestimmt scherzhaft-kumpelig "Den Siedler". Sein Bart wurde in dieser Konsequenz und Formvollendung bei noch keiner WM gesichtet:

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Wenn es mal schnell gehen muss und gerade kein Shampoo oder Langhaarschneider zur Hand ist: Einfach Bart und Haupthaar tauschen!

Das eigentlich Faszinierende an dieser Frisur ist, dass man sie problemlos auch mal gegen das Kopfhaar austauschen kann, wie diese kleine Fotomontage beweist:

Ich stelle also mal die mutige Prognose, dass bei der aktuellen WM so mancher in Versuchung geraten dürfte, haarige Experimente am eigenen Kinn durchzuführen. Zumal, wenn man sich die verblüffenden optischen Möglichkeiten vor Augen führt, die ein solcher Bart bietet.

von Arnd Zeigler