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25 JAHRE FAN-PROJEKT VON WERDER BREMEN

Bestimmt nicht für'n Arsch


Auf diesem Bild sieht man Fußballfans im Stadion. Foto: Mirja Schröder

Mittendrin statt nur dabei - Werderfans im Stadion.
Foto: Mirja Schröder

Randale, Randale – die Bremerinnen und Bremer bekamen es in den 70er Jahren mit der Angst zu tun, wenn ein Werderspiel in der Heimatstadt stattfand. Die Bremer Sportjugend startete damals einen Aufruf, in dem sozialpädagogische Interventionen eingefordert wurden. Mit Erfolg! Eine Gruppe Studenten, die sich seit einiger Zeit sozusagen unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten mit Werderfans beschäftigte, machte sich an die Arbeit und entwickelte ein Konzept. Die beiden zuständigen Sozialarbeiter waren durch das Uni-Projekt keine Unbekannten mehr und hatten so gleich einen guten Draht zu den Fans. Und der war auch nötig.


Schwerer Zwischenfall unter Fans

Im Oktober 1982, ein paar Monate erst nach Gründung des Projekts, kam es in Hamburg zu einem schweren Zwischenfall: HSV- und Werderfans gerieten vor dem Spiel aneinander. Es flogen Steine, Werderfan Adrian Maleika bekam ein Wurfgeschoss so unglücklich an den Kopf, dass er später im Krankenhaus an einem Blutgerinnsel starb. Sowohl Öffentlichkeit als auch Werderfans waren schockiert und wollten eine weitere Eskalationen verhindern. So trommelte das Fan-Projekt ein Jahr später Werder- und HSV-Fans zusammen. Mit von der Partie waren unter anderem der damalige Manager von Werder Bremen Willi Lemke, der Neuling Otto Rehagel sowie Günter Netzer als Manager des HSV. Es gab heiße Diskussionen und Wortgefechte, doch endlich kam es zu einer Einigung und das Kriegsbeil wurde begraben. Die Fans hielten sich brav daran und es gab glücklicherweise keine Rache-Aktionen.

Auf diesem Bild ist ein Fußballfan mit schwarz-rot-goldenem Wikingerhelm in einem vollen Fußballstadion zu sehen. Foto: pixelquelle.de/Janos Balazs

Immer schön locker bleiben.
Foto: pixelquelle.de/Janos Balazs

Vorreiter in Sachen Fan-Arbeit

Vom Erfolg der Bremer schwer beeindruckt, kamen auch andere Fußballvereine der Bundesliga in Gang und gründeten ebenfalls Fan-Projekte. Inzwischen sind es mehr als 30 Einrichtungen, die sich als Vermittler zwischen Fans und Verein sehen. Nicht nur die Fans des jeweiligen Vereins profitieren von ihren Interessensvertretern, sondern auch die gegnerischen Vereine. So gibt es nämlich für alle Seiten Ansprechpartner, was die Zusammenarbeit gewaltig erleichtert.

Drohende Abschaffung der Stehplätze

Den größten Erfolg erzielte das Fan-Projekt dann in den 90ern, als im Zuge des Stadion-Umbaus die Stehplätze abgeschafft werden sollten. Offiziell wollte der DFB eine Katastrophe wie im englischen Sheffield verhindern, bei der 1989 in überfüllten Stehplatzblöcken 96 Menschen erstickten oder erdrückt wurden. Werderfans witterten jedoch reine Geldgier hinter der Abschaffung der Stehplätze.

Auf diesem Bild ist die Meisterfahne von Werder Bremen zu sehen Foto: Mirja Schröder

Die Meisterschaft im Sitzen feiern? Wohl kaum.
Foto: Mirja Schröder

Schließlich wird mit den Sitzplatz-Karten mehr Geld verdient. Doch dann wäre es vorbei gewesen mit anfeuernden Chor-Gesängen oder wilden Schalchoreografien. Viele junge Fußballfans hätten sich die Tickets gar nicht mehr leisten können. So entstand die „Ostkurvengruppe“, die schließlich den Slogan „Sitzen ist für’n Arsch“ erfand. Die Aktion sorgte für Furore und brachte den erhofften Erfolg. Im Laufe der Zeit wurde die Aktion von diversen Fan-Projekten in ganz Deutschland erfolgreich eingesetzt.

Mehr Angebote für mehr Fans

In den vergangenen zehn Jahren entwickelte das Fan-Projekt weitere Angebote, besonders für Mädchen in einer doch sehr männlich dominierten Szene. Außerdem gibt es internationale Begegnungsfeste sowie Auswärtsfahrten für den Nachwuchs der Fans. So ist allen geholfen: Die Fans haben eine Stimme und werden in ihren Wünschen und Bedürfnissen vertreten - immerhin sind sie ja die Nummer 12 der Mannschaft! Gleichzeitig ist

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es möglich, gefährlichen und aggressiven Entwicklungen innerhalb der Szene rechtzeitig entgegenzuwirken. Ein Vorbild für andere Fußballvereine.


von Simone Möller