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29.10.2008SPORT & WERDER
Werder in der Krise![]() Der Unmut der Werder-Fans über die Leistung der Spieler war gestern deutlich zu hören. Foto: Werder Bremen "Wir woll'n Euch kämpfen seh'n" schallte es gestern in der Schlussphase der Partie zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen aus der Ostkurve des Weser-Stadions. Solche Rufe der treuesten Fans hat es in Bremen lange nicht mehr gegeben. Allerdings war auch die Lage der Grün-Weißen in den letzten Jahren nie so prekär wie momentan. Spätestens nach dem schlappen 0:2 gegen die Werkself lässt sich die Werder-Krise nicht mehr wegdiskutieren und Klaus Allofs versucht dies auch gar nicht mehr."Ich habe keine Angst vor dem Wort Krise", wird der Sportdirektor bei Werder-Online zitiert. "Wir haben momentan zu wenig Punkte, um die Ziele, die wir vor der Saison ausgegeben haben zu verfolgen." Der letzte Sieg datiert vom 27. September gegen die TSG Hoffenheim (5:4). Wurde zu Beginn der Saison vor allem die Defensivabteilung für die vielen Gegentore gescholten, so sorgte gegen Leverkusen auch die Abteilung Attacke kaum noch für ernsthafte Torgefahr. Ohne Toptorjäger Claudio Pizarro und Spielmacher Diego operierte Werder fast ausschließlich mit einfallslosen, langen Bällen in die Spitze.
Werders Formkrise nur am Ausfall der beiden Stars festzumachen, wäre jedoch zu einfach. Torsten Frings kämpft mit Verletzungen und Bundestrainer Jogi Löw, Clemens Fritz mit seiner körperlichen Fitness. Per Mertesacker kam durch Knie-OP und Rotsperre bisher nur selten zum Einsatz und musste gestern schon wieder mit Hüftproblemen ausgewechselt werden. Da sich auch Kapitän Frank Baumann nicht in Topform präsentiert, ist momentan keiner der Leitwölfe in der Lage, die jungen Akteure zu führen. Talente wie Mesut Özil, Sebastian Boenisch, Aaron Hunt und Sebastian Prödl sind daher extremen Leistungsschwankungen unterworfen.Als Folge steht Werder nun auf einem enttäuschenden zehnten Platz. Der Abstand zur Tabellenspitze beträgt bereits acht Punkte. "Wir gehören leistungstechnisch momentan nicht in die Spitzengruppe", stellte Kapitän Baumann nach dem Leverkusen-Spiel fest. Und Allofs stimmte ihm zu: "Von der Meisterschaft muss man nicht reden, wenn man so ein Spiel verliert." Äußerungen, die die erfolgsverwöhnten Werder-Fans nicht gerne hören. "Die Stimmung unter den Fans im Ostkurvensaal war nach dem Abpfiff geradezu niederschmetternd", berichtet Thomas Hafke vom Fan-Projekt. "So etwas habe ich schon lange nicht mehr erlebt." Auch im Weser-Stadion war die allgemeine Enttäuschung deutlich sichtbar: Schon zehn Minuten vor Spielende leerten sich die Ränge zusehends und zum Abpfiff hallten Pfiffe durch das weite Rund.
![]() Werder-Trainer Thomas Schaaf muss sich derzeit vermehrt Kritik gefallen lassen. Foto: Werder Bremen Bei jedem anderen Bundesligaverein würde in solch einer Situation der Trainer unter Beschuss geraten. Werder nimmt hier jedoch eine Sonderrolle ein: Thomas Schaaf hat sich durch die Erfolge in den letzten Jahren viel Kredit bei den Fans erarbeitet. Allerdings ist auch dieser irgendwann aufgebraucht. Nach der gestrigen Niederlage stellte sich der Werder-Coach vor die Mannschaft und verwies auf die starke Anfangsphase seiner Schützlinge. Im Werder-Internetforum mehren sich jedoch Einträge, die dem Trainer Schönfärberei und taktische Fehler vorwerfen. Im Stadion selbst ist die Stimmung noch nicht so explosiv. "Über die Aufstellung wird unter den Fans immer diskutiert, aber 'Schaaf-Raus-Parolen' habe ich hier noch nicht gehört", berichtet Thomas Hafke. Thomas Schaaf selbst gibt sich gewohnt pragmatisch: "Meine Gedanken sind nur auf die Partie gegen Hertha BSC gerichtet. Wir wissen, dass wir die Erwartungen momentan nicht erfüllen und das ändern müssen." Das Heimspiel am kommenden Samstag gegen gut aufgelegte Berliner (live hier im Blog) wird nun in der Tat eine Nagelprobe - es droht der endgültige Absturz ins graue Mittelmaß.
