szmtag
 
 

<< zurück


JOBS IM AUFTRAG DER LIEBE - TEIL 4: DAS FREUDENMÄDCHEN

Das älteste Gewerbe der Welt

Sie nennen sich Gespielinnen, Hostessen, Liebesdienerinnen oder schlicht Nutten – jeder kennt sie, aber niemand hat jemals etwas mit einer von ihnen zu tun gehabt, geschweige denn, ein Bordell von innen gesehen. So was gibt es nicht – und schon gar nicht hier in Bremen, oder doch?! Wir durften einmal hinter die Kulissen eines Bremer Bordells schauen und haben einige pikante Details zu Beweggründen, Freiern und Vorsichtsmaßnahmen erfahren.


Man sieht hier kunstvoll in Szene gesetzte Beine in einer feinen Netzstrumpfhose und Absatzschuhen. Foto: photocase.com/sephoto

Kein Job wie jeder andere.
Foto: photocase.com/sephoto

"Diskretion!" lautet hier die oberste Devise – aus diesem Grund werden wir hier darauf verzichten, Namen oder Adressen einschlägiger Etablissements oder Mädchen zu nennen. Schon als wir den Eingangsbereich des Bordells erreichen, haben wir das Gefühl beobachtet zu werden, und tatsächlich: Kamera und Türspion entscheiden darüber, ob uns der Einlass gewehrt wird oder nicht. Im Inneren angekommen, kommen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus – so haben wir uns Prostituierte eigentlich nicht vorgestellt ...

Die Mädchen hier sind nicht nur jung und über die Maße attraktiv, sondern haben auch größtenteils einen akademischen Abschluss. Dennoch lockt viele das leicht verdiente Geld. Sie werden meist aus ärmeren Ländern rekrutiert und bekommen hier für die erste Zeit Unterkunft und Verpflegung gestellt. "Den Job machen die Mädchen freiwillig. Es gibt über eine Million Männer, die täglich die Dienste von Prostituierten in Anspruch nehmen, und dennoch blickt man mit Verachtung auf sie herab. Vor allem Frauen reagieren ablehnend auf unsere Mädchen." Das wird dann auch der Grund dafür sein, das Frauen hier normalerweise keinen Eintritt haben.

Prostitution ist ein kaltes Geschäft. Die meisten Freier verlangen für ihr Geld "echte Zuneigung und wahre Leidenschaft". "Die Kunst einer Prostituierten ist es, ihnen diese Illusion zu schaffen. Gleichzeitig darf sie trotz des engen Kundenkontaktes ihre emotionale Unabhängigkeit nicht verlieren, um die Belastung durch die Sexarbeit möglichst gering zu halten. Auf unsere Frage, was für Männer denn hier Ein und Aus gehen, lacht unsere Gesprächspartnerin: "Unser Kundenstamm zieht sich durch alle Altersklassen und Schichten: vom geizigen Studenten, der sich noch nicht mal ein Bier leisten kann (8 €) bis hin zum spendablen älteren Herren, der manchmal vielleicht sogar etwas mehr sucht als die schnelle Nummer. Unsere Stammkunden schätzen die Aufmerksamkeit der Mädchen. Sex spielt da manchmal sogar eher eine untergeordnete Rolle." Nichts desto trotz gelten auch in einem Bordell gewisse Spielregeln, denen sich die Mädchen unterwerfen müssen. Wie alle Berufe, birgt auch die Prostitution gewisse Risiken. Oberste Grundregel: Kein ungeschützter Verkehr. "Als Betreiber eines Bordells hat man darauf zu achten, dass immer für ausreichend "Schutz" gesorgt ist. Jedes der Mädchen weiß um die Gefahren von AIDS, Syphilis und anderer Krankheiten. Bei uns werden nach jedem Freier die Betten frisch bezogen und jedes Mädchen duscht anschließend erst mal, bevor der nächste Kunde kommt."

Unser Fazit: "Safety first" ...

von Julia Kiefer