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JOBS IM AUFTRAG DER LIEBE - TEIL 8: DIE PAARTHERAPEUTINs
Wachsame Moderatorin in Krisenzeiten
Maike Ulms gehört zu jenen Menschen, die wie geschaffen sind für ihren Beruf. Mit sanfter Stimme bietet die Paartherapeutin erstmal in aller Ruhe einen Tee an. Sie trägt einen weiten blauen Pullover und eine weiße Hose, dazu schwarze Turnschuhe. Ihr braunes Haar ist kurz geschnitten und von ein paar grauen Strähnen durchzogen.
Die Paartherapeutin Maike Ulms.
Foto: Dana Heide
Wir gehen in einen großen, lichtdurchfluteten Raum. Die helle, dezente Einrichtung wirkt beruhigend, kein unnötiger Firlefanz lenkt von dem ab, weshalb man gekommen ist. Diesen Raum betreten die meisten Menschen, wenn sie Beziehungsprobleme haben und nicht mehr weiter wissen. Maike Ulms sieht ihre Aufgabe dann darin, die Partner voreinander zu schützen. Sie passt auf, dass sie sich nicht noch mehr verletzen, als sie es ohnehin schon getan haben.
"Bei der Paartherapie muss man sehr wachsam sein", sagt die 50jährige ernst. Sie hat auf einem der blauen Sessel Platz genommen, trinkt langsam ihren Tee. Früher hat sie die Paare unkontrolliert streiten lassen. Da kam es schon vor, dass es auch mal laut wurde. Heute übernimmt sie bei Konfliktgesprächen zwischen den Partnern eher die Rolle einer Moderatorin: Sie greift ein, wenn es zu heftig wird und stellt Regeln für das konstruktive Streiten auf.
Viele Paare kommen erst, wenn die Fronten schon verhärtet sind. "Sie haben Angst, dass die Nachbarn tuscheln, wenn sie eine gemeinsame Therapie beginnen. Oder sie haben das Vorurteil, dass man sich trennt, sobald man erstmal damit angefangen hat." Das Gegenteil sei jedoch eher der Fall. 70 bis 75 Prozent der Paare lösen ihre Probleme durch die Gespräche mit Maike Ulms. Manchmal reichen sogar schon eine Handvoll Sitzungen, damit sie wieder miteinander glücklich sind.
"Schwierig wird es, wenn einer der beiden fremdgeht. Im Gespräch geht es dann meist nur um die dritte Person und nicht um die eigentlichen Probleme, die das Paar hat." In solchen Fällen nimmt Maike Ulms meist ein Kissen zur Hand, welches die dritte Person symbolisieren soll, legt es vor die Tür und verbannt das Thema somit aus dem Raum.
Und wie steht es mit ihrem eigenen Liebesleben? "Meine Beziehung ist nicht schlechter oder besser als andere. Bei uns gibt es auch Streit und ich reagiere oft nicht so,
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wie ich es mir von meinen Patienten wünsche", verrät die Paartherapeutin schmunzelnd. Ein Rezept für die perfekte Beziehung hat also auch sie noch nicht gefunden.
von Dana Heide