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16.10.2008SPORT & WERDER
Erfolgreicher Abend für den DFB![]() Stand als einziger Werder-Spieler in der Startelf: Per Mertesacker. Foto: Werder Bremen Der gestrige Länderspielabend war ein voller Erfolg für den Deutschen Fußball Bund (DFB): Sowohl die A-Nationalmannschaft als auch die U-21-Auswahl konnte wichtige 1:0-Siege verbuchen. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw sicherte sich mit dem Erfolg gegen Wales die Tabellenführung in der WM-Qualifikation. Die Nachwuchsmannschaft von Coach Dieter Eilts buchte durch ein Last-Minute-Tor gegen Frankreich das Ticket zur Europameisterschaft. Für die beteiligten Werder-Akteure war es jedoch trotz der Siege kein durchweg perfekter Abend.In Mönchengladbach setzte Joachim Löw gegen Wales zunächst nur auf einen Bremer: Per Mertesacker spielte wie gewohnt in der Innenverteidigung und zeigte eine solide Vorstellung. Wie schon am vergangenen Wochenende gegen Russland, mussten Torsten Frings, Clemens Fritz und Tim Wiese auf der harten Ersatzbank Platz nehmen. Rechtsverteidiger Fritz kam am Ende immerhin noch für rund 25 Minuten zum Einsatz. Kurz nach der Einwechslung des Bremers knackte Kollege Piotr Trochowski in der 72. Minute den Waliser Defensivriegel mit einem sehenswerten 18-Meter-Schuss. Zuvor hatte sich die deutsche Mannschaft gegen die Fünfer-Abwehrkette der Waliser lange Zeit schwer getan. Das einzige Mittel gegen diese massive Defensive waren zumeist Weitschüsse. Nachdem Bastian Schweinsteiger in der ersten Hälfte noch Pech mit einem Lattenknaller hatte, machte es Trochowski schließlich besser.
Durch den 1:0-Siegtreffer des Hamburgers führt Deutschland die Tabelle in der WM-Qualifikationsgruppe 4 nun mit 10 Punkten vor Russland an. Das nächste Pflichtspiel bestreitet die Löw-Truppe erst wieder im März 2009 gegen Liechtenstein. Ob Werder-Star Torsten Frings dann noch zur Nationalelf gehört, bezweifeln seit gestern einige. Der einst gesetzte Stammspieler durfte sich während des Wales-Spiels nicht einmal warmlaufen. DFB-Teammanager Oliver Bierhoff äußerte nach dem Spiel Befürchtungen, dass der Bremer seine Nationalmannschaftskarriere an den Nagel hängen könnte. "Ich hoffe nicht, dass Torsten jetzt eine unkluge Entscheidung trifft", so Bierhoff. Frings selbst spricht nach wie vor nicht über seine Situation im DFB-Team. Dass diese für ihn derzeit frustrierend sein dürfte, steht aber außer Frage. Werder-Trainer Thomas Schaaf muss bei Frings in den nächsten Tagen wohl erstmal Aufbauarbeit leisten, damit sein Führungsspieler am Samstag mit freiem Kopf gegen Dortmund auflaufen kann. (Das Spiel könnt Ihr übrigens wieder hier bei uns im Liveblog verfolgen und kommentieren!)
![]() Werder-Talent Mesut Özil qualifizierte sich mit der U-21 für die Europameisterschaft. Foto: Werder Bremen Anders als Frings reisen die drei Bremer U-21-Nationalspieler heute bestens gelaunt an die Weser zurück. Mesut Özil, Aaron Hunt und Sebastian Boenisch standen allesamt in der Startelf von Trainer Dieter Eilts und erkämpften in Metz einen knappen 1:0-Sieg im Playoff-Spiel gegen Frankreich. Den erlösenden Treffer erzielte der Schalker Benedikt Höwedes erst in der 90. Minute. Nach dem 1:1 im Hinspiel qualifizierten sich die DFB-Youngster somit für die U-21-Europameisterschaft, die im Juni 2009 in Schweden stattfinden wird. Für Nationaltrainer Dieter Eilts war dieser Erfolg besonders wichtig. Der Vertrag der Werder-Legende läuft im nächsten Jahr aus und im Falle eines Scheiterns in der EM-Quali hätte der DFB diesen wohl kaum verlängert. Jetzt kann Eilts erstmal weiterarbeiten, doch der Druck auf ihn wird nicht geringer. Für die EM hat DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nämlich ganz unbescheiden den Titelgewinn als Ziel ausgegeben. Eine Forderung, an der sich Eilts nun messen lassen muss.02.09.2008INTERAKTIV
Google bringt eigenen Web-Browser an den Start![]() Mit Hilfe eines Comics von Zeichner Scott McLoud erklärt Google die Funktionen des neuen Web-Browsers Chrome. Foto: Screenshot www.google.com Panne oder PR-Maßnahme? Angeblich versendete Google ein Comic über den neuen Web-Browser "Chrome" versehentlich zu früh. Als Folge wurde das neue Programm bereits in US-Blogs angekündigt, bevor der Internetkonzern es offiziell vorstellen konnte. Mittlerweile hat Google die Gerüchte im Unternehmensblog bestätigt: Heute Abend um 21 Uhr steht eine erste "Chrome"-Testversion für Windows in 100 Ländern zum Download bereit. Damit wollen die Google-Programmierer dem Microsoft-Browser "Internet Explorer" Konkurrenz machen.Microsoft hat erst vor kurzem die zweite Testversion des "Internet Explorer 8" präsentiert und dürfte über den Vorstoß von Konkurrent Google wenig erfreut sein. Auch der Web-Browser "Firefox" - nach dem "Internet Explorer" das zweitpopulärste Programm - dürfte durch "Chrome" Marktanteile einbüßen. Bisher hatte Google "Firefox" finanziell unterstützt, nun bringt der Konzern seine neue Eigenproduktion auf den Markt.
