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JOBS IM AUFTRAG DER LIEBE - TEIL 4: DAS FREUDENMÄDCHEN
Das älteste Gewerbe der Welt
Sie nennen sich Gespielinnen, Hostessen,
Liebesdienerinnen oder schlicht Nutten – jeder kennt sie,
aber niemand hat jemals etwas mit einer von ihnen zu tun gehabt,
geschweige denn, ein Bordell von innen gesehen. So was gibt es nicht
– und schon gar nicht hier in Bremen, oder doch?! Wir durften
einmal hinter die Kulissen eines Bremer Bordells schauen und haben
einige pikante Details zu Beweggründen, Freiern und Vorsichtsmaßnahmen
erfahren.
"Diskretion!" lautet hier die oberste Devise –
aus diesem Grund werden wir hier darauf verzichten, Namen oder Adressen
einschlägiger Etablissements oder Mädchen zu nennen. Schon
als wir den Eingangsbereich des Bordells erreichen, haben wir das
Gefühl beobachtet zu werden, und tatsächlich: Kamera und
Türspion entscheiden darüber, ob uns der Einlass gewehrt
wird oder nicht. Im Inneren angekommen, kommen wir aus dem Staunen
gar nicht mehr raus – so haben wir uns Prostituierte eigentlich
nicht vorgestellt ...
Die Mädchen hier sind nicht nur jung und über die Maße
attraktiv, sondern haben auch größtenteils einen akademischen
Abschluss. Dennoch lockt viele das leicht verdiente Geld. Sie werden
meist aus ärmeren Ländern rekrutiert und bekommen hier
für die erste Zeit Unterkunft und Verpflegung gestellt. "Den
Job machen die Mädchen freiwillig. Es gibt über eine Million
Männer, die täglich die Dienste von Prostituierten in
Anspruch nehmen, und dennoch blickt man mit Verachtung auf sie herab.
Vor allem Frauen reagieren ablehnend auf unsere Mädchen."
Das wird dann auch der Grund dafür sein, das Frauen hier normalerweise
keinen Eintritt haben.
Prostitution ist ein kaltes Geschäft. Die meisten Freier
verlangen für ihr Geld "echte Zuneigung und wahre Leidenschaft".
"Die Kunst einer Prostituierten ist es, ihnen diese Illusion
zu schaffen. Gleichzeitig darf sie trotz des engen Kundenkontaktes
ihre emotionale Unabhängigkeit nicht verlieren, um die Belastung
durch die Sexarbeit möglichst gering zu halten. Auf unsere
Frage, was für Männer denn hier Ein und Aus gehen, lacht
unsere Gesprächspartnerin: "Unser Kundenstamm zieht sich
durch alle Altersklassen und Schichten: vom geizigen Studenten,
der sich noch nicht mal ein Bier leisten kann (8 €) bis hin
zum spendablen älteren Herren, der manchmal vielleicht sogar
etwas mehr sucht als die schnelle Nummer. Unsere Stammkunden schätzen
die Aufmerksamkeit der Mädchen. Sex spielt da manchmal sogar
eher eine untergeordnete Rolle." Nichts desto trotz gelten
auch in einem Bordell gewisse Spielregeln, denen sich die Mädchen
unterwerfen müssen. Wie alle Berufe, birgt auch die Prostitution
gewisse Risiken. Oberste Grundregel: Kein ungeschützter Verkehr.
"Als Betreiber eines Bordells hat man darauf zu achten, dass
immer für ausreichend "Schutz" gesorgt ist. Jedes
der Mädchen weiß um die Gefahren von AIDS, Syphilis und
anderer Krankheiten. Bei uns werden nach jedem Freier die Betten
frisch bezogen und jedes Mädchen duscht anschließend
erst mal, bevor der nächste Kunde kommt."
Unser Fazit: "Safety first" ...
von Julia Kiefer