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28.01.2010
BREMEN-NEWS

Interview mit JUK und Tina aus der Morgenshow

Jens-Uwe Krause und Tina Middendorf. Foto: Michael Ihle

Das neue Dreamteam der Bremen-Vier-Morgenshow groovt sich ein. Foto: Michael Ihle

Jens-Uwe Krause ist zurück! Der ehemals "Dünne" von Bremen Vier kehrt nach einem Jahr Babypause zur Morgenshow zurück. An seiner Seite sitzt jetzt Tina
Middendorf, die die Rolle des ehemalig "Dicken", Marcus Rudolph, einnimmt.


Nach einem Jahr Babypause bist Du nun zurück bei Bremen Vier. Im April feierst Du Deinen 40. Geburtstag. Ist man da nicht ein wenig zu alt für diesen Sender?
JUK: Tatsächlich habe ich mich das auch gefragt. Aber die Art, wie ich Radio machen will, deckt sich einfach mit Bremen Vier. Hinzu kommt, dass Bremen Vier ja gar nicht mehr der Jugendsender ist, für den ihn viele halten. Das Durchschnittsalter der Hörer liegt bei 38 Jahren. Ich passe da also noch voll rein.

Du moderierst gemeinsam mit Tina Middendorf, die schon zu Zeiten von "Der Dicke und der Dünne" als Servicefee mit Dir zusammengearbeitet hat.
JUK: Richtig, Wenn ich sie denn lasse … Ich war ja praktisch ein Jahr auf Entzug und habe nur für meine Tochter moderiert. Die ist zwar eine dankbare Zuhörerin und lacht über wirklich jeden Witz – wie Kinder in dem Alter halt so sind – ich spüre aber, dass ich ganz viel Redebedarf in mir habe. Das werden die Hörer ausbaden müssen – es wird wenig Musik in den ersten Wochen geben.

Bisher moderierten Roland Kannwicher und Ike Pauli die Morgenshow. Jetzt geht Ihr in den wöchentlichen Wechsel mit ihnen. Ist das eigentlich problematisch?
Tina: Nein, im Gegenteil. Ich glaube, die beiden sind ganz froh, auch einmal Pause zu haben. Roland und Ike haben ja praktisch das vergangene Jahr durchmoderiert.
JUK: Davor habe ich im Übrigen den größten Respekt. Ich hätte das nicht geschafft.

Wenn man Jens-Uwe so reden hört, wirkt es, als würdest Du anfangs nicht viel zu Wort kommen, Tina.
Tina: Ja klar, aber ich lasse ihn natürlich auch gerne reden. Wenn es zu viel wird, bekommt er einfach einen Schlag in den Nacken. Spaß beiseite: Ich glaube, wir grooven uns ziemlich schnell ein. Wir kennen uns jetzt seit sechs Jahren und sind auch privat miteinander befreundet. Ich sehe da keine Probleme.

Obwohl Du jetzt natürlich die Rolle des Dicken übernehmen musst …
Tina: Das auszufüllen, wird zumindest rein körperlich nicht ganz leicht.
JUK: Für mich heißt es auch, aus der Rolle "der Dünne" herauszukommen. Für die Leute werde ich wahrscheinlich immer der Dünne bleiben, obwohl es die Sendung gar nicht mehr gibt. Deswegen ist meine Hauptaufgabe auch, den Dicken und den Dünnen vergessen zu machen und den Leuten meinen
Namen beizubringen.

Jens-Uwe Krause und Tina Middendorf. Foto: Matthias Koch

JUK hat großen Nachholbedarf, was das Reden angeht. Foto: Matthias Koch

Aber die Leute wissen doch, dass Du Jens-Uwe Krause heißt, oder?

JUK: In der Tat erlebe ich, dass Leute mich erkennen und dann sagen: "Guck mal da, der Dünne." Wenn ich sie dann frage, wie ich richtig heiße, kommt oftmals die Antwort: "Dünn, oder?"

Gibt es ein konkretes Konzept für Eure neue Morgenshow "Bremen Vier beginnt"?
JUK: Natürlich gibt es ein Regelwerk und ein Gerüst. Man hält sich an Sachen wie die Nachrichten zur vollen Stunde. Ansonsten können wir aber machen – und das ist das Schöne an Bremen Vier –, wozu wir Lust haben.
Tina: Ein wirkliches Konzept müssen wir beide auch erst finden. Und es ist doch gerade der Unterschied zu vielen anderen Morgenshows, dass wir heute noch nicht wissen, was genau wir in der Sendung sagen.

Aber Ihr bereitet Euch doch vage auf die Sendung vor …
JUK: Na klar, die Themen kriegen wir vom Redakteur einen Tag vorher. Gerade, wenn es um so etwas wie Afghanistan-Einsätze geht, möchte ich das nicht aus dem Bauch heraus machen.
Tina: Auf das Zusammen-Moderieren bereiten wir uns nicht vor. Zum einen machen wir beide das mittlerweile lange genug, zum anderen finde ich jede Form von überflüssiger Vorbereitung langweilig.

Früher lebte Deine Moderation viel vom Zynismus. Verliert man den nicht, wenn man Vater wird?
JUK: Das hätte ich auch gedacht, aber tatsächlich habe ich eher das Gefühl, dass es noch schlimmer geworden ist. Ich habe mir im vergangenen Jahr viele unterschiedliche Medien angesehen und angehört. Diese glatt gebügelte Langeweile, die einige verbreiten, hat mich richtig wütend gemacht. Also, ich befürchte – oder ich hoffe –, dass ich noch zynischer geworden bin.

Wirst Du auch andere Sendungen moderieren?
JUK: Ja, aber ich weiß noch nicht genau, was.

Vor Deiner Babypause hast Du in der Rubrik "Gefühlsecht" im bremen4u|paper satirische Heiratsanträge an prominente Frauen gestellt. Wirst Du auch wieder etwas Neues machen?
JUK: Ja, das werde ich. Die Geschichte mit den Heiratsanträgen ist aber vorbei.

Und was machst Du stattdessen?
JUK: Hmm, das soll ja eigentlich noch nicht verraten werden ...

Ach, bitte!
JUK: Na gut. Es wird eine Art "Black List" geben, mit Sachen, die mich persönlich aufregen.

Zum Beispiel?
JUK: Wenn Leute in der Sauna meinen, komische Geräusche machen zu müssen, die sonst nicht von ihnen zu hören sind. Warum muss man zum Beispiel in der Sauna ständig husten, sich räuspern oder lautstark den Schweiß vom Körper wischen?

von Linda Bussmann und Martin Märtens
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