Dabei setzt "Chrome" wie "Firefox" auf Open Source, sodass Programmierer die Software frei weiterentwickeln können. Google hält seine Neuentwicklung für schnell, benutzerfreundlich und sicher. Im Unternehmensblog heißt es, "Chrome" sei möglichst simpel gehalten, weil beim Surfen die aufgerufenen Webseiten im Vordergrund stünden - und nicht der Browser. Durch eine neue V8-Technologie soll "Chrome" interaktive JavaScript-Programme schneller ausführen als die Konkurrenzsoftware. Außerdem läuft in dem Google-Browser jeder Tab (Karteireiter) isoliert. Dies hat zum Vorteil, dass nicht gleich das ganze Programm geschlossen werden muss, wenn ein Tab abstürzt. So bleibt beispielsweise ein geöffnetes Textdokument unberührt, wenn in einem anderen Tab eine fehlerhafte Webseite aufgerufen wird.
Über kurz oder lang könnte "Chrome" dadurch auch zur Konkurrenz für Betriebssysteme wie Windows oder Linux werden. Es gilt als sicher, dass Google diese Desktop-Programme gerne durch Web-Anwendungen ersetzen würde. Statt festinstallierter Programme wie etwa Microsoft Word oder Excel bräuchten Nutzer dann nur noch einen schnellen Internetzugang und "Chrome", um Büroarbeit am PC zu verrichten. Der neue Google-Browser könnte somit die Grundlage für eine noch größere Entwicklung bilden: ein Internet-Betriebssystem mit unbegrenzter Mobilität.
Es gibt jedoch auch eine Kehrseite der Medaille: Immer wieder üben Datenschützer Kritik an Google, weil der Konzern zu viele Daten seiner Kunden speichere. Durch den Web-Browser "Chrome" und "Android", dem brandneuen Handy-Betriebssystem von Google, steigen die Möglichkeiten zum Datensammeln für den amerikanischen Internetkonzern nun ins Unermessliche.
von Christoph Bähr 23.08.2008SPORT & WERDER
Olympia: Platz acht für Tilgner und Co.
Gestern hatte die deutsche 4x400-Meter-Staffel der Frauen im olympischen Halbfinale noch mit ihrer besten Zeit seit sechs Jahren für Aufsehen gesorgt. Heute war bei der Bremerin Jonna Tilgner und ihren drei Teamkolleginnen anscheinend die Luft raus: Sie konnten ihre gute Leistung aus der Vorschlussrunde nicht wiederholen und mussten sich im Finale in Peking nach einer Zeit von 3:28,45 Minuten mit dem achten Platz zufrieden geben. Gold ging an das Team aus den USA vor Russland und Jamaika. Trotzdem brauchen sich die vier deutschen Mädels nicht zu grämen: Immerhin waren sie die erste deutsche 4x400-Meter-Staffel seit 1996, die ein olympisches Finale erreichen konnte.
22.08.2008SPORT & WERDER
Olympia: Tilgner mit der Staffel im Endlauf![]() Die deutsche 4x400-Meter-Staffel mit Jonna Tilgner (2. von rechts) steht im Finale. Foto: frei Die Olympischen Spiele in Peking gehen langsam dem Ende entgegen und traditionell finden an den letzten Tagen die Staffelrennen statt. Heute wurde es für die deutsche 4x400-Meter-Staffel der Frauen ernst: Das Halbfinale stand auf dem Programm. Startläuferin Jonna Tilgner vom Bremer Leichtathletik Team hatte im Vorfeld angekündigt, "ihr Bestes" für den Finaleinzug zu geben. Und die 23-Jährige hielt Wort: Sie sicherte der deutschen Staffel gleich zu Beginn den vierten Platz. Ihre Teamkolleginnen Sorina Nwachukwu, Florence Ekpo-Umoh und Claudia Hoffmann gaben diese Platzierung nicht mehr her. Zur direkten Qualifikation wäre zwar der dritte Rang nötig gewesen, doch dank der guten Zeit von 3:25,55 Minuten schaffte das deutsche Quartett trotzdem den Sprung ins Finale. Ihr ausgegebenes Ziel haben die Läuferinnen damit bereits erreicht, sodass sie den Finallauf am morgigen Samstag um 14.40 Uhr entspannt angehen können. |
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